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Das Lokalmagazin >> Donnerstag, 14. Februar 19

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Fröhliche Gesichter: In einem Bio-Wirtshaus in Stelzhof haben ein Dutzend Spitzenvertreter des Volksbegehrens ihren Erfolg gefeiert: vom ÖDP-Vizebürgermeister bis zum Grünen-Landesvorsitzenden, vom Bund-Naturschutz-Chef bis zum Linken-Bezirksrat. (Foto: m
Volksbegehren f├╝r Artenschutz

Stark wie eine 25-Prozent-Partei

In einem Bio-Wirtshaus auf einem Donauh├╝gel ├╝ber Passau haben die Initiatoren des Volksbegehrens "Rettet die Bienen!" gestern Abend ihren Erfolg gefeiert.

Verglichen mit der Landtagswahl 2018 ist die Wucht dieser Volksbewegung f├╝r Artenschutz und Natursch├Ânheit stark wie eine 25-Prozent-Partei.

Die Initiatorin Agnes Becker, eine kleine Frau, die dunkelbraunen langen Haare zum Pferdeschwanz gebunden, 38 Jahre alt, gelernte Schreinerin und angehende Tier├Ąrztin gibt sich als K├Ąmpferin. "Wir werden uns nicht vers├Âdern lassen!", sagt sie. Am Mittwoch um zehn Uhr ist sie in die Staatskanzlei zum Runden Tisch geladen, den Ministerpr├Ąsident S├Âder einberufen hat. Dass nicht nur Vertreter des Bauernverbandes, sondern auf ihrer Seite auch Vertreter der b├Ąuerlichen Landwirtschaft dazu geholt worden sind, sei ihr ein Anliegen gewesen.

Zur spontanen Feier mit Gem├╝sekrapferl und Zwickelbier waren rund 60 Mitwirkende und Spitzenvertretern im Bio-Wirtshaus "Stelzlhof" zusammengekommen. Vom Passauer ├ľDP-Vizeb├╝rgermeister Urban Mangold bis zum Gr├╝nen-Landesvorsitzenden Eike Hallitzky.

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Von den Medien zur "Bienenk├Ânigin" gek├╝rt: Agnes Becker, 38, Initiatorin des Volksbegehrens, bei der Feier im Gespr├Ąch mit B├╝rgern. (Foto: mediendenk)
Der europ├Ąischen Nachbarn h├Ątten dieses Volksbegehren in Bayern aufmerksam verfolgt, wei├č Becker. Die Salzburger Vizeb├╝rgermeister habe sich heute gemeldet und sie zu einem Podium eingeladen. "Was ├Âkologische Landwirtschaft anbetrifft, sind sie Franzosen und ├ľsterreicher uns weit voraus", sagt sie.

Das Volksbegehren hat vor allem die Landwirte polarisiert. Es gab einige wenige, die sind unter Protest vom "Bund Naturschutz" ausgetreten, andererseits h├Ątten Mitglieder des Bauernverbandes zum Erfolg gratuliert, berichtet Karl Haberzettl vom Bund Naturschutz. Die Landwirte sollten die Haltung der Verbraucher respektieren und diese nicht beschimpfen.

Genau betrachtet ist es eine traurige Geschichte. Erstmals haben Menschen ihre Rath├Ąuser aufgesucht, um eine Stimme abzugeben f├╝r diejenigen, die keine haben: Tiere und Pflanzen. Es geschah nat├╝rlich nicht ohne Eigennutz, denn wer m├Âchte schon auf giftfreie Nahrung und sauberes Wasser verzichten? Mit Leiter, T├Âpfchen mit Pollen und Pinsel auf B├Ąume zu klettern ist zudem keine erstrebenswerte Aussicht, um in Zukunft die Bienen zu ersetzen.

Was vermutlich nicht jeder Bayer wei├č: Das Herz der Volksbewegung "Rettet die Bienen" schl├Ągt in Passau. Hier hat die ├ľkologisch-Demokratische Partei ihren Sitz und in der Person von Urban Mangold als Vizeb├╝rgermeister einen einflussreichen Vertreter in einer Provinzmetropole. Das Gesicht hinter dem Volksbegehren, die Initiatorin, hat das "Handelsblatt" gerade zur "bayerischen Bienenk├Ânigin" getauft, sie sei eine "K├Ąmpferin gegen die m├Ąchtige Bauernlobby": Agnes Becker, 38 Jahre alt, gelernte Schreinerin, Nebenerwerbslandwirtin und Tier├Ąrztin; au├čerdem stellvertretende ├ľDP-Landesvorsitzende und Passauer Kreisr├Ątin.

Dass die ├ľDP und die Gr├╝nen, die bekanntlich im selben W├Ąhlerteich fischen, sich f├╝r dieses Volksbegehren zusammengetan haben, d├╝rfte eine weitere Besonderheit sein. Verb├╝ndete fanden sich ├╝ber Parteigrenzen hinweg viele.

Alle Verantwortlichen, die sich zum vermeintlichen Wohl des Landes dem unbegrenzten Wachstum und der industriellen Wirtschaft verpflichtet f├╝hlen, sollte das Ergebnis dieses Volksbegehrens wachr├╝tteln. Mehr als 1,7 Millionen B├╝rgerinnen und B├╝rger haben sich ins Rathaus begeben, sind oft geduldig Schlange gestanden, um ihre Unterschrift zu leisten. 18,4 Prozent der rund 9,5 Millionen Stimmberechtigten Bayern haben dies getan.

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Gelbes Sonderschild, Ordner mit Warnwesten: Am Eingang des M├╝nchner Rathauses drehte sich alles um das Volksbegehren. (Foto: mediendenk)
Die Wucht dieses Volksbegehrens "Rettet die Bienen" zeigt sich im Vergleich mit der Landtagswahl 2018: Die abgegebenen Stimmen entspr├Ąchen einer 25-Prozent-Partei. Die Artensch├╝tzer und Freunde der b├Ąuerlichen Landwirtschaft w├Ąren damit die zweitst├Ąrkste Kraft hinter der CSU, zuletzt 37,2 Prozent; und weit voraus dem Ergebnis der Gr├╝nen (17,6).

hud

 
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