Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Bayern >> Mittwoch, 09. Oktober 19

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Drei Flüsse, viel Verwirrung: Tom Meiler spricht die Anmoderation zu einem Betrag über Passau und war offenbar schlecht gebrieft. (Quelle: Abendschau)
Tief im Thema

BR verpflanzt Dom in die Innstadt

„Die wunderschöne Innstadt bei Passau mit dem Dom und anderen historischen SehenswĂŒrdigkeiten ist ein Muss fĂŒr alle Besucher“, sagt BR-Moderator Tom Meiler in der Abendschau.

Ein Satz, viele Stolpersteine. Nun, die Innstadt liegt nicht bei Passau, sondern in Passau, denn sie ist einer der Stadtteile der Innenstadt. Dass eine DreiflĂŒssestadt drei alte Stadtkerne aufweist, ist, wie der Name schon sagt, ihrer besonderen Lage an drei FlĂŒssen geschuldet und fĂŒr Besucher und NeubĂŒrger wahrscheinlich anfangs verwirrend: Altstadt, Innstadt, Ilzstadt. Die Altstadt wird von Donau und Inn begrenzt, die anderen Stadtteile liegen an den namensgebenden FlĂŒssen.

Gut, es gibt InnstĂ€dter, sie sich manchmal gebĂ€rden als wohnten sie „bei Passau“, als sei die Innstadt ein gallisches Dorf, der Inn die Grenze und das Rathaus gegenĂŒber das feindliche Rom. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was die InnstĂ€dter bei diesem Moderationseinstieg sicher mehr amĂŒsiert hat, war die Aussage, dass sie „mit dem Dom und anderen historischen SehenswĂŒrdigkeiten“ gesegnet seien. Den Dom in die Innstadt zu verpflanzen, das wĂ€re wahrlich ein bombastischer Befreiungsschlag fĂŒr den Verkehr in der Altstadt: mehr Platz fĂŒr parkende Autos und noch mehr wegen der fehlenden Kirchenbesucher.

Umgekehrt hĂ€tte die InnstĂ€dter mit Bischofskathedrale und Wallfahrtskirche Mariahilf einen gewaltigen Zustrom an Touristen zu verzeichnen, sodass wahrscheinlich fĂŒr die Tanktouristen gen Österreich keine Wege mehr blieben. DafĂŒr tĂ€ten sich neue Wege auf: eine Seilbahn vom InnstĂ€dter Domplatz zum Kloster Mariahilf, die Wallfahrtstiege als Wasserrutschbahn, damit die Massen von der Höhe schneller wieder abfließen können. SouvenirlĂ€den und Schnellimbissbuden wĂŒrden sich im verödeten Kern der Innstadt ausbreiten, im Sog der Attraktionen sogar das Dackelmuseum ans andere Ufer wechseln. Der Bischof wĂ€re ein InnstĂ€dter und der erste bayerischen König Maximilian I., das Maxdenkmal am Domplatz, wĂŒrde nicht Richtung der HĂ€user der Domherren schauen, sondern zur HĂ€userzeile mit dem Wohnsitz des prominentesten Kritikers der Domherren, Kabarettist Sigi Zimmerschied.   

So war die Anmoderation der Abendschau köstlicher als der Beitrag, weil dieser schlecht gebriefte Kollege ein Kopfkino auslöste. Der Bericht selbst (ab Minute 5.30), der von einer erfolglosen Polizeikontrolle erzÀhlte, vom Durchfahrtsverbot in der Innstadt Reisebusse und Schwerlastverkehr betreffend, geriet zur Nebensache.

Eine ErklĂ€rung gilt es fĂŒr die BR-Zusehenden nachzutragen: Das Durchfahrtsverbot ist verhĂ€ngt worden, damit es in den engen Gassen und Kurven der Innstadt nicht permanent zu Verkehrsblockaden kommt. Moderator Meiler erklĂ€rte das Durchfahrtsverbot mit seiner sehr eigenwilligen Ansicht: Die Stadt habe „eine Sperre fĂŒr den Weg auf die Halbinsel“ verhĂ€ngt, habe also die „verstopfte Altstadt“ befreien wollen. Nun, genau diesen Stadtteil betrifft die Geschichte eben nicht. Und der Ortskundige weiß, dass in den Gassen der Altstadt allenfalls der mittelgroße Citybus Platz hat.

 
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