Sonntag, 23. September 2018
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Das Meer am Unglückstag: Bild der Bugkamera des Kreuzfahrtschiffes Aida Luna.
Sprung von Bord?

Daniel Küblböck auf Kreuzfahrtschiff vermisst

Etwa 250 Kilometer nordöstlich von Bonavista, einer kanadischen Hafenstadt auf der Insel Neufundland, sind die Besatzungen des Kreuzfahrtschiffes Aida Luna und der Küstenwache im Nordatlantik auf der Suche nach einem Vermissten: Daniel Küblböck. Ein Augenzeuge hatte in den frühen Morgenstunden gesehen, dass sich ein Passagier ins Meer stürzte. Küblböcks Kabine ist leer.

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So präsentiert sich Daniel Küblböck auf seiner Internetseite.
Daniel Küblböck ist seit 15 Jahren Millionen von Fernsehzuschauern ein Begriff. Als niederbayerischer Bursche, aufgewachsen im Landkreis Passau, hatte er 2003 bei „Deutschland sucht den Superstar“ den dritten Platz belegt. Mit seiner schrägen, aber selbstbewussten Art hat er sich tiefer ins Gedächtnis der Zuschauer gebrannt als manch Erstplatzierter. 

Das Schiff mit dem Kussmund, 250 Meter lang, 600 Bedienstete, 2.000 Passagiere, steuerte an den Unglücksort zurück. Die Luft- und Wassertemperatur liegt bei zehn Grad, der Wellengang auf dem Nordatlantik beträgt etwa einen Meter. Die Aida Luna hat ihre Fahrt von Hamburg nach New York unterbrochen. 

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Ein "himmlisches Schiff" preist der Veranstalter die Aida Luna an.
Auf dem europäischen Festland hatte die Nachricht von der mutmaßlichen Tragödie um den 33-jährigen Daniel Küblbeck als Erstes die Bildzeitung erreicht. Ein Passagier hatte die Redaktion informiert. Einem Münchner Bildzeitungsredakteur, der sich mit dem Fall beschäftigt, geht die Geschichte wohl persönlich nahe. Küblböck war in früheren Jahren ein guter Freund geworden, war Gast bei seiner Hochzeit.

Der Aida-Veranstalter erklärt in einer Pressemitteilung, dass ein Mann, zur Ortszeit 5 Uhr früh, von Deck 5 über Bord gesprungen sei. Ein Kabinencheck habe ergeben, dass Daniel Küblböck vermisst wird. Er hatte angeblich eine Einzelkabine gebucht. Das Schiff zählt 14 Decks, auf 5 befinden sich unter anderem die Rezeption und Internetstationen.

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Die Unglücksstelle im Atlantik vor der kanadischen Küste.
Warum sollte sich Küblböck ins Meer stürzen? Sein Lebenstraum, sich als Künstler zu verdingen, ist in Erfüllung gegangen. „Positive Energie“ ist seine Botschaft, mit dem ihn viele Fans verbinden. Aber: Eine Beziehung, die ihn erfüllte, hat er offenbar nie gefunden. Weder mit einer Frau noch mit einem Mann. Küblböck bezeichnete sich einmal selbst als bisexuell.  

„Im Moment studiere ich in Berlin Schauspiel und das Studentendasein inspiriert mich täglich“, schreibt er auf seiner zuletzt im August aktualisierten Webseite. Nach einer 70-jährigen Mäzenin aus Mallorca, die ihn vor sechs Jahren adoptierte, nennt er sich Kaiser-Küblböck.

Eine Faustregel besagt, wie lange es dauert, bis bei einem Schwimmer im kalten Wasser die Unterkühlung einsetzt: die Gradzahl der Wassertemperatur verdoppelt ergibt die Zahl der Minuten. Am Unglücksort beträgt die kritische Zeit demnach eine knappe halbe Stunde.

 
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