Dienstag, 16. Oktober 2018
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Der Stimmzettel des Wahlkreises Passau, den die Briefwähler bereits kennen. Von den sieben Direktkandidaten kennen viele Scheuer, einige Flisek, aber wer sind die anderen? (Photo: Tobias Köhler/ Bürgerblick)
Wen soll ich ankreuzen?

"Ich kenne fast keinen der Direktkandidaten"

Im Biergarten kommt eine junge Frau auf den Reporter zu. „Ich möchte dem grünen Direktkandidaten meine Stimme geben, aber verhindern, dass Schulz Kanzler wird. Was kreuze ich am besten an?"

„Hat Flisek nur eine Chance, wenn ich beide Stimmen der SPD gebe? Ihn persönlich würde ich gerne wieder im Bundestag sehen, von der SPD selbst halte ich nicht so viel“, sagt ein junger Kollege.

Auf „Jodel“, der Pinnwand im Netz der Studenten, herrscht auch Ratlosigkeit: „Ich bin in Passau geboren, aber ich kenne fast keinen der Direktkandidaten. Scheuer bloß von seinen Reden im „Adi-Style“, Flisek von seinen Plakaten“.

Politiker, welche die jungen Wähler, vor allem Studenten, erreichen wollen, bedienen sich solcher Plattformen wie "Jodel". FDP-Leitfigur Christian Lindner hat sich dort befragen lassen, am Donnerstag stellt sich SPD-Mann Christian Flisek ab 19 Uhr den Fragen der Jodelgemeinde, am Freitag ab 18.30 Uhr Andreas Scheuer.

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Im aktuellen Bürgerblick werden die sieben Direktkandidaten mit Kurzporträt und Standpunkten vorgestellt.
Zur Erststimme: Derjenige Direktkandidat aus dem Wahlkreis, der die relative Mehrheit hat, also mehr Stimmen auf sich vereint als die anderen, zieht als Gewinner automatisch in den Bundestag ein. Fast die Hälfte der rund 630 Bundestagsabgeordneten werden ĂĽber das Direktmandat gewählt. Rein theoretisch könnte der Passauer Ă–DP-Direktkandidat Andreas Seitz als Gewinner das Bundestagsmandat erhalten, obwohl seine Partei bis dato im Bundestag nicht vertreten ist. Apropos Ă–DP, eine Partei, die in Passau als drittstärkste Kraft im Rathaus sitzt: Als die "Passauer Neue Presse" die Direktkandidaten vorstellte, hatte sie den Ă–DP-Mann glatt vergessen.

Anderes Beispiel: Christian Flisek, SPD, könnte als Sieger der Erststimmen seinen Posten in Berlin behaupten, selbst wenn seine Partei schlecht abschneidet und er mit Listenplatz 21 keine Chance gehabt hätte. Aber all diese Spekulationen sind ziemlich unwahrscheinlich, denn in Passau steht ein Überflieger der CSU auf der Liste der lokalen Elite: Andreas Scheuer.

Wer die sieben Direktkandidaten nicht kennt, dem empfehlen wir neben der Google-Recherche im Netz unsere aktuelle Magazinausgabe „Die Glorreichen Sieben“. Zu jedem Kandidaten (CSU, SPD, ÖDP, AfD, Grüne, Linke) haben wir ein Kurzporträt veröffentlicht, deren politische Standpunkte zu sieben Themen abgefragt, vom lokalen Zündstoff „Nordtangente“, ein Verkehrsprojekt, bis zur Rentenpolitik.

„Ich habe Scheuer gewählt, aber die Zweitstimme den Grünen gegeben“, erzählt ein Passauer Geschäftsmann, der das Parteibuch der CSU besitzt. Schwarz-Grün sei als Regierung sein Favorit. Mit der Zweitstimme bestimmen die Wähler über die Mehrheitsverhältnisse im neuen Bundestag ab.

Ein Blick in den Bekannten- und Kollegenkreis zeigt, dass etwa die Hälfte dieser Beitrag überhaupt nicht interessieren wird. Sie haben per Briefwahl bereits gewählt. Der Anteil der Briefwähler scheint weiter zu steigen.

Aber es gibt auch den Anteil der BĂĽrger mit Politikfrust. „Ich finde mich in keiner Partei wieder, aber Nichtwähler möchte ich auch nicht sein“, sagt ein Landkreisbewohner um die 50. Er habe den Stimmzettel per Briefwahl angefordert, durchgestrichen und zurĂĽckgeschickt. Das sei seine Art des Protestes. Dies ist eine Erklärung, wie die etwa ein Prozent der ungĂĽltigen Stimmen zustande kommen. 

Ein Video (siehe unten) der Passauer Studenten zur Bundestagswahl mit der Vorstellung aller Kandidaten des Wahlkreises Passau (nur Andreas Scheuer hatte abgesagt) dauert zwei Stunden. Wo finde ich im Video die Direktkandidaten?

Ab 31.40 bis 50.25 min : Armin Sedlmayr (FDP) und Robert Schregle (AfD).
Ab 1.02.05 bis 1.23.05 h : Josef Ilsanker (Die Linke) und Boris Burkert (Die GrĂĽnen).
Ab 1.33.50 bis 1.50.00 h Christian Flisek (SPD) und als Scheuer-Vertreter der Bad Griesbacher Junge-Union-Chef Hans Kriegl.



 

 
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