Dienstag, 23. Januar 2018
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Regionales >> Donnerstag, 11. Januar 18

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Gastredner beim Passauer CSU-Neujahrsempfang: Markus Söder, 51, auf dem Weg nach oben im Passauer Rathaus bei seinem letzten Besuch im Herbst 2016. (Photo: Bürgerblick)
Politischer Jahresauftakt

CSU trumpft auf, SPD bekämpft Frust, Grüne geben sich gutgelaunt

Die Passauer Lokalpolitiker laufen sich für den Landtagswahlkampf warm. Bei der SPD zerknitterte Gesichter nach einem internen Streit um Spitzenpositionen; bei den Grünen frische: Hier starten zwei junge Kandidaten, die bei der Basis volle Rückendeckung haben. Die CSU haut auf die Pauke und hat zum Neujahrsempfang den Nachfolger für den Ministerpräsidentenposten, Markus Söder, als Ehrengast verpflichtet.

Der bayerische Landesvorsitzende der Grünen, Eike Hallitzky, strotzt vor Optimismus, nicht nur wegen der Umfragen, welche die Grünen gerade im Aufwind sehen. „Junger, motivierter Widerstand gegen die Gefahren von Rechtsaußen und leidenschaftliche Kämpfer für Umwelt, Naturschutz und Humanität“, lobt er in einer Pressemitteilung seine Passauer Landtagskandidaten. Mit 100 Prozent Zustimmung waren für Passau-West und Passau-Ost Toni Schuberl, 34, und Matthias Weigl, 18, nominiert worden.

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Natur vor Zerstörung und Menschen vor Diskriminierung schützen: Tobi Schuberl, 34, und Matthias Weigl, 18, kandidieren für die Passauer Grünen bei der Landtagswahl. (PR-Foto: Grüne/ Schoyerer)
Schuberl, juristischer Mitarbeiter an der Universität Passau, ist seit 19 Jahren bei den Grünen aktiv und hat sich als Kreisrat profiliert. Er setzt sich gegen die Zerstörung der Heimat durch Flächenfraß ein. „Was man liebt, betoniert man nicht!“, zitierte er in seiner Rede Gerhard Polt. Weigl, ehemaliger Landesschülersprecher, hat sich nach der umstrittenen Abschiebung eines jungen Afghanen entschieden, in der Politik aktiv zu bleiben. Er wolle in einem Bayern leben, in dem alle Menschen den gleichen Wert haben, formuliert er seine Haltung.

Flisek war frustiert
Bei der Passauer SPD hat zuletzt der Streit um die Besetzung der beiden Wahlkreise das Thema beherrscht. Der langjährige Landtagsabgeordnete Bernhard Roos, 63, wehrte sich mit persönlichen Angriffen gegen den Berlin-Rückkehrer Christian Flisek, 43, der Passau im Bundestag vertreten hatte und bei der letzten Wahl seinen Posten verlor. Der Streit drehte sich um die Begehrlichkeit, wer welchen Wahlkreis zur Landtagswahl erhält. Der Wahlkreis Passau-Ost (Stadt Passau, östlicher Landkreis und Teile des Landkreises Freyung-Grafenau), den bis zuletzt Roos inne hatte, ist größer und attraktiver im Vergleich zu Passau-West (Vilshofen und westlicher Landkreis Passau). Letztendlich war Flisek durch die über die Medien geführte Auseinandersetzung so frustriert, dass er wie Roos der Politik den Rücken kehren wollte. Bei einer Versammlung des SPD-Unterbezirks hatten sie ihn wieder aufgerichtet und bestärkt, bei den Landtagswahlen anzutreten. Er hat sich umstimmen lassen.

Söder spricht beim CSU-Neujahrsempfang
Die Passauer CSU demonstriert, wer den besten Draht an Bayerns Spitze hat. Als Redner für den Neujahrsempfang hat Kreisvorsitzender Holm Putzke den designierten bayerischen Ministerpräsdenten Markus Söder gewonnen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und Landtagsabgeordneter Gerhard Waschler flankieren den Ehrengast als Redner. Die Veranstaltung findet am 27. Januar in den Räumen der Staatlichen Berufsschule am Fernsehturm statt.

Roos bleibt beim „Nein“
Sein Entschluss sei wie verkündet endgültig, er werde nicht mehr antreten, sagte SPD-Landtagsabgeordneter Bernhard Roos auf Nachfrage. „Ich bin dafür, dass jetzt Flisek kandidiert.“ Dieser sei „völlig erpicht“ darauf gewesen, seinen Wahlkreis zu übernehmen. „Ich mag meine Arbeit sehr gerne und werde mich bis zum letzten Tag engagieren“, lässt Roos durchklingen, wie schwer ihm der Abschied von der Politik fällt. Was die Koalitionsverhandlungen in Berlin anbelangt, bekennt er sich als klarer Gegner der Groko. Je näher man an die Basis komme, desto mehr sei diese Haltung vertreten, sagte er. Wer den Wahlkreis Passau-West übernimmt ist noch offen.

SPD-Generalsekretär Klingbeil kommt

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Gastredner bei der Jahresauftaktveranstaltung der SPD: der neue Generalsekretär Lars Klingbeil (39). (PR-Foto: SPD)
Hoch über Passau sollen am Samstag bei einer Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Aufschlag 2018“ die Sprünge im SPD-Haus wohl wieder gekittet werden. Man hat sich als Aushängeschild einen prominenten Gast geholt: der seit Dezember für den Erneuerungskurs der SPD stehende SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, ein 39-jähriger Niedersachse. Er wird für den Passau-Auftritt seine Parteigeschäfte in Berlin kurz beiseite legen. Flisek und Roos werden sich als Redner erstmals wieder eine Bühne teilen; aufs Podium treten auch SPD-Oberbürgermeister Jürgen Dupper und der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Winter. Die Veranstaltung im Gasthof "Vogl" ist öffentlich. „Meine Stimme der Vernunft“ lautet der SPD-Wahlwerbeslogan - und die erscheint zuallererst in den eigenen Reihen wichtig zu sein. Wenn die Luft dünner und Posten weniger werden, sind Konflikte vorprogrammiert.

In den aktuellen Umfragen (Bayern-Trend des BR-Magazins Kontrovers) der schneiden die Grünen mit 14 Prozent glänzend ab, die SPD liegt diesen knapp voraus mit 16; die CSU fällt weiter ab auf 40; die AfD konstant bei 10. Schwarz-Grün soll der Regierungsfavorit unter den bayerischen Wählern sein.

Das verspricht genug Gesprächsstoff für heute Abend: Zum Neujahrsempfang im Großen Passauer Rathaussaal haben Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Landrat Franz Meyer 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur eingeladen.

 
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