Freitag, 06. Dezember 2019
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Bayern >> Mittwoch, 09. Oktober 19

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Drei Flüsse, viel Verwirrung: Tom Meiler spricht die Anmoderation zu einem Betrag über Passau und war offenbar schlecht gebrieft. (Quelle: Abendschau)
Tief im Thema

BR verpflanzt Dom in die Innstadt

‚ÄěDie wundersch√∂ne Innstadt bei Passau mit dem Dom und anderen historischen Sehensw√ľrdigkeiten ist ein Muss f√ľr alle Besucher‚Äú, sagt BR-Moderator Tom Meiler in der Abendschau.

Ein Satz, viele Stolpersteine. Nun, die Innstadt liegt nicht bei Passau, sondern in Passau, denn sie ist einer der Stadtteile der Innenstadt. Dass eine Dreifl√ľssestadt drei alte Stadtkerne aufweist, ist, wie der Name schon sagt, ihrer besonderen Lage an drei Fl√ľssen geschuldet und f√ľr Besucher und Neub√ľrger wahrscheinlich anfangs verwirrend: Altstadt, Innstadt, Ilzstadt. Die Altstadt wird von Donau und Inn begrenzt, die anderen Stadtteile liegen an den namensgebenden Fl√ľssen.

Gut, es gibt Innst√§dter, sie sich manchmal geb√§rden als wohnten sie ‚Äěbei Passau‚Äú, als sei die Innstadt ein gallisches Dorf, der Inn die Grenze und das Rathaus gegen√ľber das feindliche Rom. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was die Innst√§dter bei diesem Moderationseinstieg sicher mehr am√ľsiert hat, war die Aussage, dass sie ‚Äěmit dem Dom und anderen historischen Sehensw√ľrdigkeiten‚Äú gesegnet seien. Den Dom in die Innstadt zu verpflanzen, das w√§re wahrlich ein bombastischer Befreiungsschlag f√ľr den Verkehr in der Altstadt: mehr Platz f√ľr parkende Autos und noch mehr wegen der fehlenden Kirchenbesucher.

Umgekehrt h√§tte die Innst√§dter mit Bischofskathedrale und Wallfahrtskirche Mariahilf einen gewaltigen Zustrom an Touristen zu verzeichnen, sodass wahrscheinlich f√ľr die Tanktouristen gen √Ėsterreich keine Wege mehr blieben. Daf√ľr t√§ten sich neue Wege auf: eine Seilbahn vom Innst√§dter Domplatz zum Kloster Mariahilf, die Wallfahrtstiege als Wasserrutschbahn, damit die Massen von der H√∂he schneller wieder abflie√üen k√∂nnen. Souvenirl√§den und Schnellimbissbuden w√ľrden sich im ver√∂deten Kern der Innstadt ausbreiten, im Sog der Attraktionen sogar das Dackelmuseum ans andere Ufer wechseln. Der Bischof w√§re ein Innst√§dter und der erste bayerischen K√∂nig Maximilian I., das Maxdenkmal am Domplatz, w√ľrde nicht Richtung der H√§user der Domherren schauen, sondern zur H√§userzeile mit dem Wohnsitz des prominentesten Kritikers der Domherren, Kabarettist Sigi Zimmerschied.   

So war die Anmoderation der Abendschau köstlicher als der Beitrag, weil dieser schlecht gebriefte Kollege ein Kopfkino auslöste. Der Bericht selbst (ab Minute 5.30), der von einer erfolglosen Polizeikontrolle erzählte, vom Durchfahrtsverbot in der Innstadt Reisebusse und Schwerlastverkehr betreffend, geriet zur Nebensache.

Eine Erkl√§rung gilt es f√ľr die BR-Zusehenden nachzutragen: Das Durchfahrtsverbot ist verh√§ngt worden, damit es in den engen Gassen und Kurven der Innstadt nicht permanent zu Verkehrsblockaden kommt. Moderator Meiler erkl√§rte das Durchfahrtsverbot mit seiner sehr eigenwilligen Ansicht: Die Stadt habe ‚Äěeine Sperre f√ľr den Weg auf die Halbinsel‚Äú verh√§ngt, habe also die ‚Äěverstopfte Altstadt‚Äú befreien wollen. Nun, genau diesen Stadtteil betrifft die Geschichte eben nicht. Und der Ortskundige wei√ü, dass in den Gassen der Altstadt allenfalls der mittelgro√üe Citybus Platz hat.

 
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