Donnerstag, 15. November 2018
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Die streikende Belegschaft vor dem Medienzentrum. (Photo: Tobias Köhler für mediendenk)
Notmannschaft aus Tschechien geholt

Passau: Streik im Medienzentrum

Passau – Seit gestern wird die Druckerei des Medienzentrums („Passauer Neue Presse“, „Wochenblatt“, „Am Sonntag“) bestreikt. Die Beschäftigten der Druckerei kämpfen gerade um neue Tarifabschlüsse, sollen in Passau angeblich sogar schlechter gestellt werden: mehr Arbeit zum selben Lohn.

Der Sparkurs der Verlegerfamilie Diekmann bringt die Drucker auf die Barrikaden. Rund 70 Beschäftigte versammelten sich gestern mit Transparenten vor dem Druckereigebäude in Sperrwies. Organisiert wird der Streik von der Gewerkschaft Verdi. Insgesamt 160 Mitarbeiter sind betroffen.

Zum selben Lohn sollen die Drucker künftig 40 statt 35 Wochenstunden arbeiten. Der Job ist hart, denn er verlangt vor allem Nachtarbeit. Es hieß auch, dass neue Maschinen angeschafft würden und damit weitere Arbeitsplätze verloren gingen. "Ein Streik bringt erfahrungsgemäß mehr als gute Argumente", sagt Verdi-Vizebezirksgeschäftsführerin Irene Salberg.

Die Krisensitzungen in der Verlagsleitung dauerten bis Mitternacht. Verlegerin Simone Tucci Diekmann und ihr Mann Marco, der Hausjurist, suchten nach einem Ausweg.

Notmannschaft aus Tschechien angereist

Schließlich wurden Drucker aus Tschechien herbeigebracht, damit die Heimatzeitung erscheinen kann. Ob sie heute in vollem Umfang und in kompletter Auflage erschienen ist, darüber liegen noch keine Informationen vor.

Das Lokalradio "UnserRadio", an dem die Verlegerfamilie Anteile hält, brachte eine Frühmeldung über den Streik, bekam danach die Anweisung der PNP-Verlagsleitung, diese Berichterstattung einzustellen. Eine Online-Meldung musste wieder gelöscht werden.

Der Bürgerblick-Fotograf wurde gestern Abend begeistert im Druckzentrum empfangen: „Bürgerblick ist gut, Bürgerblick schreibt die Wahrheit!“, riefen Streikende.

Das unabhängige Passauer Lokalmagazin hat sich einst für die Redakteure eingesetzt, als vor zweieinhalb Jahren dramatischer Stellenabbau vorgesehen war. Die Journalisten arbeiten bei der PNP längst nach einem Haustarif, also unter schlechteren Bedingungen als den von den Verbänden ausgehandelten.

In früheren Zeiten war es üblich, dass sich Journalisten und Drucker bei Arbeitskampfmaßnahmen gegenseitig solidarisch unterstützen.

 
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