Donnerstag, 19. Juli 2018
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Meinung >> Donnerstag, 05. April 18

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Bäuerlicher Innenhof mit Steingrand
Gidibauer

Kochkunst und Landromantik

Ausgetretenes Granitpflaster f├╝hrt uns in den ├╝ber 250 Jahre alten Hof mit dem Restaurant Gidibauer in Hauzenberg.

Wasser pl├Ątschert in einen Steinbrunnen, die Sonne steht hoch genug, um ├╝ber das s├╝dliche Ziegeldach hinweg, auf die Terrasse zu scheinen. Doch der Wind frischt auf, wir ziehen den Platz in der Gaststube vor. An alten Ahornholztischen sitzen die G├Ąste; in der Ecke ein Kachelofen mit dunkelgr├╝nen Fliesen und ├╝ber der Bank ein Herrgottswinkel. Bayerische Landromantik.

Als Aperitif nehmen wir ein Glas Sekt mit Holunder. Auf der Karte finden sich bayerische Hausmannskost sowie moderne Kreationen. Wir w├Ąhlen drei G├Ąnge. Wenn die Bedienung die Teller bringt, muss sie den Kopf einziehen, die T├╝rst├Âcke sind zu niedrig um aufrecht zu gehen. 

Der Loup de Mer ist gebettet auf Wassermelone und Kr├Ąuterpesto. Die Haut kross gebraten, das w├╝rzige Pesto vermischt sich mit der S├╝├če der Frucht. 

1996 verwandelte Alois Ertl, 41, den alten Granit-Vierseithof in ein Naturstein-Hotel mit Restaurant. Ihm war es wichtig, den Granit im Original zu erhalten, die Grundsubstanz unber├╝hrt zu lassen. Die 16 G├Ąstezimmer sind modern eingerichtet. Passend seine K├╝chenphilosophie: bodenst├Ąndig und regional, gespickt mit Elementen der Haute Cuisine.  

Als Hauptgang Ochsenbackerl in Rotweinso├če mit Pfifferling-Lauchstrudel und Gem├╝se. Die B├Ąckchen sind zart, haben kein Fett, Muskelfleisch vom Feinsten. Die Rotweinso├če harmoniert, der Lauchstrudel ist vielleicht einen Tick zu lasch gew├╝rzt.  

ÔÇ×Wenn es der Schlachtplan hergibt, stammt das Fleisch aus eigener AufzuchtÔÇť erz├Ąhlt Ertl. Ein Dutzend K├╝he, schottische Angus- und franz├Âsische Charolaisrinder, stehen im heimischen Stall.

Als s├╝├čes Ende ein Klassiker: Marillenkn├Âdel mit Vanillerahmeis. Ich werde nicht entt├Ąuscht. Das Rahmeis zerflie├čt neben dem warmen Quarkteigkn├Âdel, die Marille noch bissfest. Die Preise sind fair (Hauptgang ab 14 Euro), der Service freundlich, der Chefkoch ein bodenst├Ąndiger K├╝nstler. Eine klare Empfehlung.

Tobias Mayerhofer

Erschienen in Heft Nr. 108/ Sommer 2017

 
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