Montag, 10. Dezember 2018
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Lokalnachrichten >> Dienstag, 12. Juni 18

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Regensburger Justizbeamte bringen die Angeklagte durch die Gasse hinter dem Dom zum Landgericht. Verteidiger Sebastian Kahlert ist ihr mit einem Aktenordner entgegengeeilt, damit sie ihr Gesicht verdecken kann. (Foto: Tobias Köhler)
Prozess um versuchten Ehegattenmord

Von Liebe, Gift und L√ľge

Vor dem Passauer Landgericht hat ein Prozess wegen versuchten Ehegattenmordes begonnen.

Angeklagt ist eine 50-j√§hrige Ehefrau aus Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau), die laut Anklage ihren Mann vergiften wollte. Sie soll ihm blutverd√ľnnende Tabletten in Essen und Trinken gemischt haben. Er kam mit lebensgef√§hrlichen Blutungen in die Klinik. Die √Ąrzte hatten ihn retten k√∂nnen.

Die Staatsanwaltschaft Passau wirft der Angeklagten vor, sie sei ihres 17 Jahre √§lteren Ehemannes √ľberdr√ľssig geworden und habe sich ihrem Geliebten, ihrem gleichaltrigen Chef, zuwenden wollen.

Neun Verhandlungstermine bis Ende Juli sind geplant, 27 Zeugen aufgerufen.

L√ľgengeschichte vom Selbstmordversuch

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Ermittlungsakten in Zeiten der digitalen Auswertung durch die Kripo: mehr als 10.000 SMS-Nachrichten und Rechnerprotokolle sind ausgewertet worden. (Foto: Tobias Köhler)
Die Angeklagte sitzt seit neun Monaten im Regensburger Frauengef√§ngnis in Untersuchungshaft. Sie hat sich als raffinierte L√ľgnerin gezeigt. Nach Studie der Ermittlungsakte hatte sie im vergangenen Herbst versucht, mit einer erfundenen Geschichte die Justiz zu beeindrucken und gn√§dig zu stimmen: Sie habe vergifteten Tee damals f√ľr sich selbst vorbereitet, um aus dem Leben zu scheiden. Dabei sei ein Missgeschick passiert. Der Ehemann best√§tigte diese Version, offensichtlich um ihr beizustehen. Im M√§rz diesen Jahres hat sie diese Aussage widerrufen. Jetzt vor Gericht erz√§hlte sie "die Wahrheit".

Die Antwort auf die wichtigste Frage, wie das Gift, der Wirkstoff des blutverd√ľnnenden Medikaments "Marcumar", in den K√∂rper des Ehemanns gelangte, bleibt auch nach dem ersten Prozesstag offen.

Zwischen zwei Männern

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Umlagert von Fotoreportern und Kameraleuten: die Angeklagte auf der Anklagebank im Saal 40 des Passauer Landgerichts. (Foto: Tobias Köhler)
In einer dreist√ľndigen Einlassung schilderte die Angeklagte ihr Leben zwischen den zwei unterschiedlichen M√§nnern, dem pensionierten Lehrer und dem wohlhabenden Versicherungsagenten, warum sie den einen nicht verlieren wollte und vom anderen nicht lassen konnte; sie sprach von einem "unl√∂sbaren Dilemma". Sie betonte ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirche und in der Fl√ľchtlingshilfe. Um sich in gutes Licht zu stellen? Wer ihren Schilderungen glaubt, sucht vergeblich nach einem Motiv.

√Ąrzte in f√ľnf St√§dten konsultiert
Eine Regensburger Medizinerin hatte bei der Untersuchung des Patienten den Verdacht gesch√∂pft, dass es sich um eine Giftattacke handelt und die Kripo eingeschaltet. Zuvor hatte dieser √Ąrzte in Waldkirchen, Freyung, Deggendorf und Passau besucht und mit seinem Krankheitsbild R√§tsel aufgegeben.

Herzpatientin bestohlen?
Eine Schl√ľsselfigur in diesem Kriminalfall spielt eine herzkranke afghanische Fl√ľchtlingsmutter, die mit "Marcumar" behandelt wird. Die Frau wurde von der angeklagten Fl√ľchtlingshelferin betreut und es gibt Hinweise, dass sie von deren Medikamenten Tabletten abgezweigt hat.

 
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