Montag, 20. September 2021
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Technik >> Sonntag, 21. Mai 06

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Adi und Inge Hoyer mit dem Ehering. F.: mediendenk
Metalldetektor

FinderglĂĽck am Alpensee: Verlorenen Ehering nach 38 Jahren entdeckt

Dies ist die unglaubliche Geschichte von einem Ehering, der nach 38 Jahren wieder auftaucht: Adi und Inge Hoyer (beide 67), aus Garmisch-Partenkirchen, fanden mithilfe eines Metalldetektors das wichtige SchmuckstĂĽck dort wieder, wo sie es bei einem Ausflug an einem Februartag 1968 verloren hatten.

Es war am herrlichen Sylvensteinstausee bei Fall. Der Schnee lag meterhoch, als die Hoyers dort mit Töchterchen Renate, damals vier, beim Rodeln waren. Es schneite heftig. Die Mama erinnert sich: „Ich wollte Renate den Schnee von der Wollmütze schütteln, zog die Handschuhe aus – dabei ist es passiert.“ Lautlos fiel der Ehering in den Schnee. Die Suche bei dem kleinen Loch, das er in der Schneedecke hinterließ, brachen sie mit klammen Händen ab.

Bergseen sind für sie schicksalhafte Plätze. „Kennen gelernt haben wir uns 1962 beim Baden am Eibsee“, erzählt er. Ein halbes Jahr später, am 13. Dezember 1963, steckten sie sich in der Kirche die Ringe an. Im Fotoalbum machten sie sich damals über die Eheringe lustig: „Die Fangeisen werden angesteckt“, schrieben sie unter das Bild. Im Alltag waren sie ihnen sogar ein wenig lästig. „Mein Ehering bewahre ich heute noch meistens in der Schublade im Nachttischkästchen auf und nicht am Finger“, sagt der ehemalige Grenzpolizist. Nun war ein "Fangeisen" verloren.

Für sie war es ein Schock, aber ihr Schatz tröstete: „Unsere Liebe hängt doch nicht an diesem kleinen runden Ding“. Das Eheglück des Ehepaares Hoyer blieb wirklich unzerbrechlich. Vier Jahre später kam Sohn Andreas zur Welt und in wenigen Jahren feiern sie Goldene Hochzeit.

Die Jahre vergingen. Die Tochter wanderte aus nach Amerika, der Sohn ging nach Niederbayern. Der verlorene Ehering war immer wieder Gesprächsthema bei Familienfeiern und Festen. „Von meiner Schwägerin bekam ich einen Ersatzring“, erzählt Inge.

Dann vor wenigen Wochen der Besuch, der den Ausschlag gab: Bekannte erzählten von ihrer neuesten technischen Errungenschaft, einem Metalldetektor, den sie im Internet ersteigert hatten. Da meinte Adi zu seiner Frau mehr scherzhaft: „Komm, lass uns auch auf Schatzsuche gehen!“ Keiner von ihnen hat wirklich daran geglaubt, dass der Ring überhaupt noch da ist. „Hier gibt es Elstern und Spaziergänger. Für mich war der Ring längst weg“, sagt Inge.

Aber insgeheim hofften sie doch und beteten zum Schutzheiligen aller „Gschlamperten“, dem Heiligen Antonius. „Wir wohnen nicht weit weg von einer Pilgerstätte, dem Franziskanerkloster St. Anton, wo jedes Jahr zu seinen Ehren ein Fest gefeiert wird“. Heute sind sie sich sicher, er hat ihre Gebete erhört.

Der Metalldetektor auf der mittlerweile von Büschen zugewachsenen Wiese am Sylvensteinstausee piepste und piepste. Er brachte Kronkorken, Zeltheringe und Übungspatronen der Bundeswehr zutage. Dann die erste Überraschung – ein österreichischer Schilling aus dem Jahr 1968, dem Jahr des verlorenen Eherings! Die Münze motivierte sie, weiterzusuchen. Nach zwei Stunden ein Aufschrei von ihr: „Halt, da ist er!“ Adi hatte gerade mit seinem Messer ein Stück Grasnarbe fünf Zentimeter tief ausgestochen und freigelegt. „Da funkelte und glänzte er, als wäre er nie Schmutz und Wetter ausgesetzt gewesen“, beschreibt Inge.

Mama und Tochter weinten vor Rührung, als sie am Telefon über den großen Teich von dem kleinen Wunder sprachen. An Inges Ringfinger passt das ungewöhnliche Fundstück nicht mehr. Es liegt nun zusammen mit dem Ehering des Ehemannes im Nachtkästchen und ist der schönste Beweis für den Spruch: Wahre Liebe rostet nicht.

 
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