Montag, 20. November 2017
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Meinung >> Montag, 13. November 17

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Die Faust aus dem Fotofundus muss bei Polizeimeldungen mit Körperverletzung herhalten. (Bildschirmfoto: Pawo)
Die Faust gegen den Leser

Fünf Polizeieinsätze zur "Schlägernacht" hochdramatisiert

Als wir diese Polizeimeldungen lasen, konnten wir darauf wetten, dass die kostenlosen Massenblätter wieder so ein billiges Symbolbild zeigen werden: eine Faust, die auf den Betrachter zurast. Wette gewonnen.

„Was für eine Schläger-Nacht in Passau“, zeichnen Netzschreiberlinge in der Überschrift ein dramatisches Bild, als ob in Passau das Brutale sich breitmachen würde. Mit dieser Schlagzeile erschöpfte sich ihre Kreativität, denn danach folgt wortgetreu der trockene Text des diensthabenden Polizeihauptwachtmeisters, den Sie hier beim klickdurstigen Wochenblatt nachlesen können.

Tausende Nachtschwärmer, fünf Polizeieinsätze
12.600 Studentinnen und Studenten bevölkern die Stadt. Wenn nur jeder fünfte von ihnen am Wochenende ausgeht, sich ein paar Hundert Schüler und mehrere Hundert Bürger von Stadt und Land dazugesellen, dann sind an so einem Abend in und zwischen den Passauer Kneipen und Tanzwirtschaften locker 3.000 Menschen unterwegs. Aus dieser Perspektive sehen fünf Polizeieinsätze wenig besorgniserregend aus. 0,004 Prozent dieser geschätzten Nachtschwärmer, genau genommen elf, waren als Opfer oder Täter in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt.

Wenn nach 3 Uhr die Alkoholpegel steigen
Die Tatorte: um 5.40 Uhr am Eingang des Klubs „Go“ in der Kleinen Klingergasse, um 5.10 Uhr beim McDonald´s am Ludwigsplatz, um 3.30 Uhr vor der Kneipe „Soda“ am Schanzl und zur selben Zeit an der Shell-Tankstelle in der Nikolastraße; um 23.45 Uhr in der Fußgängerzone Ludwigsstraße, wo ein Unbekannter, der von zwei jungen Männern angerempelt worden war, diese mit Faustschlägen zu Boden streckte.

Ein falsches Wort, ein falscher Rempler, fast immer in Kombination mit Alkohol, hatten zu den Eskalationen geführt. Die gefassten Täter, die Fäuste und Flaschen benutzen, waren 18 bis 41 Jahre alt; nach zweien - Ludwigssstraße und Klub "Go" - wird noch gesucht.

 
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