Dienstag, 22. August 2017
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Bayern >> Dienstag, 18. Juli 17

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Im Saal 40 im zweiten Stocks des Landgerichts Passau, einem Prunkbau aus der Zeit der Fürstbischöfe, werden die schwersten Verbrechen der Region verhandelt. (Photo: mediendenk)
Zwei Mordfälle vor Gericht

Von verstoßenen Vätern, Hass und Tod

Morddelikte sind selten im sicheren Niederbayern. So gesehen ist dieser Sommer ungewöhnlich: Vor dem Landgericht Passau werden zwei Anklagen wegen Mordes verhandelt. Väter sollen die Mütter ihrer Kinder brutal und hinterhältig getötet haben.

Beide Fälle spielten sich Ende letzte Jahres nördlich der Donau ab, der eine in dem Bayerwaldstädtchen Freyung, der andere in dem Passauer Vorort Thyrnau.

  • In Freyung hatte eine Mutter die Leiche ihrer 20-jährigen Tochter in deren Wohnung in einem verschnürten blauen Müllsack hinter dem Ofen entdeckt. Von dem 18 Monate alten Enkelkind fehlte jede Spur. Wie sich später herausstellte, war der 23-jährige Vater mit dem Bübchen und dem Auto der Getöteten an die spanische Mittelmeerküste geflüchtet. Dort ist er am 19. November des Vorjahres, etwa drei Wochen nach der Bluttat, von einem Sonderkommando in einer Ferienwohnung verhaftet worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Sohn kam in die Obhut von Pflegeeltern. Zu den Tatvorwürfen schweigt er; er lässt sich von zwei Strafverteidigern, darunter ein Passauer Juraprofessor, vertreten.
     
  • In Thyrnau war am Silvestermorgen vor Tagesanbruch eine 40-jährige Mutter von zwei Kindern vor der Haustür mit einem tödlichen Bauchstich zusammengebrochen. Ihre beiden Töchter im schulpflichtigen Alter, die noch im Haus waren, wollen zur Tatzeit die Stimme Ihres Vaters gehört haben. Die Eltern hatten sich vor etwa einem halben Jahr getrennt. Ein Gericht hatte gegen den Vater ein Kontaktverbot ausgesprochen, weil er unter anderem in die Wohnung seiner Ex-Frau eingebrochen war. Der tatverdächtige 45-Jährige, ein gelernter Metzger, war noch am Tattag festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Tatwaffe ist nicht gefunden worden. Der Beschudligte bestreitet bis heute, zur Tatzeit in Thyrnau gewesen sein.

Die öffentlichen Gerichtsprozesse beginnen am 31. Juli (Mordfall Thyrnau) und am zweiten 22. August (Mordfall Freyung). Für beide Strafverfahren sind jeweils ein Dutzend Verhandlungstermine vorgesehen, jeweils mehr als 40 Zeugen geladen und eine Handvoll Sachverständiger.

Zum Freyunger Mordfall hat die Pressestelle des Landgerichts ungewöhnlich detailreich geschildert, wie das Mordopfer durch die wuchtig geführten Messerstiche im Hals und Kopfbereich zugerichtet worden ist. Die Bluttat spielte sich im Schlafzimmer ab. Als Motiv wird genannt, dass die junge Mutter eine neue Partnerschaft eingegangen war, dem Abgewiesenen seinen Sohn entziehen wollte. Auf der Nebenklagebank werden die Eltern der Getöteten mit ihrem Anwalt sitzen und offenbar ein weiterer Jurist, der den Halbwaisen vertritt.

 
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