Montag, 20. November 2017
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Thyrnauer Mordprozess

"Es hat gescheppert ohne Ende"

Passau/ Thyrnau - Er soll seine Frau „mein Eigentum“ genannt haben, sie mit dem Märchen eingeschüchtert haben, dass er Kontakte zur Mafia habe. Er lässt sich mit dem Rollstuhl in den Gerichtssaal fahren, obwohl seine Gehbehinderung vielleicht nur vorgetäuscht ist.

Zwölf Zeugen haben am zweiten Prozesstag ein denkbar schlechtes Bild von dem 45-jährigen Metzger gezeichnet, der auf der Anklagebank des Landgerichts Passau sitzt, weil er am Silvestermorgen seine Ex-Frau, Mutter von zwei Kindern, erstochen haben soll.

Der Vorsitzende Richter befragte die Vermieterin, die in Sichtweite wohnt und deren Hund immer anschlug, wenn der Bewegungsmelder nachts das Licht einschaltete, in der Tatnacht blieb der Hund stumm; den Makler, welcher der vierköpfigen Familie die Wohnung im zweiten Stock vermittelte, sich an den unflätigen Ton des Metzgers erinnern konnte, aber nicht an dessen Gehbehinderung, sein Gang sei nur "schwerfällig" gewesen; den Autohändler, bei welchem sich der Angeklagte zur Tatzeit einen Kleinwagen gemietet hatte, offenbar vorgebend, dass sein BMW in der Werkstatt sei; die Polizistin, bei welcher die später Ermorderte über ihre Ängste sprach und per Anzeige ein Kontaktverbot erwirkte.

„Es hat gescheppert ohne Ende“, beschreibt eine Nachbarin die konfliktbeladene Beziehung des Paares. Der Prozess wird fortgesetzt.

cz

 
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