Montag, 20. November 2017
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Bayern >> Freitag, 10. November 17

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Der Mordprozess um das Freyunger Verbrechen: Erstmals sind wegen des großen Publikumandrangs Platzkarten vergeben worden.
Freyunger Verbrechen

Mordangeklagter bittet beim Schlusswort um Pinkelpause

Am Montag in zwei Wochen wird das Passauer Schwurgericht sein Urteil im Freyunger Mordprozess verkĂŒnden.

Der Staatsanwalt und die AnwĂ€lte der Nebenklage, welche die Mutter, den Vater und das Kind der Getöteten vertreten, haben eine Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Sollte das Gericht zur Auffassung kommen, dass die Mordmerkmale, HeimtĂŒcke oder niedere BeweggrĂŒnde, nicht gegeben sind, möge es auf Totschlag in besonders schwerem Fall erkennen. Dieser ist im Strafmaß dem Mord gleichgesetzt: lebenslang.

Als der Vorsitzende Richter dem Angeklagten das Schlusswort erteilte, war dieser offenbar so aufgeregt, dass er, nachdem er den ersten Satz formuliert hatte, um Pause fĂŒr einen Toilettengang bat. Die Verteidiger reagierten entsetzt, der Richter menschlich: Die Unterbrechung sei kein Problem, wenn er danach wirklich mehr als einen Satz zu sagen habe. Es dĂŒrfte das erste Mal in der Justizgeschichte gewesen sein, dass sich das letzte Wort des Angeklagten derart hinausgezögert hat.

Um 13 Uhr hatte ein Passauer Strafrechtsprofessor seinen großen Auftritt. In einem mehr als einstĂŒndigen PlĂ€doyer erklĂ€rten er und sein Kollege, warum ihr Mandant kein Mörder ist. In der konfliktbeladenen Beziehung hĂ€tten sich beide Seiten nichts geschenkt, lautstarke Streits und Handgreiflichkeiten seien Alltag gewesen. Die Bluttat sei die Eskalation eines solchen Streits gewesen.

Mit mindestens zwölf massiven Messerstichen in Gesicht, Kopf und Hals hatte der zur Tatzeit 22-jÀhrige durchtrainierte Bursche aus Freyung in der Nacht auf 27. Oktober 2016 die zierliche Lisa H., 20, die Mutter seines Kindes, im Schlafzimmer erstochen. Das Paar hatte sich getrennt, lebte jedoch in einer gemeinsamen Wohnung.

Der kahlköpfige Angeklagte hatte am vorletzten Prozesstag seine kurze Sporthose gegen eine schwarze lange Trainingshose getauscht. Sein provokant zur Schau getragenes Tattoo auf der rechten Wade „Fick den Richter...“ blieb diesmal unsichtbar. 

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