Montag, 16. September 2019
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Der Rettungshubschrauber landete nahe der Römermauer (Jahnstraße) auf dem Sportplatz der Jahnturnhalle. (Foto: mediendenk)
Was war da los?

Hubschrauber landet im Stadtgebiet

Passau - Ein Rettungshubschrauber, der mitten in der westlichen Innstadt landete, hat am Sonntagnachmittag die FriedhofsgÀnger und Flaneure aufgeschreckt. Was war passiert?

„FĂŒr uns ein ganz gewöhnlicher Vorgang“, sagt ein Vertreter der Rettungsleitstelle auf Anfrage. Im Notfall werde immer der nĂ€chstmögliche Notarzt herbeigeholt. Am Passauer Klinikum war - wahrscheinlich wegen parallellaufender EinsĂ€tze - fĂŒr einen hĂ€uslichen Notfall kein Notarzt verfĂŒgbar. Deshalb wurde der Notarzt der Besatzung des bayerisch-österreichischen RettungshubschrauberstĂŒtzpunktes im 18 Kilometer entfernten Suben angefordert. Die Flugzeit dauert vier Minuten.

OrkanstÀrke bei Start und Landung
Es liegt in der Entscheidung der
Piloten, den nĂ€chstmöglichen sicheren Landeplatz am Einsatzort zu wĂ€hlen. Wo ist ausreichend Platz und besteht wenig Gefahr, lose GegenstĂ€nde aufzuwirbeln? Die Rotoren, Durchmesser von gut zehn Metern, bis zu 400 Umdrehungen pro Minute, erzeugen einen Wind von OrkanstĂ€rke. Umstehenden wird ein Sicherheitsabstand von 50 Metern empfohlen: MĂŒtzen, Schals oder Brillen festhalten, die Augen vor Sand und GrĂ€sern schĂŒtzen! Die grĂ¶ĂŸte Gefahr geht vom Luftsog des Heckmotors aus, der sich vier- bis fĂŒnfmal so schnell dreht wie der Hauptrotor.  Deshalb darf man sich niemals von hinten einem Hubschrauber nĂ€hern, auch wenn der Heckmotor, wie beim in Suben eingesetzten Rettungshubschraubertyp „H135“, ummantelt ist. Als wichtigste Regel gilt: Stets Sichtkontakt mit dem Piloten halten!

Ahornsamen kreiseln mit

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Der Rettungshubschrauber, Reisegeschwindigkeit 250 km/h, ist in vier Minuten in Passau. (Quelle: Maphub)
Am Sonntag um 15.10 Uhr hat der Pilot als Landeplatz den Sportplatz neben der Jahnturnhalle gewĂ€hlt. Bei seinem Tiefflug ĂŒber die Innstadtfriedhöfe ließ er die Menschen, die ihre GrĂ€ber fĂŒr Weihnachten schmĂŒckten, besorgt aufblicken. „Ist etwas Schlimmes passiert?“ Die BĂ€ume am Sportplatz wurden krĂ€ftig durchgeschĂŒttelt und ein ironisches Schauspiel der Natur setzte ein: AhornbĂ€ume, die das Hubschrauberprinzip erfunden haben, ließen ihre propellerartig geformten Samen langsam zu Boden kreiseln.

Spektakel fĂŒr Kinder und Erwachsene
Der herbeigeflogene Notarzt wurde von der Besatzung eines Rettungswagens, die am Feuerwehrhaus wartete, abgeholt. Er begleitete den Notfallpatienten ins Klinikum und wurde danach zum Hubschrauber zurĂŒckgefahren. Deshalb dauerte es eine Dreiviertelstunde, bis die tosende Maschine von der Innstadt wieder abhob. Kinder hielten ihre MĂŒtter an, um das Spektakel
von der Otto-Geyer-Straße bei der Innstadtschule aus, geschĂŒtzt hinter einer Hecke, zu verfolgen. "Einen Hubschrauberstart aus nĂ€chster NĂ€he erlebt man nicht oft", begeisterte sich ein Passant.

Im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet arbeiten die RettungskrĂ€fte eng zusammen. Hier existiert die Grenze tatsĂ€chlich nicht mehr. Der RettungshubschrauberstĂŒtzpunkt mit dem Rufnamen „Christopherus 3“ in Suben ist 2002 als zweistaatliches Novum eingerichtet worden. Die EinsĂ€tze werden auf bayerischer Seite von den Rettungsleitstellen Passau und auf österreichischer von der Rot-Kreuz-Leitstelle in Ried im Innkreis koordiniert. Im Sommerhalbjahr fliegen ÖAMTC-Piloten die österreichische Maschine, im Winterhalbjahr, ab 1. November, wenn die Österreicher ihren Hubschrauber wegen der Skisaison hĂ€ufiger benötigen, ĂŒbernehmen ADAC-Piloten mit ihrem FluggerĂ€t.

 
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