Sonntag, 23. September 2018
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Anklage wegen illegalen Autorennens: In den drei zerstörten Fahrzeugen sind im Januar auf der B85 in Passau-Hacklberg fünf Menschen verletzt worden, darunter der 18-jährige Unfallverursacher. (Foto: Tobias Köhler)
Nach Unfall mit f√ľnf Verletzten

Passau: Erstmals Anklage wegen illegalen Autorennens

Seit einem Jahr werden nach einem neuen Gesetz illegale Autorennen und r√ľcksichtsloses Rasen als Straftaten verfolgt. Nach einem Unfall im Stadtgebiet mit mehreren Verletzten hat die Passauer Staatsanwaltschaft erstmals Anklage wegene eines solchen Delikts gegen zwei junge M√§nner vor dem Jugendsch√∂ffengericht erhoben.

Ein Richter am Amtsgericht wird entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird. Der 18-jährige Julian K. soll sich mit der Sportlimousine seiner Mutter ein Kräftemessen mit einem 29-Jährigen Autofahrer geliefert haben. Sie standen an einem Januarabend auf der vierspurigen nördlichen Donauuferstraße stadteinwärts an einer roten Ampel. Beide in erster Reihe, beide dieselbe Automarke, beide PS-stark.

Am Ende der Beschleunigungsfahrt verlor der F√ľhrerscheinneuling die Kontrolle √ľber sein Fahrzeug. Der schwarze Audi A5 schleuderte √ľber die Mittelinsel hinweg in den Gegenverkehr. Dabei kam es zur Karambolage mit zwei Fahrzeugen, wobei der Unfallverursacher und vier unschuldig Beteiligte verletzt worden sind; eine 56-j√§hrige Autofahrerin und deren 8-j√§hrige Enkeltochter, ein 67-j√§hriger Autofahrer und sein 70-j√§hriger Beifahrer.

Die beiden Audi-Fahrer seien mit hoher Beschleunigung losgefahren, als die Ampel auf Gr√ľn sprang, hatte eine Augenzeugin der Polizei nach dem Unfall berichtet. Die Donauuferstra√üe, es handelt sich um die Bundesstra√üe 85, ist auf diesem innerst√§dtischen Abschnitt auf Tempo 50 beschr√§nkt.

Gutachter gehen davon aus, dass auf der 700 Meter langen Strecke Endgeschwindigkeiten von 180 oder mehr erreicht werden konnten. Die Sportlimousine des 18-J√§hrigen hatte sich um die eigene Achse gedreht, landete nach dem Zusammenprall mit abgerissenem Hinterrad auf einer h√∂her gelegenen B√∂schung.   

Der zweite Beteiligte der Raserei war weitergefahren und konnte ermittelt werden, weil sich ein Zeuge das Kennzeichen gemerkt hatte. Dieser Audi-Fahrer, der keine Angaben zur Sache machte, wird wohl ebenso auf der Anklagebank sitzen.

In Landshut ist im Juli ein 22-jähriger BMW-Fahrer zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden, weil er sich auf einem Parkplatz mit einem anderen BMW-Fahrer ein Kräftemessen geliefert hatte.

In Deggendorf pr√ľft die Staatsanwaltschaft derzeit, ob f√ľr einen t√∂dlichen Unfall auf einer Bergstrecke im Landkreis Regen ein Wettkampf zwischen einem Audi-TT-Fahrer (27, Bundespolizist) und einem Motorradfahrer (53) urs√§chlich war. 

In Rosenheim ist im Fr√ľhjahr nach einem t√∂dlichen √úberholman√∂ver ein Autofahrer zu zwei Jahren Gef√§ngnis verurteilt worden. Der Richter war dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, es habe sich um ein"illegales Autorennen" gehandelt, allerdings nicht gefolgt.

Illegale Autorennen sind vor der Gesetzes√§nderung als Ordnungswidrigkeiten geahndet worden. Der Versto√ü sei urspr√ľnglich darin gesehen worden, wie ein Staatsanwalt erkl√§rt, dass die Stra√üen dadurch unn√∂tig abgenutzt werden.

In Berlin wird gerade ein Mordprozess um ein t√∂dliches Autorennen neu aufgerollt.

hud

 
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