Montag, 10. Dezember 2018
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Lokalnachrichten >> Mittwoch, 28. November 18

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Der Saal 113 zu Beginn des Prozesses um Drogen, Körperverletzung und einen angeklagten Gastwirt: Anwalt der Nebenklage, aus Berlin angereist, und die Gerichtsschreiberinnen.
Gastwirt freigesprochen

Studentin klagt ĂŒber Drogenvergiftung nach Schokokuchen

Es wird wohl ungeklÀrt bleiben, wer einer jungen Jurastudentin im Sommer 2017 hinterhÀltig eine lebensgefÀhrliche Dosis Ecstasy verabreicht hat. Ein Passauer Gastwirt ist heute am Amtsgericht Passau als Angeklagter vom Vorwurf der gefÀhrlichen Körperverletzung freigesprochen worden.

„Im Zweifel fĂŒr den Angeklagten", begann der Amtsrichter seine UrteilsbegrĂŒndung. Sein Vorwurf gilt der Kriminalpolizei, welche aus nicht nachvollziehbaren GrĂŒnden Beweismittel, die Reste eines Schokokuchens, nicht gesichert hatte.

Eine toxikologische Gutachterin der Gerichtsmedizin MĂŒnchen fĂŒhrte aus, dass die Aufputschdroge angesichts der bekannten Zeitfolge von GetrĂ€nken und Speisen am wahrscheinlichsten mit einem Schokoladenkuchen eingenommen worden ist, den die Studentin eine halbe Stunde vor ihrem Zusammenbruch verzehrt hat. Sie war beim Angeklagten zu ihrem Geburtstag privat zu Kaffee und Kuchen eingeladen.   

Ihr Kreislaufzusammenbruch, begleitet von Schwindel, Zittern und SchweißausbrĂŒchen, hatte elf Stunden gedauert. Tags darauf besuchte sie das Klinikum, wo die Ärzte der Notaufnahme ihr erklĂ€rten, dass sie vor einem Bluttest die Polizei einschalten mĂŒsse, was sie dann auch tat.

Die StaatsanwĂ€ltin forderte in ihrem PlĂ€doyer, den Gastwirt zu verurteilen, da sie von seiner Schuld ĂŒberzeugt ist: Ein Jahr und sechs Monate auf BewĂ€hrung. Ob sie gegen das Urteil in Berufung geht, wird sich in den nĂ€chsten Tagen zeigen.

Die Studentin hat nach dem Vorfall ihr Studium abgebrochen und Passau verlassen. Sie befindet sich bis heute in psychologischer Behandlung. Ein sexueller Übergriff hatte sich nicht nachweisen lassen. 

Nach dem Urteil brach die junge Frau in TrÀnen aus, denn jetzt haftet der Verdacht an ihr, dass sie sich die Drogen vor dem Kaffeenachmittag selbst eingeworfen hat.

Mehr ĂŒber das Prozessdrama, das sich ĂŒber fĂŒnf Stunden hinzog, in der Printausgabe.

 
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