Montag, 20. August 2018
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Meinung >> Samstag, 21. Juli 18

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Kunstnacht ist, wenn Laternenmasten ein farbenfrohes Strickkleid tragen (Archivfoto)
Kunstnachtnachlese

Danke an die Gastgeber!

Kunstschau und Klassentreffen, Steh- und Tanzparty, Menschengewusel wie im Nachtleben der Lissabonner Altstadt und LĂ€ssigkeit eines italienischen Dolce Vita. Die Passauer Kunstnacht fĂŒhlt sich fĂŒr jeden anders an und gibt allen vieles. Die laue Sommernacht hat sie gestern wieder zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen.

Die Passauer Altstadt ist ein WohlfĂŒhlort, ein buntes Wohnzimmer. NatĂŒrlich sah es nach der großen Party aus wie in jeder Partywohnung, wenn der letzte Gast gegangen ist. Der MĂŒll der Plastiktrinkbecher, die Ansammlungen von Bierflaschen, der Papierabfall der Imbissbuden. Die letzten GĂ€ste gingen gegen 2.30 Uhr nach Hause, als die Mitarbeiter vom Bauhof mit den AufrĂ€umarbeiten beschĂ€ftigt waren. Wir gehen davon aus, dass die Stadt ihre Arbeit fair bezahlt.

Das grĂ¶ĂŸte Dankeschön gilt den AltstĂ€dter BĂŒrgern, die uns geduldig und großzĂŒgig ihr Wohnzimmer ĂŒberlassen haben. Denn die Kunstnacht lebt vom Reiz ihres Schauplatzes, aufgeladen mit der KreativitĂ€t ihrer Akteure, den KĂŒnstlern, den Musikern, den Betreiber der Galerien, den Wirten.

Letztere konnten nicht klagen. Kellnerbrieftaschen fĂŒllten sich mit Geldscheinen und zu spĂ€ter Stunde ging da und dort das Wechselgeld aus. Es war amĂŒsant anzusehen zu vorgerĂŒckter Stunde. Die Alten gebĂ€rdeten sich wie die Jungen, zogen mit der Weinflasche in der Hand um die HĂ€user, einen kessen Spruch auf der Lippe, als stĂ€dtische OrdnungshĂŒter zum Zapfenstreich riefen, den Abbau der Bestuhlung und Tische anmahnten. Es folgte die Kontrollfahrt eines Streifenwagens der Bundespolizei, ob freie Fahrt tatsĂ€chlich wieder ĂŒberall gegeben ist. Meine Meinung: Eine Altstadt sollte im 21. Jahrhundert nicht mehr vorrangig den rollenden Auspuffrohren dienen, sondern den atmenden Menschen. 

Stur im Streifenwagen
Apropos Streifenwagen und rollende Auspuffrohre. Klar, PolizeiprĂ€senz soll Sicherheit und Ordnung garantieren, aber geht das nicht anders? Auf diese Szene blickten viele verstĂ€ndnislos: Eine Streifenwagenbesatzung bahnte sich den Weg zur Ortspitze und von dort ĂŒber den Innkai zurĂŒck; wohlgemerkt eine Uferpromenade, die laut Beschilderung ausschließlich FußgĂ€ngern vorbehalten ist. Sich hier an einem solchen Abend durch die Menschenmassen zu quetschen, das ist weder bĂŒrgernah noch vertrauenserweckend, sondern rĂŒcksichtslos und am ungesicherten Flussufer sogar gefĂ€hrlich.

„Wenn es ein Einsatz gewesen wĂ€re, mit eingeschaltetem Blaulicht, dann hĂ€tte man das verstanden“, erzĂ€hlt ein Beobachter. Warum keine Fußstreifen? Wo waren die Fahrradpolizisten? Ein Blickkontakt mit den BĂŒrgern ist allemal sympathischer als Uniformierte, die hinter Blech und Glas eines BMW sich durch die Menge schieben.

 
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