Montag, 18. Dezember 2017
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Aktion gegen "Überfüllung" der Uni: Absperrband und Plakate "Die Mensa ist geschlossen". (Quelle: LUKS)
Proteste gegen Raumnot und Bildungsmangel

Uni Passau: Hauptsache StĂŒhle?

Beginnen wir mit einer abgedroschenen, aber zutreffenden Phrase: Die Passauer UniversitĂ€t platzt aus allen NĂ€hten. Mit 7.800 Studentinnen und 4.800 Studenten ist die Höchstbelegung seit der GrĂŒndung 1978 erreicht. Es war eine Frage der Zeit, wie lange die Studierenden Raumnot und Bildungsmangel geduldig ertragen. Die ersten öffentlichen Proteste haben begonnen.

Mitglieder einer linken Studentengruppe sperrten mit rot-weiß-rotem Absperrband symbolisch die Mensa (130 PlĂ€tze). Der Speiseraum solle als zusĂ€tzlicher Hörsaal dienen, denn StĂŒhle gibt es hier genug, war die Botschaft dieser Aktion. „Wir haben die Uni-Pressesprecherin beim Wort genommen“, sagt Lukas Pukrop, der AnfĂŒhrer der Aktion. Am 21. November hatte diese in der Heimatzeitung einer „ÜberfĂŒllung“ widersprochen: Solange jeder einen Sitzplatz habe, könne man davon nicht sprechen. Die Aktivisten nennen ihre Kampagne, die bis Ende des Monats gehen wird, deshalb ironisch „Bachelor Of Chairs“ - als garantiere allein ein Sitzplatz den erfolgreichen Studienabschluss.

Angeblich haben auch Studentenvertretungen Proteste geplant. Der nĂ€chste symbolische Akt werde sein, eine Mauer des Audimax einzureißen, kĂŒndigt Pukrop fĂŒr seine Gruppe an. Sie besteht aus gut einem Dutzend aktiver Mitglieder, die sich "Luks" nennt: Liste der unabhĂ€ngigen kritischen Studenten.

In einer Pressemitteilung werden MĂ€ngel aufgezĂ€hlt: In Seminaren mit ĂŒber 40 Teilnehmern sei wissenschaftliches Arbeiten nicht möglich. Manche Seminare seien notgedrungen zu Vorlesungen erklĂ€rt worden, berichtet Pukrop. Andererseits hĂ€tten manche Studenten resigniert ihre Wunschseminare gestrichen. Sein Vorwurf geht an die UniversitĂ€tsleitung: Sie interessiere sich nicht fĂŒr die QualitĂ€t der Lehre, folge stattdessen einer profitorientierten Logik.

„Wie bei einem Konzert vor Einlassbeginn“ wĂŒrden sich "200 Studenten vor den HörsĂ€len drĂ€ngen", schreibt eine Autorin des Uni-Online-Magazins „Blank“. Bereits zu Vorlesungsbeginn seien 91 Veranstaltungen als "ĂŒberfĂŒllt" gemeldet worden.

Dieses Magazin hat in seiner gedruckten Oktoberausgabe berichtet, dass sich die UniversitĂ€t Passau bei einem weltweiten Ranking mit Halbwahrheiten schmĂŒckt. Bei der von einem Londoner Bildungsmagazin, einem Spross der Tageszeitung „The Times“ herausgegebenen Rangliste, leuchtet Passau unter den weltweiten Schlusslichtern bei der Betreuungsquote: Es besteht ein MissverhĂ€ltnis zwischen Lehrenden und Studierenden, ein Personalnotstand.

 
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