Dienstag, 11. August 2020
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Lokalnachrichten >> Dienstag, 30. Juni 20

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Am Domberg ist wegen Corona der Parteiverkehr eingestellt worden. Das Virus verbreitete sich offenbar über Bistumsbaustellen. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Seuchenlage

Landkreis Passau: Corona verbreitet sich ĂŒber Bistumsbaustellen

21 Infektionen in sieben Tagen. Der Landkreis Passau liegt in Bayern hinter der Stadt Coburg und dem Landkreis Starnberg mit der Seuchenausbreitung an der Spitze. Doch offiziell hört man davon nichts?

Die Ausbreitungsquote der Seuche wird ermittelt anhand der Zahl der Neuinfektionen in einer Woche je 100.000 Einwohner.

Diese sogenannte "7-Tage-Inzidenz" liegt

  • Landkreis Passau: 10,94 (plus 9 FĂ€lle am Freitag, weitere wahrscheinlich davor, denn in der Summe 21 in einer Woche)
  • Zum Vergleich: Stadt Passau: 5,72 (plus 2 FĂ€lle gestern, in der Summe 3 in einer Woche);
  • Zum Vergleich die Stadt MĂŒnchen: 2,01 (plus 7 FĂ€lle in einer Woche).

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Der Landkreis Passau zeigt eine hohe Inzidenz, Neuinfektionen je Einwohner; 21 in sieben Tagen. (Quelle: LGL)
In allen Kommunen Bayerns liegt die Inzidenz im einstelligen Bereich vor dem Komma, nur die Stadt Coburg (26,67), Landkreis Starnberg (11,76) und der Landkreis Passau (10,94) sind die Ausreißer nach oben.

Was die Bevölkerung irritiert: Die brisante aktuelle Entwicklung im Landkreis ist vom Gesundheitsamt, Sitz in FĂŒrstenzell, bisher nicht in den Medien bekannt gegeben worden. Das Landratsamt, das frĂŒher tĂ€glich, seit dem Abflauen der Pandemie wenigstens einmal die Woche die registrierten Neuinfektionen mitteilt, hĂ€lt sich seit vergangenem Donnertag bedeckt.

Eine Nachfrage heute Vormittag beim Landratsamt ergibt: Die 21 beim Ministerium registrierten FÀlle, 9 davon sind am vergangenen Freitag gemeldet worden, hÀngen teilweise zusammen mit einer Baufirma im Landkreis, die mit Handwerkern vom Ordinariat am Domberg zusammenarbeitet. Insgesamt haben 17 der 21 FÀlle mit dem Ausbruch im Ordinariar zu tun. Die BeschÀftigten haben dort ihren Wohnsitz.

Eine SchĂŒlerin des Passauer Gisela-Gymnasiums, deren Vater sich im Ordinariat angesteckt hat, ist ebenfalls infiziert. Dies wurde am Sonntag bekannt und hatte zur Konsequenz, dass am Montag 30 SchĂŒler der sechsten Klasse und 7 LehrkrĂ€fte nach Hause geschickt wurden. Dies berichtet der Schulleiter. Bei zwei Lehrern, deren Testergebnis negativ ausfiel, ist die QuarantĂ€ne wieder aufgehoben.  

Einen Ă€hnlichen Vorfall gibt es im nördlichen Landkreis. Hier hat ein SchĂŒler sich bei einem Elternteil infiziert, der ebenfalls zum Kreis der Infizierten im Zusammenhang mit dem Virenausbruch im Ordniariat steht. Hier mussten seine Klassenkammeraden in QuarantĂ€ne. Die Testergebnisse waren alle angeblich negativ.

Bekanntlich sind vom Bistum Passau vergangene Woche mindestens zehn Infizierte aus der Abteilung "GebĂ€udebewirtschaftung" gemeldet worden. Die Ansteckung erfolgte offenbar auf den Baustellen. Die Betroffenen haben ihren Sitz am Domplatz 3 und in Baucontainern am westlichen Domberg bei der Staatsanwaltschaft. Bistumsbaustellen gibt es verteilt ĂŒber die Region mehrere.

Corona-Serientests am Domplatz
Corona-Krisenmanager Josef Ederer, der Generalvikar, hat den Parteienverkehr rund um die betroffenen HĂ€user am Domplatz einstellen lassen. 80 Mitarbeiter sind bereits getestet worden, weitere Reihentests der gesamten Belegschaft laufen an.

Domladen und Pressestelle geschlossen
Geschlossen sind das Generalvikariat, die Hauptabteilungen Personal, Schulen und Hochschulen, Finanzen und Bau, Seelsorge und Evangelisierung sowie der Domladen und die Abteilung Medien und Kommunikation.

Die InfektionsfÀlle vom Ordinariat tauchen statistisch in den Kommunen auf, wo die Betroffenen gemeldet sind. Die Stadt Passau war davon am wenigsten betroffen, mit bislang maximal zwei FÀllen.

„Ich möchte wissen, welche Gemeinden von diesem signifikanten Zuwachs betroffen sind. Wenn es meine Kommune betrifft, wĂŒrde ich mein Kind wahrscheinlich nicht wieder sofort in den Kindergarten geben“, ruft ein besorgter Vater aus dem Raum Ortenburg an. Hier lag bereits frĂŒher einmal ein Infektionsschwerpunkt. Ein anderer Leser hat gestern Nachmittag sich verwundert gemeldet, „warum in den Lokalmedien nichts steht.“

 
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