Montag, 18. Dezember 2017
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Bayern >> Mittwoch, 06. Dezember 17

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Das dürfte nach den bisherigen Spuren der Weg einer der beiden entlaufenen Wölfe aus dem Nationalparkgehege sein: Zwiesel - Passau - Linz.
Er mag Schafs- und HĂŒhnerfleisch

Gehegewolf auf Wanderschaft

Passau/ Zwiesel/ Linz - “Er kann sich ja schlecht eine Dose Ravioli im Supermarkt kaufen“, schreibt ein PNP-Leser. Einer der entlaufenen Gehegewölfe vom Nationalpark Bayerischer Wald stillt seinen Hunger notgedrungen mit Schafs- und HĂŒhnerfleisch stillt. Seine Mahlzeiten verraten den Weg seiner Wanderschaft.

Ein DNA-Schnelltest, der ĂŒber die Abstammung Auskunft gibt, ergab: Das Exemplar, das in Tiefenbach bei Passau ein Zwergschaf und in Bad Kreuzen bei Linz einen Hahn verspeist hat, stammt von den Karpatenwölfen ab. „Das könnte bedeuten, dass es einer von uns ist“, sagt Nationalpark-Pressesprecher Gregor Wolf. Das Wolfsrudel im Freigehege Ludwigsthal hat seine Vorfahren im Balkan.

Nachtrag: Das DNA-Endergebnis lieferte eine Woche spÀter, am 14. Dezember die BestÀtigung: Es ist einer der beiden Gehegewölfe.

Am 6. Oktober hatten Unbekannte das Wolfsgehege am „Haus der Wildnis“ geöffnet, sechs der neun Tiere waren entlaufen. Eines tötete ein Zug, zwei Gewehrkugeln der JĂ€ger und ein drittes ging in eine Lebendfalle. Unterwegs sind noch ein alter RĂŒde und ein drei Jahre alter Wolf. Einer der beiden dĂŒrfte derjenige sein, der sich auf Wanderschaft gen SĂŒdosten begab, als wollte er zurĂŒck zu seinen Wurzeln, in den Balkan.

Jede Mahlzeit wird zur Sensationsnachricht fĂŒr die Medien: Am 31. Oktober schnappte sich der Entlaufene in Tiefenbach bei Passau ein Zwergschaf, drei Wochen spĂ€ter im MĂŒhlviertel bei Linz, er mag wohl Abwechslung, einen Hahn. Im MĂŒhlviertel nĂ€herte er sich einem Bauernhof, wurde mit der Mistgabel vertrieben und ließ sich, so berichten österreichische Zeitungen, von einem alten JĂ€ger mehrmals fotografieren.

Die letzte Spur liegt also Luftlinie 150 Kilometer vom Freigehege in Ludwigsthal entfernt. In freier Wildbahn erstrecken sich die Reviere der Wölfe auf 250 Quadratkilometer.

Warum der Tiefenbacher SchafszĂŒchter dem Wolf nicht böse ist, lesen Sie in einer Reportage in unserer aktuellen Printausgabe, Winterheft Nr. 111.

 
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