Dienstag, 22. August 2017
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Regionales >> Montag, 24. Juli 17

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In der Erinnerungsecke "Universität" geht es um Wachstum und Widerstand: Oberbürgermeister Dupper begutachtet Bilder, dahinter Kulturreferent Forster und Museumsleiterin Buchhold. (Photo: mediendenk)
Oberhausmuseum

"Gro├če Geschichte in kleiner Nussschale"

Den Reiz einer neuen Schau auf Oberhaus macht aus, dass der gebotene Blick auf die j├╝ngere Passauer Geschichte ├╝berraschend und ungew├Âhnlich ist.

Museumsleiterin Stefanie Buchold, eine promovierte Historikerin, hat nach 15 Monaten Amtszeit ihr Passauer Deb├╝t abgeliefert. Zugute kommt ihr der unbefangene Blick auf die Wahlheimat und ihre wissenschaftliche Methodik: Sie rief die B├╝rger dazu auf, bei der Erstellung der Sammlung zu helfen: Welche Ereignisse haben sich in den letzten sieben Jahrzehnten ins Ged├Ąchtnis gebrannt, welche Dinge ber├╝hren die Herzen?

Etwa jedes zweite der rund 200 von B├╝rgern eingereichten Erinnerungsst├╝cke hat seinen Platz in der Schau gefunden: ein Begrenzungsstein von der Ilzer Uferstra├če aus der Zeit, als dieser Stadtteil noch ein flussnahes Fischerdorf war; der Ausweis des ersten Studenten, der sich an der Universit├Ąt eingeschrieben hat; die Fliegerbombe, ein Blindg├Ąnger, der zur gr├Â├čten Evakuierung der Nachkriegszeit f├╝hrte; zwei Thonetst├╝hle aus dem alten Scharfrichterhaus oder, das pers├Ânliche Lieblingsst├╝ck der Museumsleiterin, ein Aushang aus dem Herrenklo des in diesem Sommer abgerissenen Traditionswirtshauses "Apfelkoch".

In die Trilogie Umbr├╝che, Traditionen und Herausforderungen hat Buchhold den Rundgang gegliedert. Ein Dutzend Erinnerungsecken sind entstanden auf einer Fl├Ąche, die gerade mal f├╝nf Wohnzimmer misst, etwa 200 Quadratmeter. Mehr stand Platz steht auf der Burg offenbar nicht zur Verf├╝gung.

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Buchhold an der Erinnerungsecke "Bsch├╝ttbad": Haartrockner, Spiegel, Eintrittskarten. Rechts der Original-Proli-Schriftzug des Promenadekinos, links lugt ein alter Kinosessel ins Bild. (Photo: mediendenk)
Einer der mitwirkenden B├╝rger ist der Fotokabarettist Rudolf Klaffenb├Âck, der sein pers├Ânliches Erinnerungsst├╝ck an die Flutkatastrophe 2013 beigesteuert hat. Es zeigt, dass die Natur selbst in ihrer Zerst├Ârungskraft ein K├╝nstler ist, faszinierender jedenfalls als viele der menschgemachten Postflutbauten.

"Gro├če Geschichte in einer kleinen Nussschale", beschreibt Buchhold in ihrer Er├Âffnungsrede die Schau. "Passau von 1950 bis heute" l├Ąsst bei Altb├╝rgern alte Bilder lebendig werden, erweitert den Horizont von Neub├╝rgern und gibt Touristen einen Eindruck davon, was Passau jenseits von Stephansdom und Dreiflusseck so besonders macht.

├ľffnungszeiten: 20. Juli bis 16. November, 25. Dezember bis 6. Januar; Mo. -Fr. 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 18 Uhr. Eintritt 5 Euro, erm├Ą├čigt 4, Familienticket 10.

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hud

 
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