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Meinung >> Mittwoch, 26. April 17

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Spiegellabyrinth.
Editorial

Netze kappen und entschleunigen

Liebe Leserinnen und Leser!

Du kannst im Wahljahr nicht aus Facebook aussteigen! Dann bist Du abgehĂ€ngt und BĂŒrgerblick ist weniger sichtbar“, warnte mich mein Informatiker. Schon oft habe ich mit dem Gedanken gespielt. Es wĂ€re ein Befreiungsschlag. Ein entschleunigtes Leben mit weniger Stress. Wer die Kommentare von Hassern, Wichtigtuern, Blendern und FĂ€lschern nicht sieht, braucht sich nicht aufzuregen.

Facebook und Twitter sind privatwirtschaftliche US-Geldmaschinen, die auch denjenigen WeltbĂŒrgern eine Stimme geben, die unser Grundgesetz nicht achten. Eine digitale Parallelwelt ist entstanden, die AbgrĂŒnde aufzeigt und Einfluss nimmt. Bestes Beispiel ist Trump. Twitter ist sein Megafon an die Welt. Aber mĂŒssen wir immer zuhören?

„Ich bin nicht mehr auf Facebook“, hat mich in diesen Tagen ein sehr einflussreicher und bekannter Passauer Jurist und CSU-Mann ĂŒberrascht. Er habe sich abgemeldet und wolle die gewonnene Zeit lieber nutzen, ein gutes Buch zu lesen. Er verspricht sich weniger Aufregung ĂŒber die „Wahnsinnigen“ im Netz. Ich bin fast neidisch, weil ich als Medienmann diesen konsequenten Schlusstrich nicht ziehen kann. Aber es beruhigt mich. Wenn immer weniger den digitalen Zerrspiegel der Gesellschaft beachten, haben sie mehr Zeit fĂŒr sich und ihre Lieben. Der Nebeneffekt ist „Entschleunigung“.

Wenige Tage spĂ€ter stieß ich auf einen anderen prominenten Facebook-Aussteiger, OpernsĂ€nger und EW-Festspielintendant Thomas Bauer. Sein Motiv: Die Freundschaftsanfragen seien ihm zu viel geworden, diese Kommunikation raube ihm wertvolle Zeit.

Ich habe zumindest fĂŒr BĂŒrgerblick das Problem soweit gelöst, dass Facebook-Kommentare nur mehr fĂŒr deren Verfasser und ihre Freunde sichtbar sind. Die Leute diskutieren wieder wie im richtigen Leben dort, wo ihre Meinung gut aufgehoben ist und weniger Schaden anrichten kann: am privaten Stammtisch. Das beruhigt meine Leser (und mich) und verhindert verbale Gefechte.

Gute GesprÀche!

Ihr Hubert Denk

Editorial erschienen in Heft Nr. 102/ Februar 2017

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Podiumsdiskussion am 29. Juni 2017, PanoramagaststÀtte "Oberhaus".

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