Montag, 18. Dezember 2017
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Regionales >> Freitag, 01. Dezember 17

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Zahnradfabrik-Chef Klaus Geißdörfer, Wollmütze tief ins Gesicht gezogen, mit Frau und Kind, diskutiert nach dem Ortstermin der Stadträte auf dem aussichtsreichen Wiesengrundstück mit Architektin Katja Puls und einem Forumsmitglied. (Photo: Bürgerblick)
Rathaus-Telegramm

Haus in Traumlage: ZF-Chef darf zugreifen

Passau - Mit nur drei Gegenstimmen ist im Stadtratsausschuss fĂŒr Stadtentwicklung das Bauvorhaben des Passauer Industriemanagers Karl Geißdörfer in Traumlage hoch ĂŒber der Stadt auf den Weg gebracht worden.

Eine Anwohnerin, gebĂŒrtige Amerikanerin, hielt eine feurige Rede zu Landschafts-, Tier- und Umweltschutz, um den Wert solcher unberĂŒhrter Natur im Stadtgebiet zu unterstreichen. GenĂŒtzt hat es nichts. CSU- und SPD-Mitglieder lobten, dass der Bauherr sich mit seinem Haus so weit wie möglich ducken und dieses mit einer vorgesetzten Baumreihe kaschieren will.

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Ein drei Meter hoher Holzpfosten in die Erde gerammt, mit einer Warnweste umwickelt, soll den StadtrĂ€ten veranschaulichen, wie hoch das Dach der Garage wird. Wie hoch der Dachfirst des Hauses wird, war nicht markiert worden. (Foto: BĂŒrgerblick: Passau)
Die drei StadtrĂ€te der GrĂŒnen und ÖDP, vor der fortschreitenden Zerstörung des Stadtbilds warnend, sind klare Gegner des Projekts: Solche PrivathĂ€user dienten nicht wirklich dem Bedarf des Wohnungsmarktes.

Historiker Matthias Koopmann, Vertreter der „Passauer Liste“, nannte die Entscheidung "sehr schwierig". Er sah die Gefahr, dass man „ein Fass aufmacht, weitere Begehrlichkeiten weckt und einen Dammbruch auslöst“. Trotzdem stimmt er der weiteren Bauplanung zu.

Der Fall wird die StadtrÀte noch mehrmals beschÀftigen.

Finanzspritze fĂŒr Ilztalbahn
Der Ausschuss fĂŒr Stadtentwicklung und Verkehr beschloss einstimmig, die wegen eines Hangrutsches finanziell betroffene Ilztalbahn mit einem einmaligen Betrag von 50.000 Euro zu unterstĂŒtzen. Das BĂŒrgerengagement bei diesem Verkehrsprojekt sei beeindruckend. Der OberbĂŒrgermeister hoffte, dass die Bahn innerhalb der nĂ€chsten eineinhalb Jahre den Sprung in den geregelten Nahverkehr schafft. Der Innenminister zeige sich aufgeschlossen. Jetzt gelte es, dass die Kommunen der Region ein geschlossenes Signal geben. Ein Öko-Stadtrat merkte an, dass die Ilztalbahn erstmals die Straßen entlaste. Sie dient derzeit als Transportweg fĂŒr tausende Tonnen von Holz, das nach dem Windbruch aus dem Bayerischen Wald zum Passauer GĂŒterbahnhof verfrachtet wird.

Abschreckendes Bauprojekt

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ÖDP-Stadtrat Egon Greipl, mit Brille vertieft in die Unterlagen, und GrĂŒnen-Stadtrat Karl Synek, nach Wasser greifend, mussten sich bei der Abstimmung geschlagen geben. Sie waren als Kritiker in der Minderheit. (Photo: BĂŒrgerblick)
Ein Bebauungsplan, der offenbar seit 1999 nicht mehr angeĂ€ndert worden ist, und ein Investor, der mit der GrĂ¶ĂŸe seiner Wohnblöcke an die Ă€ußersten Grenzen ging, sorgte fĂŒr Unmut: In einem Neubaugebiet in Haidenhof-Nord, westlich der Vornholzstraße, ist die Straße so eng geworden, dass es fĂŒr einen FußgĂ€ngerweg knapp und fĂŒr einen Radweg ĂŒberhaupt nicht mehr reicht. Ein Negativbeispiel, das nie wieder vorkommen sollte, mahnte CSU-Stadtrat Haydn und ermunterte seine Kollegen zu einem nachtrĂ€glichen Ortstermin - zur Abschreckung.

Anmerkung der Redaktion: Leider nicht beantragt worden ist, dass sich die StadtrĂ€te zu einer mehrtĂ€gigen Rundreise durch Passau treffen, um alle Fehlplanungen und BausĂŒnden zu besichtigen, die mit ihrem Zutun in den letzten Jahrzehnten der LebensqualitĂ€t der BĂŒrgern und der Umwelt geschadet haben.

 
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