Dienstag, 23. Januar 2018
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Regionales >> Freitag, 12. Januar 18

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Im prunkvollen Rathaussaal lauschten 500 geladene Gäste der Passauer Gesellschaft den Neujahrsreden von Oberbürgermeister Dupper und Landrat Meyer sowie den Diözesanblechbläsern unter der Leitung von Michael Beck.
ZehnjÀhriges JubilÀum

"Groko Passau" bittet zum Neujahrsempfang

Der Hausherr hat viele Talente. Er kann Reden halten, welche die Zuhörer anpacken, wachrĂŒtteln, in optimistische Aufbruchsstimmung bringen. Er kennt sich am Zapfhahn aus und zeigt den Burschen an der SchĂ€nke, wie sich mit dem richtig eingestellten Druck die perfekte Schaumkrone ins Pilsglas zaubern lĂ€sst.

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Vier schwarze GlĂŒcksbringer mit Zylinder: Kaminkehrer Berthold Kraus, Andreas Probst, Thomas und Maximilian Uhl.
Beim Neujahrsempfang im Großen Rathaussaal fĂŒllt OberbĂŒrgermeister JĂŒrgen Dupper die Gastgeberrolle vollendet aus. GefĂŒhlt 500mal krĂ€ftiger HĂ€ndedruck, 500mal gewinnendes LĂ€cheln, 500mal eine persönliche Anmerkung, er scheint sie alle persönlich zu kennen.

Die GĂ€ste, die pĂŒnktlich um 17 Uhr eintreffen, stehen geduldig Schlange, die breite gotische Steintreppe hinab bis zum Portaleingang. Die MĂ€nnern meist im dunklen Zwirn, einige mit farbenfrohen Krawatten; die Frauen in Pumps und schicken KostĂŒmen, in knallroten die selbstbewussten. Oben im prunkvollen Saal erwartet sie das Empfangsquartett, die „Groko Passau“: das Ehepaar Uschi und JĂŒrgen Dupper und Landrat Franz Meyer mit Frau Rosmarie. Den gemeinsamen Neujahrsempfang in schwarz-roter Koalition richten die beiden Politiker heuer zum zehnten Mal aus; Duppers VorgĂ€nger Albert Zankl (CSU) hatte 2002 damit begonnen, dass Landrat und OberbĂŒrgermeister den Empfang gemeinsam ausrichten. Stadt und Landkreis wechseln sich beim Veranstaltungsort seitdem jĂ€hrlich ab.

Interessant ist bei solchen EmpfÀngen, wer sich an den Tisch des Hausherrn drÀngt, wer sich bewusst im Hintergrund hÀlt - und wer nicht kommt, obwohl er geladen ist.

„Es geht uns gut im Durchschnitt und im Weltmaßstab“, beginnt Dupper seine Rede wider Schwarzmaler und StĂ€nkerer. Wo Angst und Wut sich breitmache, Staatsverdrossenheit, da gelte es genauer hinzuschauen: „Ob da nicht wieder bloß der gute alte Rassismus und verblendeter Nationalismus dahintersteckt?“ Den Geschichtsvergessenen bringt er in Erinnerung, wohin Nationalismus fĂŒhrt: Rassismus, Krieg, Ausschwitz.

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Die 18 Stufen der gotischen Treppe zum Großen Rathaussaal. FĂŒr die GĂ€ste war der rote Teppich ausgerollt worden.
Zu den erbaulichen Dingen: Drei Milliarden Euro werden jĂ€hrlich in Passau erwirtschaftet. Die Geburtenrate steigt, die Arbeitslosenzahlen sinken auf Rekordtief; 25.000 Pendler kommen tĂ€glich in die Stadt zum Arbeiten, aber nur 5.000 mĂŒssen sie fĂŒr den Broterwerb verlassen – Zahlen, die der OberbĂŒrgermeister mit Stolz prĂ€sentiert.

Landrat Franz Meyer sorgt in seiner Rede fĂŒr Beifall und anschließende Diskussionen, als er auf einen Widerspruch in unserer Gesellschaft zeigt: „Wir können nicht ĂŒber den FachkrĂ€ftemangel jammern, aber so tun, als beginne der Mensch erst beim Akademiker.“

Ein bisschen Klatsch: Kulturmanager Till Hofmann (Eulenspiegel-Festival, Oide Dult) humpelte auf zwei KrĂŒcken durch den Saal, der rechte Fuß im Gipskorsett: gerissene Achillessehne. Seine Leidenschaft, der Fußball, hatte ihm die Verletzung beschert. 

Fotos/ Text: tm, hud

 

 
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