Donnerstag, 19. Juli 2018
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Bayern >> Mittwoch, 06. Dezember 17

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Das dürfte nach den bisherigen Spuren der Weg einer der beiden entlaufenen Wölfe aus dem Nationalparkgehege sein: Zwiesel - Passau - Linz.
Er mag Schafs- und HĂĽhnerfleisch

Gehegewolf auf Wanderschaft

Passau/ Zwiesel/ Linz - “Er kann sich ja schlecht eine Dose Ravioli im Supermarkt kaufen“, schreibt ein PNP-Leser. Einer der entlaufenen Gehegewölfe vom Nationalpark Bayerischer Wald stillt seinen Hunger notgedrungen mit Schafs- und Hühnerfleisch stillt. Seine Mahlzeiten verraten den Weg seiner Wanderschaft.

Ein DNA-Schnelltest, der über die Abstammung Auskunft gibt, ergab: Das Exemplar, das in Tiefenbach bei Passau ein Zwergschaf und in Bad Kreuzen bei Linz einen Hahn verspeist hat, stammt von den Karpatenwölfen ab. „Das könnte bedeuten, dass es einer von uns ist“, sagt Nationalpark-Pressesprecher Gregor Wolf. Das Wolfsrudel im Freigehege Ludwigsthal hat seine Vorfahren im Balkan.

Nachtrag: Das DNA-Endergebnis lieferte eine Woche später, am 14. Dezember die Bestätigung: Es ist einer der beiden Gehegewölfe.

Am 6. Oktober hatten Unbekannte das Wolfsgehege am „Haus der Wildnis“ geöffnet, sechs der neun Tiere waren entlaufen. Eines tötete ein Zug, zwei Gewehrkugeln der Jäger und ein drittes ging in eine Lebendfalle. Unterwegs sind noch ein alter Rüde und ein drei Jahre alter Wolf. Einer der beiden dürfte derjenige sein, der sich auf Wanderschaft gen Südosten begab, als wollte er zurück zu seinen Wurzeln, in den Balkan.

Jede Mahlzeit wird zur Sensationsnachricht für die Medien: Am 31. Oktober schnappte sich der Entlaufene in Tiefenbach bei Passau ein Zwergschaf, drei Wochen später im Mühlviertel bei Linz, er mag wohl Abwechslung, einen Hahn. Im Mühlviertel näherte er sich einem Bauernhof, wurde mit der Mistgabel vertrieben und ließ sich, so berichten österreichische Zeitungen, von einem alten Jäger mehrmals fotografieren.

Die letzte Spur liegt also Luftlinie 150 Kilometer vom Freigehege in Ludwigsthal entfernt. In freier Wildbahn erstrecken sich die Reviere der Wölfe auf 250 Quadratkilometer.

Warum der Tiefenbacher Schafszüchter dem Wolf nicht böse ist, lesen Sie in einer Reportage in unserer aktuellen Printausgabe, Winterheft Nr. 111.

 
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