Dienstag, 22. August 2017
·
·

Meinung >> Dienstag, 25. Juli 17

bild_klein_0000012219.jpg
"Wer bremst diesen Bauhai?", hatten wir im März gefragt. Jetzt bremst sich Mathias Düsterdick gerade selbst.
Der Bauhai vom Peschl-Areal

Düsterdick schmollt und droht

Der Bauspekulant schmollt und droht. Seine Rechnung ist nicht aufgegangen. Die Eckpfeiler, welche der Passauer Stadtrat für das Wohnbaugebiet auf dem ehemaligen Peschl-Brauereigelände gesetzt hat, wollen Grundstückskäufer Mathias Düsterdick und seine Partner nicht akzeptieren. Sie schickten der „Passauer Neue Presse“ am Nachmittag exklusiv eine Pressemitteilung, welche die Lokalredaktion morgen zum Topthema macht: Das 90-Millionen-Projekt sei auf Eis gelegt.

Oberbürgermeister Dupper sei schon am vergangenen Freitag telefonisch in Kenntnis gesetzt worden, berichtet Düsterdick der PNP. Man sei mit dem Inhalt des Bebauungsplanbeschlusses nicht einverstanden. Man störe sich an der Obergrenze der Wohnungen und der Mindestvorgabe für den sozialen Wohnungsbau.

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte vergangene Woche mit klarer Mehrheit den Bebauungsplan beschlossen: maximal 350 Wohnungen, mindestens 20 Prozent Sozialwohnungen, Nachweis bestimmter Grenzwerte für Immissionen und Verkehr. Bisher sei man von maximal 10 Prozent Sozialwohnungen ausgegangen, behaupten die Projektentwickler.

Über die Drohung Düsterdicks hatte Dupper die Stadträte bislang nicht informiert. Viele erfuhren es aus der Zeitung. Grünen-Stadtrat Kark Synek kommentiert: "Wenn der Markt entscheidet, was gebaut wird, wenn wir uns auf dieses Niveau begeben, haben wir verloren."

Düsterdick ist der Meinung, dass grundsätzlich der Markt entscheidet, wie die Zahl und Größe der Wohnungen letztendlich zu sein hat. Die von der Stadt gesetzte Obergrenze hat den Sinn, die Verkehrssituation in diesem Viertel nicht unnötig zu verschärfen. Möglicherweise gibt das Rathaus eine Stellungname ab.

 

Kommentar
Düsterdicks Drohgebärden

Mathias Düsterdick interessieren die Passauer Stadtentwicklung und deren Bedürfnisse einen feuchten Kehricht. Er gehört zu der Sorte von Menschen, die ihr Geld nicht mit anständiger Arbeit, sondern mit (Schein-)Erpressung und Spekulation verdienen. Die Erpressung sieht gerade so aus: Wenn Passau nicht kuscht, ist das Peschl-Projekt geplatzt. Die Wahrheit ist: Sein Profit steht auf dem Spiel. 

Die Projektentwickler gebärden sich in der Provinzstadt wie die Prinzen. Sie spannen die PNP für ihre Propaganda ein und lassen die Redakteure auf die Pauke hauen: Das Rathaus darf bis Mitte September zappeln, frühestens dann stehe man für neue Gespräche zur Fügung, lassen sie verkünden. Schönen Urlaub!

Eines seiner größten Projekte will Düsterdick übrigens in Hamburg durchziehen: 2.000 Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Holsten-Brauerei. Dort hält die Stadt das Zepter in der Hand. Beispielsweise gilt als unumstößliche Vorgabe: 33 Prozent sozialer Wohnungsbau. Und in Passau regt man sich bei 20 auf? 

Lassen wir Düsterdick in seinem Sandkasten schmollen, bis er sich wieder beruhigt hat. Wetten, dass er von selbst nachfrägt, ob er das Schäufelchen wieder in die Hand nehmen darf?

Hubert Jakob Denk

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder