Donnerstag, 20. Juni 2019
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Was war da los?

Passau: Straßenprügelei mit Bundespolizisten und Soldaten

Was ist wirklich passiert in einer Samstagnacht Mitte Dezember vor einer Diskothek im Neumarkt? 

Bundespolizisten und Soldaten sollen in eine blutige Prügelei gegen Ausländer verwickelt gewesen sein, schrieb das Massenwurfblatt „Am Sonntag“. Ein rassistischer Angriff, der verharmlost wird? Ein ausländerfeindlicher Hintergrund wird nach dem jetzigen Kenntnisstand von der Polizei verneint. 

Die Pressesprecherin der Polizeiinspektion erklärt dem Reporter, dass weder unter den fünf Verletzten, im Polizeijargon „Geschädigte“ genannt, noch unter den fünf Beschuldigten, also den mutmaßlichen Schlägern, sich Ausländer befinden würden. Es handele sich um zehn, durchwegs „deutsche Staatsbürger“. 

Hat ein Beobachter, den das Sonntagsblatt zitiert, bestimmte Beteiligte wegen ihres Aussehens als Ausländer angesehen? Es wäre eine Erklärung der widersprüchlichen Darstellungen. 

Nach einer verbalen Auseinandersetzung in der Diskothek „Go“ im Neumarkt, dessen Inhalt der Polizei bislang angeblich unbekannt ist, sind die Stänkerer von den Türstehern gegen 1.20 Uhr aus dem Lokal verwiesen worden. Am Ende der anschließenden Prügelei auf der Straße ist der am schwersten Verletzte, Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma nach einem Schlag gegen den Kopf, zur stationären Behandlung ins Klinikum eingeliefert worden; hierbei soll es sich um einen Bundespolizisten handeln; vier weitere Verletzte hat die Polizei erfasst, davon haben sich drei ambulant behandeln lassen. 

Es habe laut Augenzeugen auch Fußtritte gegen am Boden Liegende gegeben, bestätigt die Sprecherin. Sie könnten zu den Blutspritzern auf dem Pflaster geführt haben, welche das Sonntagsblatt zeigte. Ein Unbeteiligter hat auf der Straße mit dem Handy eine Sequenz der Prügelei gefilmt, welche er der Polizei zur Verfügung stellte. Die Aufnahmen seien relativ dunkel, aber aufschlussreich. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen.

Bei den genannten fünf Verletzten im Alter von 18 bis 31 Jahren soll es sich um zwei Bundespolizisten handeln, die in Nordrhein-Westfalen stationiert sind; um zwei Soldaten und einen weiteren Beteiligten aus Stadt und Landkreis Passau.

Von den fünf Beschuldigten sind namentlich zwei bekannt, einer davon ein Bundespolizist; die anderen drei sind offenbar geflüchtet und werden gesucht. Unter ihnen soll sich der Tatverdächtige befinden, der mit Fußtritten den am Boden Liegenden traktierte. 

„Die Zahl der Beschuldigten könnte sich erhöhen, wenn beispielsweise Gegenanzeigen gestellt werden“, erklärte Sprecherin. Dass sich Angreifer und Angegriffene nach einer Auseinandersetzung gegenseitig anzeigen, sei durchaus üblich.

Wenn die Befragungen und Vernehmungen der rund zwei Dutzend Zeugen und Beteiligten abgeschlossen, die flüchtigen Tatverdächtigen ermittelt sind, werde die Öffentlichkeit mit einem zusammenfassenden Bericht informiert, sagt die Pressesprecherin. Sie hält es nach Rücksprache mit dem Sachbearbeiter für sehr unwahrscheinlich, dass ein ausländerfeindliches Motiv Ursache für die blutige Auseinandersetzung am 15. Dezember gewesen ist.

Der Betreiber der Diskothek, der selbst nicht anwesend war, äußert die Vermutung, dass die aus dem Lokal verwiesenen Stänkerer sich auf der Straße mit Leuten geprügelt haben, die in keinem Zusammenhang mit dem Vorgeschehen im Klub stehen.

 
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