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Geburtsagstorte für Bürgerblick Passau.
Lokaljournalismus

Bürgerblick sorgt seit 15 Jahren für Medienvielfalt in Passau

Hätte uns ein Leser vorgestern nicht auf den Wikipedia-Eintrag hingewiesen, wir hätten es vergessen: Bürgerblick ist heute vor 15 Jahren das erste Mal erschienen.

Die Passauer Lokalzeitschrift hat damit länger als alle ihre Vorgänger im Zeitungsmonopol der „Passauer Neuen Presse“ („PNP“, „Am Sonntag“, „Wochenblatt“, „Pressekurier“) für Medienvielfalt gesorgt. 

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Bürgerblick-Exemplare Nummer 1, 61 und 100.
Sie wird herausgegeben von dem freien Journalisten Hubert Jakob Denk, der zuvor als Festangestellter journalistische Erfahrungen gesammelt hatte. Er begann als Volontär bei der „Passauer Neue Presse“, war danach als Reporter und in leitenden Funktionen tätig für die Verlagsgruppe Passau, den Mittelbayerischen Verlag, den Axel-Springer-Verlag und Gruner und Jahr. München, Hamburg, Dresden, Erfurt, Chemnitz, Regensburg und Linz waren die Stationen außerhalb seiner Heimatstadt, in die er zur Jahrtausendwende zurückkam. Dort gründete er als Chefredakteur für die Verlegerfamilie Diekmann das Anzeigenblatt „Am Sonntag“ und 2005 seinen „Bürgerblick“. Der Name war als Kontra zum „Stadtblick“ gewählt worden, ein damals vom Rathaus herausgegebenes CSU-Propagandablatt.

1976 hatte der spätere Spiegel-Autor und Papstschreiber Peter Seewald die linke Boulevardzeitung „Passau kleine Zeitung“ gegründet, zehn Jahr später Denk mit zwei Berufskollegen die „Passauer Aktuelle Zeitung.“ Beide Projekte überlebten nicht länger als zwei Jahre. 

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Brisante Zeiten: Der Bürgerblick-Herausgeber Hubert Jakob Denk im Interview mit dem Medienmagazin "Zapp". (Quelle: NDR, 2014)
„Die erste Bürgerblick-Ausgabe habe ich als Leseprobe mit Freunden und Familienangehörigen in den Passauer Stadtvierteln verteilt“, erinnert sich Denk. Es waren acht Seiten auf Zeitungspapier, davon drei Seiten Anzeigen. „Nach den Erfahrungen mit dem Sonntagsblatt wollte ich unbedingt eine Kaufzeitung auf den Markt bringen.“ Journalismus, der nur von der Werbewirtschaft getragen werde, verliere seine Glaubwürdigkeit und seine Unabhängigkeit. Bürgerblick kostete anfangs 50 Cent, später 1 Euro. Aus der dünnen Zeitung wurde ein ansehnliches Magazin, das heute in Buchbindung erscheint.

Heute kostet das Monatsmagazin 4,12 Euro, umfasst rund 60 Seiten und ist von der ersten bis zur letzten redaktionellen Seite „handgemacht.“ Keine Agenturmeldungen, keine umformulierten Pressemitteilungen, „Lokaljournalismus mit Leidenschaft“, wie Denk es formuliert. 

Für die beeindruckenden Bilderstrecken sorgt seit zwölf Jahren der Passauer Fotograf Tobias Clemens Köhler; auch er ein Freischaffender und wie Denk Mitglied im „Bayerischen Journalistenverband.“

Breite Aufmerksamkeit erhielt das Magazin 2014, als Denk in einer Politaffäre recherchierte und Verstrickungen zwischen der CSU-Regierung und einem Mediziner enthüllte. Er geriet selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft und musste vor einem Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags als Zeuge auftreten.

 
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