Samstag, 01. Oktober 2022
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Passauer Land >> Dienstag, 10. Oktober 06

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Pfarrer Hannes Rott mit Mesner am Grab des namenlosen Kindes. F.: mediendenk
Stiller Abschied

Totes Baby: Nur die Müllarbeiter kamen zum Begräbnis

Strahlend blau war der Himmel über dem Friedhof St. Korona bei Passau, als ein Totenträger den winzigen, weißen Sarg, geschmückt mit rosa Nelken, zum Grab trug. Zu Bayerns traurigstem Begräbnis kamen nur sechs Menschen, die Anteil nahmen. Es waren die Mitarbeiter der Passauer Recyclingfirma, auf deren Sortierband die Babyleiche entdeckt wurde.

Eine Frau um die Vierzig, ganz in schwarz, legte schluchzend einen Blumenstrauß auf dem Särglein nieder. Sie war es, die den schrecklichen Fund machte, ist selbst Mutter von drei Kindern.

Pfarrer Hannes Rott fand tröstende Worte: „Bei Gott haben alle Menschen ihren ureigensten Namen, auch die, die keinen bekommen haben. Durch unsere Teilnahme bewirken wir, dass dies keine anonyme Bestattung ist und dieses Mädchen nicht in Vergessenheit gerät.“

30 Kilometer entfernt von diesem Friedhof lebt die Kindsmutter. Nach einer Sturzgeburt hatte sie das Neugeborene in den Biomüll geworfen. Das kleine Mädchen soll nach ihren Angaben schon tot gewesen sein, sie sei unter Schock gestanden.

Auch nach ihrem Geständnis will die Kindsmutter, eine 21- jährige Metzgereifachverkäuferin aus Röhrnbach, von ihrem Baby nichts wissen. Sie beließ es dabei, dass der Leichnam fern ihrer Heimat anonym bestattet wird, so wie es die Behörden bereits geplant hatten.

Video 9 MB/ 1.30 min
Beerdigung des
namenlosen Babys