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Feuerwehrleute an der Unfallstelle des illegalen Autorennens: drei schwer beschädigte Autos, fünf Verletzte. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Zwei Angeklagte, fĂŒnf Verletzte

Erster Passauer Prozess um illegales Autorennen

Erstmals wird ein Passauer Richter einen Prozess zum neuen Strafparagrafen 315d fĂŒhren: illegales Kraftfahrzeugrennen.

Ein zur Tatzeit 18-jĂ€hriger Passauer SchĂŒler und ein 29-jĂ€hriger TĂ€towierer aus dem Landkreis Deggendorf hatten sich laut Anklage im Januar vor einem Jahr auf der innerstĂ€dtischen Bundesstraße 85 in Passau-Hacklberg nach dem Ampelstart ein KrĂ€ftemessen geliefert. Der JĂŒngere verlor die Kontrolle ĂŒber seine Sportlimousine und schleuderte in den Gegenverkehr. Drei zertrĂŒmmerte Autos, fĂŒnf Verletzte; den Unfallverursacher selbst traf es am schwersten.

Der Ältere muss sich zudem wegen Unfallflucht und unterlassener Hilfeleistung verantworten.

Raserei mit fahrlĂ€ssiger Körperverletzung kann neuerdings mit GefĂ€ngnis bis zu zehn Jahren bestraft werden. Der Bundestag hatte im Juni 2017 schĂ€rfere Gesetz fĂŒr solche Verkehrsdelikte beschlossen. Die Verhandlung findet am letzten Donnerstag um Januar vor dem Jugendschöffengericht statt.

(Beitrag erschienen in BĂŒrgerblick Nr. 120, November 2018).

„WĂ€hrend der Wartezeit an der Ampel“ soll laut Pressemitteilung des Amtsgerichts der JĂŒngere immer wieder „provozierend“ zum Fahrer des benachbarten Fahrzeugs geblickt und „auf das Gaspedal gedrĂŒckt“ haben. Nach einem Vollgasstart seien beide mit einer Geschwindigkeit bis zu 155 km/h stadteinwĂ€rts gefahren. Dies hatten Gutachter aufgrund der Spuren am spĂ€teren Kollisionsort ermittelt.

Der SchĂŒler hatte an der nĂ€chsten Kreuzung die Kontrolle ĂŒber seinen Audi A5 verloren; die RĂ€der verfingen sich am linken Randstein und das Fahrzeug hob ĂŒber die Mittelinsel ab. Auf der Gegenfahrbahn kam es zur Kollision, in die zwei Fahrzeuge verwickelt worden sind. Die Pressesprecherin des Amtsgerichts zĂ€hlt die Verletzungen der vier Betroffenen auf: eine Autofahrerin mit Schleudertrauma, RippenbrĂŒchen, Lungenquetschung und BrĂŒchen an Schienbein und Wade; deren Beifahrerin, die kurzzeitig bewusstlos gewesen sei, mit BrĂŒchen, Prellungen und AbschĂŒrfungen; die MĂ€nner im anderen Auto mit Prellungen, SchĂŒrfwunden und Rippenfraktur.

Der Ă€ltere Teilnehmer des KrĂ€ftemessens hatte mit seinem „Audi RS 4 Quattro“ den Unfallort verlassen ohne sich um die Verletzten zu kĂŒmmern. Ein Augenzeuge hatte sich das Autokennzeichen gemerkt.

FĂŒr die Verhandlung, zu der neun Zeugen und ein SachverstĂ€ndiger geladen sind, hat das Amtsgericht einen ganzen Verhandlungstag eingeplant.

 
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