Sonntag, 08. Dezember 2019
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Lokalnachrichten >> Freitag, 02. August 19

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Licht an! Ton an! Auf der Bühne begrüßen OB Dupper und Juli Marie Vesper das Publikum zur Premiere eines neuen Kinoerlebnisses. (Foto: mediendenk)
Passauer Lichtspieltheater

Klangkönig der 21 Kinosäle im Landkreis

Wenn die lokale Prominenz, vom Oberbürgermeister über den größten Baulöwen der Stadt bis hin zur Universitätspräsidentin, sich zu einer Premiere im Kino trifft, muss dies eine besondere Bewandtnis haben. Die Heimatzeitung hat nicht darüber berichtet, wohl mangels einer begleitenden Werbeanzeige. Kino pendelt bekanntlich zwischen Kunst und Kommerz. Dennoch erscheint dieses Ereignis berichtenswert: Die junge Generation der Kinofamilie Vesper hat in Passau den größten Kinosaal der Region mit neuer Digitaltechnik ausgestattet, dass einem Hören und Sehen vergehen.

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Vater und Sohn, Manfred und Andreas Vesper im Gespräch mit Oberbürgermeister Dupper. (Foto: mediendenk)
Für Technikbegeisterte: 38 getrennt angesteuerte Lautsprecher tönen an Decke und Wänden, Bassboxen, die in den Nieren vibrieren, Dutzende raumhohe LED-Röhren, bestehend aus tausenden einzeln ansteuerbareren Leuchtdioden, lassen sich programmieren für wechselnde Lichtstimmungen; die 65 Quadratmeter große, silberbeschichtete Leinwand gibt gestochen scharfe und brillante Bilder. Wer sich buchstäblich vom Sessel reißen lassen will, bucht gegen Aufpreis einen der drei Dutzend roten Kunstlederstühle mit eingebauten Motoren, um Actionszenen "bewegt" zu erleben; der letzte Schrei verbirgt sich auf der obersten Galerie, dort kann der Kinobesucher nach Art der Römer, die bekanntlich zu Tische lagen, sich auf einem Sofa liegend dem Filmgenuss hingeben. Es ist der erste Saal weit und breit mit Kinoliegen.

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Kinobetreiber-Ehepaar Manfred und Susanne Vesper (sitzend) erzählt vom Glück, die Begeisterung fürs Kino erfolgreich an die Kinder Andreas, Sebastian und Julia weitergegeben zu haben. (Foto: mediendenk)
Genug geschwärmt, jetzt zu den Pannen: Zur Uraufführung mit den geladenen Gästen hatten die Betreiber ihr Vorzeigestück, die Galerie der Kinoliegen, provisorisch mit Sesseln einer schwedischen Möbelhauskette bestücken müssen. Der britische Hersteller hatte die Lieferfrist nicht eingehalten. Ein Seitenhieb auf den bevorstehenden Brexit blieb in der Begrüßungsrede nicht aus. Der Oberbürgermeister spricht seine Lobesworte letztendlich ohne Mikrofon, da die für die Leinwand konzipierte Tontechnik übersteuert, für die Bühne nicht taugt; selbiges gilt fürs Bühnenlicht, es ist schlichtweg nicht vorhanden. Der Gastredner und die mitwirkenden Familienmitglieder stehen bei ihren Vorträgen im Dunkeln, wie Scherenschnittfiguren agieren sie vor der leuchtenden Leinwand. Man kann es symbolisch sehen: Ein Kinobetreiber beweist sich an seiner Leinwand, nicht im Rampenlicht.

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Kommunalpolitik im Kinofieber: Vizebürgermeister Urban Mangold mit Ehefrau Karin und Grünen-Spitzenkandidatin Stefanie Auer, zerrissene Jeans. (Foto: mediendenk)
Die Vespers haben zuletzt zur Freude vieler Kinofreunde das älteste Kino der Stadt nach der Flut reaktiviert, das Proli, gegründet von ihren Vorgängern 1910. Es hat seit letztem Sommer mit Komfort und Saaltechnik fast den großen Bruder in der Neuen Mitte in den Schatten gestellt.

Jetzt liegt das "Cineplex" mit Saal Nummer 1, mit knapp 300 Sitzplätzen der größte von acht, technisch wieder an der Spitze. Er nennt sich "Ultimate", für die Theatralik ergänzt mit einem Tunnel zum Eingang, ausgestattet mit der "Dolby Atmos"-Tontechnik, die erstmals auf der Berliner Funkausstellung 2015 vorgestellt worden ist. Diese Leinwand ist der neue Klangkönig unter den 21 Kinosälen in Stadt und Landkreis, wovon 17 in der Hand der Vespers sind.                      

Das Kino-Imperium der Vespers:

  • Cineplex am Kapfingerhochhaus, acht Säle, 1.266 Sitzplätze; Saal 1 oder "Ultimate", 297 Plätze, Leinwand 65 Quadratmeter;  Saal 2, 198 Plätze, 45 Quadratmeter; Saal 3, 198 Plätze, 42 Quadratmeter; Saal 4 und 5, 80 Plätze, 22 Quadratmeter; Saal 6 und 7, 113 Plätze, 27 Quadratmeter; Saal 8, 187 Plätze, 45 Quadratmeter.
  • Metropolis gegenüber der Alten Presse, drei Säle, 515 Sitzplätze; Saal "Metropolis", 324 Plätze, 60 Quadratmeter, Saal "Casablanca", 80 Plätze, 13 Quadratmeter, Saal "Manhattan", 69 Plätze, 13 Quadratmeter.
  • Proli an der Innpromenade, 1 Luxussaal, 72 Plätze.
  • Scharfrichterkino: 1 nostalgischer Saal mit Holzklappstühlen, 74 Plätze, acht Quadratmeter Leinwand.
  • Cineplex in Freyung mit vier Sälen, insgesamt 500 Plätze.

Im Kurort Bad Füssing betreiben Karin und Christian Mitzam vier Säle: das "Große Kino im Kurhaus" (138 Plätze) und die "Filmgalerie" mit Saal "Picasso", 159 Plätze, Saal "Dali", 95 Plätze und Saal "Kahlo" mit 59 Plätzen.

 
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