Sonntag, 18. April 2021
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Lokaljournalismus

Am Ende zählt die Zuversicht

Wir sind ĂĽbern Berg.

Das letzte Heft dieses Jahres ist auf dem Markt. Ein Jahr liegt hinter uns, das wir mit keinem Jahresrückblick würdigen, weil es uns genug abverlangt hat. Der Blick nach vorne zählt.

Wir umarmen im Geiste alle unsere treuen zahlenden Leserinnen und Leser, denn Sie haben uns tagtäglich motiviert. Sie sind unser Notgroschen in der Krise und unsere Zuversicht, dass ehrlicher, unabhängiger Journalismus, auch wenn er unbequem und nicht immer nach jedermanns Geschmack ist, eine Zukunft hat.

Die Existenz gesichert haben uns zudem diejenigen, die sich mit bezahlten Seiten im Umfeld unseres Blattes präsentieren: Stammkunden, neue Unterstützer und alte Freunde. Viele mussten abspringen, weil die Zeiten sind wie sie sind, andere kamen überraschend dazu.

Was wir an Lesestoff in Heft Nr. 141 im Jahr unseres 15-jährigen Bestehens liefern?

  • Die Erzählungen eines Mannes, dem sich als achtjähriger Bub ins Gedächtnis gebrannt hat, wie an den letzten Kriegstagen eine Kolonne von Elendsgestalten, Gefangene, durch die Innenstadt getrieben wurde. FĂĽr viele von ihnen sollte es der letzte Marsch werden und das StĂĽck Brot, das Frauen ihnen zusteckten, die Henkersmahlzeit dieser Unschuldigen. Ein StĂĽck ĂĽber "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" in unserer Heimat, die nie vergessen werden dĂĽrfen: „Letzter Auftrag erfĂĽllt.“ Sehen Sie exklusiv mit QR-Code im Heft dazu den Filmbeitrag "NS-Massenmord: Das Mahnmal am Waldesrand".
     
  • Wir lassen Menschen im Herbst ihres Lebens zu Wort kommen, die vor Augen haben, dass sie ihr Zuhause verlieren werden. Es ist die bittere Erkenntnis, dass Altenheime, selbst wenn sie von Kirchen und Stiftungen getragen werden, eben nicht auf Barmherzigkeit, sondern auf einem Geschäftsmodell ruhen. Sie werden aufgegeben, wenn sich Letzteres nicht mehr lohnt: „Kalt wie eine Hundeschnauze.“
     
  • Wie weit darf ein Arzt vom Weg abkommen? Die Geschichte eines Maskengegners, der schon vor vielen Jahren aus den vergifteten Brunnen des Netzes trank. Der Autor erinnert sich an frĂĽhere Gespräche und hat die Praxis des alten Bekannten besucht: "Arztpraxis ohne Corona-Schutz."
     
  • Journalisten sind nicht nur NachrichtenĂĽberbringer und EnthĂĽller, sie sind auch die Chronisten der Gegenwart. Zum Nachlesen und zur Dokumentation fĂĽr die Zeit danach haben wir protokolliert, wie mit den ersten Novembertagen, von Wissenschaftlern prophezeit, aber, was menschlich ist, von vielen verdrängt, die Seuche wieder in unser Leben trat. Sie finden darin Tabellen der Transparenz: Wann hat sich das Virus in welche Altersgruppe am heftigsten verbreitet? Auf 18 Seiten haben wir das alles zusammengetragen: „Die Wucht der zweiten Welle.“
     
  • Sie erinnern sich an den Oktobertitel ĂĽber Fotograf Rudolf Klaffenböck und GlaskĂĽnstler Horst Stauber, zwei Passauer Originale und ihr bevorstehender Rauswurf aus einem historischen KĂĽnstlerhaus? Wir haben beide fĂĽr ein Gespräch gewinnen können und einen Rundgang durch das geschichtsträchtige Altstadthaus erhalten. Sehen Sie exklusiv mit QR-Code im Heft den Filmbeitrag "Das Pauknerhaus und seine letzten KĂĽnster".
     
  • Das Wasserwirtschaftsam hat 2015 berechnet, welche Passauer HochwasserschutzmaĂźnahmen im Vergleich entstandener Flutschaden 2013 zu Baukosten in einem vernĂĽnftigen Verhältnis stehen. FĂĽnf Jahre später stellt sich heraus, dass keines der begonnenen oder bevorstehenden fĂĽnf Flutprojekte sich nach diesem Kriterium mehr rechnet, denn die tatsächlichen Baukosten sind auf das FĂĽnffache gestiegen: "Die Millionengräber."

AuĂźerdem:

  • Ist mein Lieblingsitaliener dabei? Ein umfassender Passauer GastrofĂĽhrer ĂĽber drei Dutzend Abhol- und Lieferdienste, ihre Konditionen und Ă–ffnungszeiten.
  • Wir stellen vier BĂĽcher vor und blicken auf das Scharfrichterbeil, das in diesem Jahr verloren ging.
  • In der Musikkolumne hat Friedrich Brunner „Perlen der Heimat“, Geschenkideen, gesammelt.
  • Wir stellen ein neues Passauer Kirchenoberhaupt vor, das in der Pandemie etwas unsichtbar bleibt: Jochen Wilde, „Herr ĂĽber 38.000 Schäfchen“

Wir wünschen uns, dass Sie sinnvolle Weihnachtsgeschenke kaufen, keinen Wegwerfkrempel, aber möglichst direkt oder online bei den lokalen Händlern, denn die freuen sich.

Bleiben Sie gesund und geduldig, gönnen Sie sich selbst etwas Gutes und verlieren Sie nicht den Humor!

Ihr Hubert Jakob Denk und sein Team

 



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telefonisch sind wir am Mittwoch 9. Dezember ab 10 Uhr fĂĽr Sie da: 0851 93 46 649.

***

Wir wollen nach dem Marathon in der Krise, Magazin produziert und parallel aktuellen Online-Dienst gepflegt, uns in eine vorweihnachtliche Nachrichtenquarantäne begeben, um Kräfte zu tanken, wohl wissen, dass wir das schwerlich schaffen.  

 
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