Montag, 20. November 2017
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Bayern >> Freitag, 21. April 17

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Um 19.21 Uhr nimmt das Drama ein glückliches Ende: Vor den Augen der Feuerwehrleute, hockend Stadtbrandinspektor Dittlmann, klettert der mutmaßliche Dieb aus dem Kanalschacht. (Foto: Tobias Köhler)
F√ľnfst√ľndiges Drama

Dieb versteckt sich in Passauer Kanalisation

Ein gefl√ľchteter Dieb hat sich in der Passauer Kanalisation versteckt und stundenlang dem Zugriff der Polizei entzogen. ‚ÄěKomm, ich helfe Dir!‚Äú, motivierte ihn ein Feuerwehrmann zur Aufgabe, der in den engen Schacht hinuntergestiegen war.

‚ÄěEs geht nicht mehr um die Strafverfolgung, sondern um die Rettung einer Person‚Äú, sagte nach vier Stunden erfolgloser Suchaktion ein Polizeibeamter. Die Einsatzkr√§fte bef√ľrchteten, dass der Gefl√ľchtete m√∂glicherweise irgendwo im Untergrund feststeckt und sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann. In N√§sse und K√§lte drohten ihm Unterk√ľhlung. Die Lufttemperatur lag bei 10 Grad.

Die Polizei hatte Kanaltechniker angefordert, damit diese mit ihren Spezialkameras das Abwassersystem zwischen einem Kanalauslass zum Inn und der Siedlung am steil ansteigenden Fuchsbauerweg absuchten. Es gab Hinweise, dass sich der Gesuchte durch den Hauptschacht bewegt hatte. Aber mit den Kameras konnte er nicht gesichtet werden. Er versteckte sich vermutlich in einem der Nebenrohre, die einen Durchmesser von nur gut einen halben Meter haben. Irgendwann hatte eine der beiden Feuerwehrm√§nner, die mit Schmutzanz√ľgen und Atemschutzmasken in das Kanalsystem gestiegen waren, verd√§chtige Ger√§usche wahrgenommen.

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Feuerwehrm√§nner mit Atemschutzmasken und Einweganz√ľgen klettern in eine Kanal√∂ffnung im Fuchsbauerweg, um nach dem gefl√ľchteten Mann zu suchen. (Foto: Tobias K√∂hler)
Das Drama begann kurz vor 14 Uhr. Ein Hausbewohner, der gerade beim Aufbruch war, hatte f√ľr einen Moment seinen Reisekoffer unbeaufsichtigt vor der T√ľr stehen lassen. Er entdeckte den Dieb, dunkler Typ, aufgeschnallter Rucksack, mit dem Gep√§ckst√ľck und lief hinterher. Die Verfolgungsjagd ging hinunter zum Innufer. Ein Fischer, der Augenzeuge wurde, kam dem Bestohlenen zu Hilfe. Sie sahen, wie der Dieb am Flussstrand entlanglief, in ein Abwasserrohr kroch und verschwand. Die Polizei wurde alarmiert, sp√§ter 30 Feuerwehrleute hinzugezogen. Diese halfen, die Innstra√üe und den Fuchsbauerweg abzusperren und Kanaldeckel abzuheben.

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Zwei kleine Mädchen, an der Hand ihres Vaters, blicken neugierig in einen geöffneten Kanal. Sie wollen wissen, was es dort unten Spannendes zu sehen gibt. (Foto: Hubert Denk)
‚ÄěIch habe gesehen, wie er aus einem der ge√∂ffneten Kanaldeckel herausgeschaut hat‚Äú, erz√§hlt ein Polizeibeamter. Als der Gesuchte ihn erblickte, kroch er wieder zur√ľck. Seinen Rucksack hatte er an dieser Stelle wahrscheinlich wegen der Enge abgestreift und zur√ľckgelassen. Die Beamten konnten ihn sicherstellen. Hinweise auf die Identit√§t des Mannes fanden sich darin nicht.

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Widerstandslos und sichtlich mitgenommen l√§sst sich der 45-j√§hrige Mann, der aus Rum√§nien stammt, von den Passauer Polizeibeamten abf√ľhren. (Foto: Tobias K√∂hler)
Der Kanaldeckel, an welchem der Polizeibeamte den mutma√ülichen Dieb entdeckt hatte, liegt 200 Meter Schachtl√§nge vom Einstiegsloch am Ufer entfernt. F√ľnf Stunden nach seinem Verschwinden im Kanalsystem sollte an ebendieser Kanal√∂ffnung in der Stra√üe das Drama sein gl√ľckliches Ende nehmen. Ans Tageslicht kletterte ein Mann um die 40, dunkler Teint, sch√ľtteres schwarzes Haar, blaue Jacke, schwarze Hose. Der lange Aufenthalt in der √ľbel riechenden dunklen Tiefe hatte ihm wohl zugesetzt. Er lie√ü sich stumm und bereitwillig von den Polizeibeamten abf√ľhren. Diese reichten ihm eine Flasche Wasser und stellten ihre erste Frage: ‚ÄěHaben Sie Ausweispapiere dabei?‚Äú Der 45-j√§hrige Rum√§ne, laut Polizei ohne festen Wohnsitz, kam danach in die Obhut der √Ąrzte im Klinikum.

hud

Foto-Galerie: Tobias Köhler

Video: Die Minute, als sich der Gesuchte nach f√ľnf Stunden Versteckspiel in der Kanalisation entscheidet, wieder ans Tageslicht zu klettern. Ein Feuerwehrmann hatte ihm auf Deutsch und Englisch zugerufen: "Komm her, ich will dir nur helfen!" 

 
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