Dienstag, 16. Oktober 2018
·
·

Meinung >> Montag, 23. Juli 18

bild_klein_0000014260.jpg
Ein Stadtbus und ein Sattelzug sind sich in der Kurve beim Granitpoller zu nahe gekommen. Ein Lotse hilft bei der Millimeterarbeit. (Leserfoto: Wimmer)
Innstadt blockiert

Stadtbus schmust mit Brummi

Der ungewöhnlich lange Mittagsstau von und in die Innstadt war heute GesprĂ€chsstoff. „Was war da los?“, wollte nach der Rathaussitzung eine Leserin von mir wissen. Ich musste passen. Als ich spĂ€ter mein elektronisches Postfach leerte, fand ich die Antwort.

„Deppenalarm“ hat der Absender wenig freundlich sein beigefĂŒgtes Foto beschriftet. Es zeigt die rote Zugmaschine eines Sattelzugs und einen blauen Bus der Stadtwerke, die sich in der engen S-Kurve am Kirchenplatz verhakt haben. Das Rangieren, das Vor und ZurĂŒck ohne Schrammen war wohl ein lĂ€ngeres Unterfangen.*

ZufĂ€llig hatte ich diesen Vormittag die Rathaussprecherin befragt, ob denn fĂŒr die Bewohner der Innstadt bald ein Befreiungsschlag in Aussicht sei. Wir sprachen ĂŒber die großen, langen Busse, die den konkurrierenden Kreuzfahrthafen in Engelhartszell bedienen und dummerweise nicht unter die Durchfahrtssperre fĂŒr Fahrzeuge ĂŒber 3,5 Tonnen fallen. Wir sprachen ĂŒber die Handvoll Unternehmer, die fĂŒr ihre Schwer- und Langfahrzeuge Ausnahmegenehmigungen besitzen. Zu den Privilegierten gehören ein Lkw-AnhĂ€ngerbauer, ein Langholztransporteur und offenbar auch ein Bauschuttrecycler mit Muldenkippern.

In der Schlucht der Mariahilfgasse belasten die höchsten Stickoxidwerte der Stadt Lunge und Atemwege. Begegnungen von Langfahrzeugen fĂŒhren immer wieder zur kurzfristigen Verkehrsblockaden. Angesichts der Abgasdebatte sollten die Ausnahmegenehmigungen fĂŒr den Schwerlastverkehr erneut auf den PrĂŒfstand gestellt werden, ebenso die Durchfahrtserlaubnis fĂŒr die Kreuzfahrttouristenbusse: Steht der Schutz der FußgĂ€nger, Radfahrer und Anwohner nicht höher als der Anspruch der Wirtschaft auf kurze Wege? Dass der Verkehr zĂŒgiger fließt wĂ€re ein Nebeneffekt, der den Autofahrern gefallen dĂŒrfte.

Es werde nach Lösungen gesucht, sagte die Rathaussprecherin. Sie erinnerte an die Pförtnerampel, die in einer der letzten Verkehrsausschusssitzungen der Ordnungsreferent angesprochen hatte und erwĂ€hnte, dass weitergehende DurchfahrtsbeschrĂ€nkungen geprĂŒft wĂŒrden. 

„Meine Frau steht am Ende der MarienbrĂŒcke“, klagte der Leser, der mir das "Deppenalarm"-Foto schickte. Zumindest der Stadtbusfahrer hĂ€tte wissen mĂŒssen, dass das nicht passt.

Stimmt. Die Stadtwerke mĂŒssen sich selbst an der Nase nehmen, weil sie auch ihre Gelenkbusse durch die InnstadtgĂ€sschen schicken. Der frĂŒhere Stadtwerkechef hatte mir mal erklĂ€rt, dass die Einsatzplaner keine Möglichkeit sĂ€hen, dies zu vermeiden. Den Busfahrern sei nicht zuzumuten, dass sie immer dieselbe Runde drehten. Man schicke sie deshalb auf große Fahrt durch verschiedene Stadtteile. Außerdem gebe es Stoßzeiten, zu denen diese Gelenkbusse auch in der Innstadt gut ausgelastet seien. Meine Meinung: Die BusfahrgĂ€ste wĂŒrden sich wahrscheinlich mehr ĂŒber kĂŒrzere Taktzeiten freuen.

Wie lange der Stadtbus mit dem ungarischen Sattelzug schmuste, hat der Leserreporter nicht mitgeteilt. 

*Nachtrag: Wie die Polizei mitteilt, hatte der 34-jĂ€hrige Lkw-Fahrer die fĂŒr ihn gesperrte Innstadt durchfahren und musste nach dem Zwischenfall eine Sicherheitsleistung hinterlegen. In der Engstelle am Kirchenplatz war das Ausweichmanöver fĂŒr beide Fahrzeuge nicht ohne Schrammen abgegangen. Der Lkw touchierte den Grantitpoller und der Stadtbus riss einen Metallpfosten aus der Verankerung.

hud

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder