Dienstag, 16. Juli 2019
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Bayern >> Donnerstag, 24. Januar 19

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Unfallgutachter Hubert Rauscher belegte, mit welch hoher Geschwindigkeit der Unfallverursacher unterwegs war. Gegenüber auf der Anklagebank die beiden heute Verurteilten mit ihren Verteidigern. (Foto: mediendenk)
Unfall mit f√ľnf Verletzten

Gefängnisstrafe wegen verbotenen Autorennens

Ein Amtsrichter hat heute erstmals in der Passauer Justizgeschichte zwei Männer wegen eines verbotenen Autorennens zu Gefängnis- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Im vorigen Januar hatten sich ein 18-j√§hriger Passauer Kfz-Lehrling und ein 29-j√§hriger T√§towierer aus dem Landkreis Deggendorf auf der innerst√§dtischen Bundesstra√üe 85 in Passau-Hacklberg nach dem Ampelstart offenbar ein Kr√§ftemessen geliefert. Der J√ľngere verlor die Kontrolle √ľber seine 250 PS starke Sportlimousine und schleuderte in den Gegenverkehr: drei zertr√ľmmerte Autos, f√ľnf Verletzte; den jungen Unfallverursacher selbst und eine 59-j√§hrige Frau aus F√ľrstenzell traf es am schwersten. Laut Gutachter sollen die Fahrzeuge auf der 650 Meter langen Strecke Geschwindigkeiten bis zu maximal 155 km/h erreicht haben. Erlaubt sind Tempo 50.

Der √§ltere Beteiligte, der in seinem 420-PS-Wagen angeblich die Musik laut aufgedreht hatte, war gefl√ľchtet. Er lie√ü vor Gericht √ľber seinen Anwalt erkl√§ren, vom Unfall nichts mitbekommen zu haben. Es habe kein Autorennen gegeben. Der j√ľngere Beteiligte beteuerte vor Gericht, dass er sich an nichts mehr erinnern k√∂nne. Er hatte mehrere Knochenbr√ľche und ein Sch√§delhirntrauma erlitten. Vor dem Unfall hatte er √ľber Freisprecheinrichtung mit seiner Mutter telefoniert.

Das Urteil des Sch√∂ffengerichts: zwei Jahre und sechs Monate Gef√§ngnis f√ľr den heute 30-j√§hrigen Tatowierer wegen verbotenen Autorennens, mehrfacher fahrl√§ssiger K√∂rperverletzung, vors√§tzliche Gef√§hrdung des Stra√üenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort; ein Jahr und f√ľnf Monate auf Bew√§hrung f√ľr den heute 19-j√§hrigen Lehrling.

Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend muss der Unfallverursacher ein Schmerzensgeld in H√∂he von 3.000 Euro an eine Schwerverletzte abstottern. Die Summe entspricht dem Erl√∂s, den der Kfz-Lehrling durch den Verkauf des Autowracks erzielt hatte. Er hat sich davon einen neuen Wagen gekauft, obwohl er seinen F√ľhrerschein erstmal los ist.

Der Verteidiger des zur Gef√§ngnisstrafe Verurteilten wird m√∂glicherweise in Berufung gehen. 

Der Paragraf 315d ist f√ľr die Justiz Neuland. Das Strafgesetzbuch wurde im Oktober 2017 um "verbotene Autorennen" erweitert.

ta

 
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