Donnerstag, 20. Juni 2019
·
·

Regionales >> Dienstag, 05. Februar 19

bild_klein_0000015039.jpg
Ein großer Container und ein Kranwagen stehen bereit. Stadtgärtner warten an der Unteren Donaulände auf ihren Einsatz. Der Baumpatient an der Altstadtpfarrkirche St. Paul wird enfernt. (Foto: mediendenk)
Stadtgärtnerei im Einsatz

Paulusbogen verliert prägendes Naturdenkmal

Ein zwölf Meter hoher japanischer Schnurbaum, der das nördliche Stadtbild an der Altstadtpfarrkirche St. Paul prägt, ist ab morgen Geschichte. Stadtgärtner sind dabei, die wohl mehr als 100 Jahre alte Pflanze abzutragen, weil sie ihre Standfestigkeit verloren hat. Sie war ein Naturdenkmal.

 

Der ausladende Parkbaum, der auf einer Hochterrasse √ľber der Donau neben dem Altstadthotel am Paulusbogen steht, ist seit Jahrzehnten das Sorgenkind der Stadtg√§rtnerei. "Wir haben ihn mehrmals im Jahr kontrolliert", erz√§hlt Stadtg√§rtnereichef Hermann Scheuer. Denn die Wanddicke seines Stammes schwand zunehmend. Bei einem Stammumfang von knapp f√ľnf Metern war sie zuletzt 3,5 Zentimeter d√ľnn.

bild_klein_0000015041.jpg
Hermann Scheuer, Leiter der Stadtgärtnerei, erzählt von der Geschichte und Krankheit des Baumes. (Foto: mediendenk)
Bereits 2010 ist ein Artgenosse in seiner Nachbarschaft gepflanzt worden, der mittlerweile acht Meter misst. Der verlorene Schnurbaum wird ersetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts hat der damalige Stadtverschönerungsverein solche Exoten gepflanzt. Pflanzen aus Nordamerika und Japan waren in Mode gekommen.

Die kommunale Stadtg√§rtnerei ist f√ľr 11.000 B√§ume verantwortlich. Deren Zustand wird regelm√§√üig untersucht und dokumentiert. Hei√üe Sommer mit Wassermangel, verdichtete B√∂den und Abgase setzen den Pflanzen zu. Verletzungen am Fu√ü des Stamms und faulende Wurzeln sind beim Schnurbaum am Paulusbogen erstmals 1976 festgestellt worden. Damals wurde die Krone auf etwa die halbe H√∂he gekappt, um die Standfestigkeit wieder herzustellen.

bild_klein_0000015042.jpg
Der Stamm des Naturdenkmals misst fast f√ľnf Meter an Umfang, aber die Wanddicke ist auf 3,5 Zentimeter geschrumpft. Der Baum ist hohl. (Foto: mediendenk)
Der japanische Schnurbaum zeichnet sich aus durch eine sp√§te Bl√ľte, die erst im Hochsommer einsetzt, und eine pr√§chtige, goldene Herbstf√§rbung bis Ende November. Die Imker sch√§tzen den Sp√§tbl√ľhenden, weil er das Nahrungsangebot der Bienen erg√§nzt. Eine weitere Besonderheit: Als sogenannter H√ľlsenfr√ľchtler gedeiht der Schnurbaum auf kargen B√∂den, denn er holt sich seinen Stickstoff aus der Luft.

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder