Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Lokalnachrichten >> Sonntag, 06. Oktober 19

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Heute letzter Abgabetag per E-Mail oder in den Briefkasten des Rathauses.
BĂŒrgerbefragung

Heute letzter Abgabetermin: Wo nervt der LĂ€rm?

Laut Umweltbundesamt ist LĂ€rm "das am stĂ€rksten unterschĂ€tzte Umweltproblem in Deutschland". Passauer wissen zu gut, wie recht es hat. Heute ist letzter Tag, den Umfragebogen fĂŒr den LĂ€rmschutzaktionsplan abzugeben - im Rathaus einwerfen oder per E-Mail.

  • Rauschende BĂ€ume wiegen in den Schlaf, aber das auf- und abschwellende Rauschen von der Autobahn raubt den Nerv.
  • Die ICE-ZĂŒge und der Donau-Isarexpress rollen leise, aber die alten GĂŒterzĂŒge rattern und quietschen unertrĂ€glich.
  • Die Tempo-30-Zonen senken spĂŒrbar den VerkehrlĂ€rm, aber Ignoranten nutzen jede Gelegenheit fĂŒr einen Spurt, oft mitten in der Nacht, um die Pferde unter der Haube zu spĂŒren.
  • Autofahrer mit kernigen Motoren und knallenden Auspuffanlagen missbrauchen Straßenschluchten und Gassen als VerstĂ€rker; der Widerhall von den HauswĂ€nden gereicht nur ihnen zum VergnĂŒgen.
  • Motorradfahrer jagen durchs Donautal und rauben der Idylle die Ruhe.

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LĂ€rmkarten zeigen, wie der Schall sich an den Passauer Hauptstraßen und auf den FlĂŒssen ausbreitet. Die Grafiker mussten auf VerkehrszĂ€hlungen von 2011 zurĂŒckgreifen, denn jĂŒngere Daten gibt es nicht.
Die lĂ€rmgeplagten Passauer an den Bundes- und Staatstraßen sind gefragt, ihre persönlichen EindrĂŒcke zu schildern (Bekanntmachung). Die Zeit, den Fragebogen auszufĂŒllen war knapp, als Einsendeschluss ist der 22. September festgelegt worden. Das Rathaus wurde kritisiert, weil der Aufruf erst am 9. September startete. BrĂ€uchte es fĂŒr  eine so wichtige Erhebung nicht mehr Zeit? Sechs BĂŒrgerinitiativen und Vereine haben sich in einem öffentlichen Brief beschwert. Das Rathaus reagierte, verlĂ€ngerte den Einsendeschluss auf 6. Oktober.

Hier gehtÂŽs zum Fragebogen.

Es hat fĂŒnf Möglichkeiten gegeben, den Fragebogen abzugeben: Einwurf in den Briefkasten der Stadtverwaltung direkt am Rathaus (Rathausplatz 2, geht heute noch); persönlich ausfĂŒllen oder abgeben im Umweltamt, Altes Rathaus, 6. Stock, Zimmer 604; per Post an: Stadt Passau, Umweltamt, Rathausplatz 2, 94032 Passau; per Fax an: 0851/396-400; per E-Mail an: umgebungslaerm@passau.de (heute Einsendeschluss).

Die beigelegten Karten, die veranschaulichen, wie sich der LĂ€rm Tag und Nacht an den Hauptstraßen ausbreitet, geben nicht unbedingt die aktuelle Situation wieder. Die VerkehrszĂ€hlungen, die zugrunde liegen, stammen von 2011. Deutlich wird, dass der Schall sich auf dem Wasser ungebremster fortpflanzt wie am Land. In der DreiflĂŒssestadt ein zusĂ€tzliches Problem.

Warum vertrauen wird nicht auf unsere Sinne?

Der LĂ€rmaktionsplan ist eine gute Sache, denn ohne dieses Papier ginge wohl nichts voran. Jedoch: Gutachten, Studien, Umfragen. Manchmal denk ich mir, der Stillstand in diesem Land hat auch damit zu tun, dass bĂŒrokratischer Aktionismus bis zum Exzess gepflegt wird. Ein Feigenblatt fĂŒrs Nichtstun: Schaut her, wir tun doch was!

Die Abgase stechen in der Nase, der LĂ€rm quĂ€lt die Ohren, kĂŒnstliches Licht blendet die Augen in der Nacht. Das wissen wir seit Jahrzehnten. Der Mensch, als wĂ€re er nicht ganz bei Sinnen ist, ruft nach Hilfsmitteln: Lasst uns das mal messen, dann beraten wir und setzen Grenzwerte - und dann messen wir, ob sie eingehalten werden.  

Wie wÀrŽs damit: Ohren auf, Augen auf, mit der Nase schnuppern - handeln!

HJD

 
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