Freitag, 23. Februar 2018
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Lokalnachrichten >> Dienstag, 13. Februar 18

Politischer Aschermittwoch

Passau ohne Seehofer, Vilshofen mit SPD-Parteichef

Die CSU ohne Seehofer und die SPD quasi mit einem Überraschungsgast: Olaf Scholz, der Hamburger BĂŒrgermeister, erhielt vor wenigen Stunden das Update zum Parteivorsitzenden, nachdem Martin Schulz ĂŒberraschend seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt hatte. Beim Politischen Aschermittwoch in den DonaustĂ€dten werden in letzter Minute die Karten neu gemischt.

Hölzerne WirtshausstĂŒhle und weißblau karierte Tischdecken fĂŒr mehr HeimatgefĂŒhl. Der Politische Aschermittwoch in Passau stellt die CSU-Organisatoren nach Seehofer Absage vor neue Herausforderungen: Rednerlisten wurden umgestellt und Söders Redezeit verlĂ€ngert.

Den amtierenden bayerischen MinisterprĂ€sidenten hat die Grippe im Griff. Er musste deshalb fĂŒr morgen absagen. Vielleicht kommt ihm das nicht ungelegen: Es erspart ihm den letzten großen Passau-Auftritt mit seinem neuen "Freund" und designierten Nachfolger.

Zum geistigen AschermittwochsvorglĂŒhen treffen sich hohe FunktionĂ€re der beiden Volksparteien heute in Passau: unten im Neumarkt, in einer DonaugaststĂ€tte, die CSU mit Andreas Scheuer, dem möglichen neuen Verkehrsminister, und CSU-Parteivize Manfred Weber; in einem HochhauscafeÂŽ der Neuen Mitte die SPD. Hier sollten die Redner der SPD-Veranstaltung in Vilshofen am spĂ€ten Abend eintreffen, der Erste Hamburger BĂŒrgermeister Olaf Scholz, möglicher neuer Finanzminister und bis zur geplanten Wahl von Andrea Nahles am 22. April amtierender SPD-Parteichef, Bayerns SPD-Vizevorsitzende Natascha Kohnen.

Am spĂ€ten Nachmittag kam das GerĂŒcht auf, dass Sigmar Gabriel in die Passauer Runde stoßen soll. Über der kĂŒnftigen Rolle des Außenministers steht ein großes Fragezeichen.

Heute war SPD-PrĂ€sidiumssitzung. In der SPD kĂ€mpfen gerade viele Spitzengenossen um Spitzenpositionen. „Bei uns halte ich derzeit nichts mehr fĂŒr unmöglich“, sagt ein Parteimitglied. Scholz trifft voraussichtlich erst um 23 Uhr ein. Da war das BĂŒffet schon geplĂŒndert. Bei den Genossen muss zur Zeit jeder selbst schauen, wo er bleibt. Das mit Gabriel war reines GerĂŒcht.

Auch in anderen Passauer Lokalen trifft sich am Vorabend des Aschermittwochs illustres Publikum. Die Edelfedern der Politikredaktionen aus der ganzen Republik, von Bildzeitung bis taz, sind angereist und diskutieren die aktuelle politische Lage. Im Stiftskeller beispielsweise der selbsternannte “Bild-Unionsparteien- und Kanzlerinbetreuer” Ralf Schuler mit seinem MĂŒnchner Kollegen.

Scholz, Schulz, Gabriel, Nahles – in der SPD kann man in diesen Zeiten schon mal was durcheinander bringen.

 
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