Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Lokalnachrichten >> Mittwoch, 25. Juli 18

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Spezialkräfte der Werksfeuerwehr Gendorf in Schutzanzügen arbeiten mit Passauer Feuerwehrleuten zusammen. Es gelang nach mehreren Stunden, das defekte Ventil am Kesseldruckwagen zu schließen. (Foto: Tobias Köhler)
Sechseinhalb Stunden Ausnahmezustand

Gasalarm: Zugverkehr ruht, B8 gesperrt

Ein explosives, giftiges Gas ist aus einem Kesselwagen am westlichen G√ľterbahnhof ausgetreten. Seit 5.30 Uhr war der Verkehr gro√ür√§umig gesperrt. Um 12 Uhr die Entwarnung: Das Ventil ist geschlossen!

Der Zugverkehr stand still und die Bundesstra√üe 8 war gesperrt. Der morgendliche Berufsverkehr war zusammengebrochen. Das Gel√§nde am Winterhafen Racklau und der dortige Wohnmobilparkplatz sind evakuiert worden. Mit den steigenden Temperaturen und in der prallen Sonne auf dem Bahngel√§nde hatten sich die Strapazen f√ľr die Eins√§tzkr√§fte erh√∂ht, die schweren Atemschutz und Chemieschutzanz√ľge tragen mussten. Zudem stieg in der Hitze die Explosionsgefahr. 

Passauer Feuerwehren waren mit 60 Kräften im Einsatz. Das Leck abzudichten, gelang zunächst nicht. Es handelt sich um ein defektes Schiebeventil in einem armdicken Rohr.

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Feuerwehrleute von Schalding rechts der Donau halten sich mit ihrem L√∂schwagen f√ľr den Ernstfall mit der Hochdruckwasserlanze bereit. (Foto: Tobias K√∂hler)
F√ľr Berufspendler und Reisende hat die Bahn am Hauptbahnhof Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis organisiert. Z√ľge Richtung Westen fuhren erst ab Vilshofen.

Ein Bahnmitarbeiter hatte beim Kontrollgang am Morgen den Gasgeruch festgestellt.  

Das Leck sei minimal, aber der Austritt lasse sich nicht stoppen, erkl√§rte am fr√ľhen Morgen ein Einsatzleiter der Feuerwehr. Spezialisten aus dem Chemiedreieck Burghausen wurden alarmiert. Sie arbeiteten mehrere Stunden daran, das Ventil zu reparieren. Sie wechselten sich mehrfach ab, arbeiten mit den Passauer Feuerwehrleuten zusammen.  Die letzte M√∂glichkeit w√§re aufw√§ndig gewesen: Die Ladung in einen Ersatzkesselwagen umpumpen.

Die Feuerwehrleute, die nicht unmittelbar mit der Reparatur besch√§ftigt waren, hielten sich hinter einem nat√ľrlichen Erdwall auf, damit sie im Fall einer Explosion gesch√ľtzt w√§ren. Die Kesselwagen geh√∂ren zum Unternehmen "GATX Rail", das in Europa eine Flotte von  mehr als 23.000 Kessel- und G√ľterwagen h√§lt. Der Zug kam aus √Ėsterreich.

Explosives, giftiges Gas

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Die √úbersichtskarte: Einsatzort, Sperrungen, Hafen, Campingplatz.
Es handelt sich laut Stoffnummer "1077" am Kesselwagenschild um Propen. Das verfl√ľssigte Gas bildet mit Luft explosive Gemische. Es entwickelt giftige und reizende D√§mpfe, die Gefahr steigt bei Erw√§rmung. Die steigende Lufttemperatur am heutigen Morgen, es wird der hei√üeste Tag des Jahres erwartet, versch√§rft m√∂glicherweise die Lage.

Die Feuerwehr war in der Umgebung mit Gasmesstrupps unterwegs, welche die Ausbreitung kontrollieren. "Das Gas kann unsichtbar sein, in Kanalisation und Kellerr√§ume eindringen", hei√üt es in den Gefahrenhinweisen. Es f√ľhre ohne Wahrnehmung zum Ersticken. Aus Sicherheitsgr√ľnden ist ein Gebiet im Radius von 300 Metern abgeriegelt worden. Die Stromleitungen der Bahnstrecke sind abgeschaltet worden.

Campingplatz evakuiert
Im Norden des Gefahrengebietes liegt die Donau mit Winterhafen und einem Parkgel√§nde f√ľr Wohnmobile. Da das Gas schwerer wiegt als Luft, waren besonders diese tiefer liegenden Gebiete gef√§hrdet. Die Touristen auf dem Caravanplatz wurden aufgefordert, das Gel√§nde zu r√§umen. Laut dem Einsatzleiter der Bundespolizei betraf die Evakuierung 20 Fahrzeuge.

Kreuzfahrtschiff muss Hafen verlassen
Gesperrt ist auch der Winterhafen, der vom Betreiber "Bayernhafen" als Kreuzfahrtanlegestelle benutzt wird. Ein ukrainisches Fahrtgastschiff mit 150 Passagieren an Bord musste den Hafen verlassen. Der Schiffsverkehr auf der Donau sei nicht betroffen gewesen, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei.

Spezialfeuerwehr aus dem Chemiedreieck Burghausen
Wie finden die Einsatzkr√§fte bei einem solchen Unfall die richtigen Experten? Die Chemieunternehmen in Deutschland und √Ėsterreich unterhalten ein gemeinsames Informations- und Hilfleistungssystem. Dessen Datenbank wirft bei Eingabe der Postleitzahl des Ungl√ľcksorts und Nummer des Gefahrenstoffes die n√§chstgelegenen zust√§ndigen Spezialisten und Werksfeuerwehren aus. F√ľr Passau war dies heute die Werksfeuerwehr Gendorf im Burghauser Chemiedreieck. F√ľr die Anfahrt, etwa 90 Kilometer, ben√∂tigen die Experten etwa eineinhalb Stunden.

Verkehr bricht zusammen

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Polizeibeamte haben die Regensburger Straße, die Bundesstraße 8 Richtung Vilshofen, abgeriegelt.
Von Osten kommend war die Bundesstra√üe 8 ab der Schanzlbr√ľcke gesperrt, von Westen kommend ab der Kreuzung an der Unterf√ľhrung Stelzhamer Stra√üe. Der Verkehr aus und in Richtung Vilshofen musste auf die n√∂rdliche Donauseite ausweichen. "Der Verkehr ist stadteinw√§rts √ľberall zum Erliegen gekommen", hatte unser Fotograf gemeldet, der aufs Fahrrad umgestiegen ist.

In den letzten Wochen war es wegen lecker Kesselwagen mit Gefahrenstoffen immer wieder zu Feuerwehreins√§tzen gekommen. Passau ist der Grenzbahnhof f√ľr alle Bahnfracht aus Osteuropa.

 
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