Freitag, 25. Mai 2018
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Bayern >> Dienstag, 06. Februar 18

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Ein Feuerwehrfotograf hat im letzten Jahr festgehalten, was passieren kann, wenn sich Reisebusse und Caravangespanne in der Innstadt begegnen: Sie verkeilen sich und alles steht.
Bringt Maut mehr Autobahnfl├╝chtlinge?

Ampeln an der Staatsgrenze gegen Passauer Verkehrskollaps

Von der Gesundheit der B├╝rger war keine Rede. Nicht von Dieselabgasen, nicht von Stickoxiden. Das Passauer Rathaus sieht den Stadtteil am s├╝dlichen Innufer, die Innstadt, meistens nur unter einem Aspekt: Wie vermeidet man Stau? Heute hat der Leiter des Ordnungsamtes mit einer Horrorvision aufgewartet: M├Âglicherweise m├╝ssten irgendwann an den Grenz├╝berg├Ąngen Ampeln aufgestellt werden, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden. Die Durchfahrtsrechte f├╝r Reisebusse und Lkw ├╝ber 7,5 Tonnen zu beschr├Ąnken, w├Ąre aktuell eine Ma├čnahme, den Stadtteil zu entlasten.

Fernfahrer und Autofahrer, die den Einreisestau auf der A3 umgehen wollen, weichen seit den sogenannten Grenzkontrollen der Bundespolizei auf Schleichwege aus und belasten zus├Ątzlich umliegende D├Ârfer, aber auch die Passauer Innstadt, ein Verkehrsnadel├Âhr der Dreifl├╝ssestadt. Die Folgen sind noch dreckigere Luft, noch mehr L├Ąrm, aber auch mehr Staus, weil sich in den engen Gassen lange Fahrzeuge verkeilen. Sattelschlepper, Reisebusse, Lastz├╝ge, Caravangespanne.

Diese Autobahnfl├╝chtlinge k├Ânnten noch mehr werden, wenn zu den Kontrollen der Bundespolizei die Autobahnmaut kommt, warnte heute in der Sitzung f├╝r Stadtentwicklung der Leiter des Ordnungsamtes. Er hatte Zahlen der Verkehrsz├Ąhlungen von November des Vorjahres pr├Ąsentiert und diese mit Zahlen vom M├Ąrz 2013 verglichen. In der Gesamtschau sei das Verkehrsaufkommen in der Innstadt nahezu gleichgeblieben, etwa 18.000 Fahrzeuge pro Tag. Er musste zugeben, dass der gew├Ąhlte Monat November nicht gerade gl├╝cklich gew├Ąhlt worden sei.

November. Kein Reiseverkehr, keine Saison f├╝r Kreuzfahrttouristen oder Passau-Besucher, weniger Fahrzeuge insgesamt auf der Stra├če. Bekanntlich melden vor allem Sportwagen- und Cabriofahrer viele Fahrzeuge ├╝ber den Winter ab.

Jeder 5. Wagen ein Tanktourist

Sein Fazit des Vergleichs: Die Lkw unter 7,5 Tonnen h├Ątten zugenommen, wohl wegen der boomenden Wirtschaft, die Lkw ├╝ber 7,5 Tonnen seien etwas weniger geworden. Die Zahl der Tanktouristen, welche die Innstadt zur Durchfahrt benutzen, sei deutlich gestiegen. Von 80 Tanktouristen pro Stunde (2006) auf knapp 100 pro Stunde; insgesamt 3.600 Fahrten pro Tag w├Ąhrend der ├ľffnungszeiten (5 Uhr bis 23 Uhr), das entspricht einem Verkehrsaufkommen von drei Fahrzeugen im Minutentakt und 20 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens.

Die Erhebungen sind ├╝ber einen Zeitraum von zehn Stunden gemacht worden.

Durchfahrtsverbot f├╝r Reisebusse und Ausnahmegenehmigungen einziehen?

Zwei bis drei Reisebusse je Stunde wurden gez├Ąhlt, die wegen ihrer ├ťberl├Ąnge ebenfalls oft in den Kurven den Verkehr blockieren; es d├╝rften in den Sommermonaten ein Vielfaches mehr sein. ÔÇ×Man sieht sie manchmal in F├╝nferkolonnen fahrenÔÇť, erw├Ąhnte ein Stadtrat. Diese Verkehrsbelastung erzeugt ein vor allem ein Busunternehmer, welcher den Kreuzfahrttourismus eines donauabw├Ąrts gelegenen ├Âsterreichischen Dorfes bedient. Die ├ťberlegung, diesem die Durchfahrt zu verbieten, ihn auf den Umweg ├╝ber Landstra├če und Autobahn zu zwingen, ist laut angedacht worden; ebenso, die ausgegebenen Durchfahrtsrechte v├Âllig einzuziehen, beispielsweise f├╝r einen Anh├Ąngerbauer mit Sitz im benachbarten ├ľsterreich sowie einen Holzunternehmer mit Langholztransporten. Vier Passauer Betriebe und ein Unternehmen im benachbarten Grenzland sind derzeit noch Inhaber einer Ausnahmegenehmigung.

Zwei bis drei Lkw ├╝ber 7,5 Tonnen je Stunde haben nach Beobachtung der Z├Ąhler die Innstadt zur Durchfahrt benutzt, wahrscheinlich die H├Ąlfte ohne Genehmigung.

Um den Verkehr in der Innstadt im Fluss zu halten, ist vieles probiert und teilweise erfolgreich ge├Ąndert worden. Stra├čen, die f├╝r Gegenverkehr freigegeben waren, wurden zur Einbahnstra├če erkl├Ąrt und sp├Ąter in der Richtung umgedreht (Lederergasse). Eine Nebenstra├če wurde an einer bestimmten Einm├╝ndung zur vorfahrtsberechtigten Hauptstra├če hochgestuft und die Hauptstra├če abgewertet (Kapuzinerplatz). Eine sogenannte Pf├Ârtnerampel, die den Verkehr im beengten Zentrum der Innstadt koordiniert, hielt der Referent nicht f├╝r sinnvoll. Sie w├╝rde den Verkehrsfluss mehr verz├Âgern als beschleunigen, rechnete er vor.

Andere Ampeln dagegen, so f├╝hrte er aus, k├Ânnten die letzte Rettung sein, wenn die Autobahnmaut kommt und Ausweichrouten noch beliebter werden. Die Signalanlagen m├╝ssten dort aufgestellt werden, wo fr├╝her Schlagb├Ąume waren, an der Grenz├╝berg├Ąngen. Sie w├Ąren die einzige M├Âglichkeit, um die Innstadt vorm Verkehrskollaps zu retten. Von der Gefahr durch noch mehr Dieselabgase und dreckige Luft f├╝r Bewohner, Fu├čg├Ąnger und Radfahrer sprach er an dieser Stelle wieder nicht. Es liegt wohl daran, dass dieser Referent f├╝r Ordnung zust├Ąndig ist, nicht f├╝r Umwelt.

 
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