Mittwoch, 20. Februar 2019
·
·

Regionales >> Montag, 14. Januar 19

bild_klein_0000014936.jpg
Feuerwehrleute an der Unfallstelle des illegalen Autorennens: drei schwer beschädigte Autos, fünf Verletzte. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Zwei Angeklagte, fĂĽnf Verletzte

Erster Passauer Prozess um illegales Autorennen

Erstmals wird ein Passauer Richter einen Prozess zum neuen Strafparagrafen 315d fĂĽhren: illegales Kraftfahrzeugrennen.

Ein zur Tatzeit 18-jähriger Passauer Schüler und ein 29-jähriger Tätowierer aus dem Landkreis Deggendorf hatten sich laut Anklage im Januar vor einem Jahr auf der innerstädtischen Bundesstraße 85 in Passau-Hacklberg nach dem Ampelstart ein Kräftemessen geliefert. Der Jüngere verlor die Kontrolle über seine Sportlimousine und schleuderte in den Gegenverkehr. Drei zertrümmerte Autos, fünf Verletzte; den Unfallverursacher selbst traf es am schwersten.

Der Ă„ltere muss sich zudem wegen Unfallflucht und unterlassener Hilfeleistung verantworten.

Raserei mit fahrlässiger Körperverletzung kann neuerdings mit Gefängnis bis zu zehn Jahren bestraft werden. Der Bundestag hatte im Juni 2017 schärfere Gesetz für solche Verkehrsdelikte beschlossen. Die Verhandlung findet am letzten Donnerstag um Januar vor dem Jugendschöffengericht statt.

(Beitrag erschienen in BĂĽrgerblick Nr. 120, November 2018).

„Während der Wartezeit an der Ampel“ soll laut Pressemitteilung des Amtsgerichts der Jüngere immer wieder „provozierend“ zum Fahrer des benachbarten Fahrzeugs geblickt und „auf das Gaspedal gedrückt“ haben. Nach einem Vollgasstart seien beide mit einer Geschwindigkeit bis zu 155 km/h stadteinwärts gefahren. Dies hatten Gutachter aufgrund der Spuren am späteren Kollisionsort ermittelt.

Der Schüler hatte an der nächsten Kreuzung die Kontrolle über seinen Audi A5 verloren; die Räder verfingen sich am linken Randstein und das Fahrzeug hob über die Mittelinsel ab. Auf der Gegenfahrbahn kam es zur Kollision, in die zwei Fahrzeuge verwickelt worden sind. Die Pressesprecherin des Amtsgerichts zählt die Verletzungen der vier Betroffenen auf: eine Autofahrerin mit Schleudertrauma, Rippenbrüchen, Lungenquetschung und Brüchen an Schienbein und Wade; deren Beifahrerin, die kurzzeitig bewusstlos gewesen sei, mit Brüchen, Prellungen und Abschürfungen; die Männer im anderen Auto mit Prellungen, Schürfwunden und Rippenfraktur.

Der ältere Teilnehmer des Kräftemessens hatte mit seinem „Audi RS 4 Quattro“ den Unfallort verlassen ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Ein Augenzeuge hatte sich das Autokennzeichen gemerkt.

Für die Verhandlung, zu der neun Zeugen und ein Sachverständiger geladen sind, hat das Amtsgericht einen ganzen Verhandlungstag eingeplant.

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder