Freitag, 22. November 2019
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Bayern >> Dienstag, 05. November 19

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Der mutmaßliche Mörder auf dem Weg zum Haftrichter. (Exklusiv-Foto: mediendenk)
Messermord in Passau

Tödliches Treffen am ZOB auf Video

Das Verbrechen am ZOB endete mit der Tragödie im Univiertel: Ein Mann stirbt nach einer Messerattacke. Der Polizeireporter hat bisher nicht alle Details, die ihm bekannt sind geschrieben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Polizeipressesprecher G√ľnther Tomaschko aus Straubing hat aus diesem Grund zu konkreten R√ľckfragen bisher geschwiegen. Folgende Fakten sind davon nicht mehr ber√ľhrt, wie seine gestrigen Presseausk√ľnfte erkennen lassen:

  • Eine √úberwachungskamera vom ZOB hat den Messerangriff, der sich im Hintergrund an einem Fahrradst√§nder der Dr.-Hans-Kapfinger-Stra√üe abspielte, festgehalten: Der Angreifer stie√ü die Waffe dem Gegen√ľber unvermittelt in den Oberk√∂rper, es gab kein vorausgehendes Gespr√§ch oder Gerangel. Deshalb ist das Mordmerkmal ‚ÄěHeimt√ľcke‚Äú offenbar erf√ľllt. Angeblich erfolgte die blutige Attacke getarnt mit einer freundschaftlichen Umarmung.
     
  • Der Gestochene h√§lt sich den Oberk√∂rper und fl√ľchtet; warum er mit seinem Handy nicht den Notruf w√§hlt, l√§sst sich vielleicht damit erkl√§ren, dass Menschen in Todesangst, mit erh√∂htem Adrenalin, nicht logisch handeln.
     
  • Die Tatwaffe, ein K√ľchenmesser mit etwa zw√∂lf Zentimeter Klingenl√§nge, ist in einem Stadtteil n√∂rdlich der Donau von der Kripo sichergestellt worden. Der mutma√üliche M√∂rder hat das Versteck genannt, nachdem er sich in Wiesbaden gestellt hatte. Aus ermittlungstaktischen Gr√ľnden schreibt der Polizeireporter nicht den Auffindeort.
     
  • T√§ter und Opfer sollen sich bereits in der Heimat gekannt und in Konflikt miteinander geraten sein. Angeblich gab es bereits dort eine Auseinandersetzung mit einem Messer. Das Opfer tr√§gt eine Narbe, die vielleicht von einem solchen blutigen Streit stammt. Beide bekennen sich zum Christentum und lebten in einem bestimmen Stadtteil von Teheran, der offenbar von dieser im Iran verfolgten Minderheit bev√∂lkert wird.
     
  • Mit der Aussage eines Ermittlers, es habe ‚Äěseit L√§ngerem Beziehungsprobleme‚Äú gegeben, ist nicht zwingend gemeint, dass Homosexualit√§t eine Rolle spielen k√∂nnte. Der Angreifer soll angef√ľhrt haben, dass er - seinerzeit in der Heimat - Opfer eines sexuellen √úbergriffes geworden sei. Ob diese eine Schutzbehauptung oder Tatsache ist, bedarf der Kl√§rung. Freunde erz√§hlen, dass der Get√∂tete Beziehungen zu Frauen pflegte, andere glauben zu wissen, dass er schwul war, aber dies nicht auslebte. Auf Homosexualit√§t steht im Iran offiziell die Todesstrafe.
     
  • Der Angreifer und der Erstochene stehen in einem m√∂glichen Neidkonflikt: Der Angreifer ist als Fl√ľchtling abgelehnt worden, er lebte im Asylbewerberheim in B√ľchlberg, ihm drohte im Dezember die Abschiebung; der Erstochene ist als Fl√ľchtling anerkannt, durfte seine eigene Wohnung im Stadtteil Passau-Grubweg beziehen und einer Arbeit nachgehen. Was zu erw√§hnen ist: Homosexualit√§t, Verfolgung im Heimatland, wird als Fluchtgrund anerkannt.
     
  • Das Mobiltelefon eines Augenzeugen ist beschlagnahmt worden. Er soll ein Video des Angriffs ins Netz gestellt und sp√§ter wieder gel√∂scht haben. Die Auswertung der Mobiltelefone des Angreifers, des Erstochenen, der Kontaktpersonen und Augenzeugen, wird der Kripo wahrscheinlich am weitesten weiterhelfen, die Dramaturgie dieses Verbrechens zu kl√§ren.
 
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