Dienstag, 22. August 2017
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Meinung >> Mittwoch, 19. Juli 17

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Seit Anfang April Dauerbaustelle: Die Sanierung der Hängebrücke wird sich wegen des schlechten Zustands tragender Teile bis in den Spätherbst hinziehen. (Photo: mediendenk)
Passauer Altstadt

Gesperrte Hängebrücke gibt Denkanstoß zur Verkehrsberuhigung

Wie kann Passau einen Schritt in die Zukunft gehen, den Stadtkern von Verbrennungsmotoren befreien, die Wohngebiete lebenswerter machen? In der Altstadt tut sich eine kleine Chance auf. 

Alle Fraktionen des Stadtrates - mit Ausnahme der CSU und eines AfD-Vertreters - haben heute an den Oberbürgermeister den Antrag gestellt, auf den Prüfstand zu stellen, ob die Hängebrücke nicht generell bevorzugt oder vielleicht sogar ausschließlich dem Fußgänger- und Radfahrerverkehr vorbehalten werden sollte.

Baustellensperre als Testphase
Wegen Generalsanierung ist diese Brücke, welche die Altstadt mit dem nördlichen Donauufer verbindet, seit knapp vier Monaten für den motorisierten Verkehr komplett gesperrt. Es hat sich gezeigt, dass dies zur Verkehrsberuhigung der Altstadt beiträgt, den anstrengenden Zubringerverkehr zu Schulbeginn und Schulende am Römerplatz vermeidet – und der Verkehr im Umfeld weitgehend reibungslos läuft. Die Hängebrücke wurde zudem von vielen Autofahrern missbraucht, um eine illegale Abkürzung zur Innseite der Altstadt zu nehmen.

Bloß keinem auf die Füße treten
Die Stadträte formulieren ihre Absicht sehr vorsichtig, denn sie wollen keine autofahrenden Anwohner der Altstadt oder autofahrende Pendler in die Altstadt verprellen, die verständlicherweise auf die kurze Verbindung zum Anger und zur Ilzstadt nicht verzichten wollen; zudem wollen sie keine Anwohner am Anger verärgern, die sich durch den lebhafteren Verkehr auf der nördlichen Donauuferstraße im Nachteil sehen könnten.

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Die Hängebrücke künftig für den motorisierten Verkehr einschränken oder sperren? Warum nicht: Der Verkehr zwischen den Stadtteilen nördlich und südlich der Donau fließt ohne sie relativ problemlos und die Altstadt atmet auf. (Photo: mediendenk)
Der Antrag liest sich wie folgt: „Die Verwaltung wird beauftragt, für die Zeit nach Fertigstellung der Hängebrückensanierung alternative Verkehrsführungen bzw. (einzelne) verkehrliche Maßnahmen/Änderungen im Umgriff zur Hängebrücke zu prüfen.

Die Initiative zum Antrag ging angeblich von den Freien Wählern aus. Sie werden im Stadtrat vertreten durch einen pensionierten Sportlehrer (ein leidenschaftlicher Radfahrer), einen Postboten (unterwegs mit Elektrolastwagen) und einen Polizeibeamten (setzt sich für Verkehrslösungen ein).

Kommentar
Autofahren in der Stadt darf unbequem sein

Wer mit einem Auspuff unterwegs ist, dem ist aus heutiger Sicht im Stadtgebiet jeder Umweg zuzumuten, wenn dies dem Schutz des Lebensraumes und der Gesundheit der Bürger dient. 

Die Benachteiligung des Autoverkehrs zugunsten der umweltfreundlichen Verkehrsmittel ist in Städten wie Kopenhagen zum Erfolg geworden: Die Bürger steigen dort mehrheitlich auf Fahrrad, E-Bikes oder Stadtbusse um, allerdings nicht deshalb, weil es umweltfreundlich oder gesünder wäre, sondern aus der simplen Erfahrung, dass sie so schneller ans Ziel gelangen.

Vielleicht täte eine klein bisschen Kopenhagener Denke auch der Dreiflüssestadt ganz gut tun. (Lesen sie dazu den aktuellen Bürgerblick, das Sommerheft am Kiosk). Im Nachhinein stellt sich meistens heraus, dass es sich gelohnt hat, den Aufschrei der Autofahrer auszuhalten. Es geht oft nur um alte Gewohnheiten und eingefahrene Wege.

Hubert Jakob Denk

 
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