Mittwoch, 26. Juli 2017
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Meinung >> Mittwoch, 26. April 17

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Spiegellabyrinth.
Editorial

Netze kappen und entschleunigen

Liebe Leserinnen und Leser!

Du kannst im Wahljahr nicht aus Facebook aussteigen! Dann bist Du abgehängt und Bürgerblick ist weniger sichtbar“, warnte mich mein Informatiker. Schon oft habe ich mit dem Gedanken gespielt. Es wäre ein Befreiungsschlag. Ein entschleunigtes Leben mit weniger Stress. Wer die Kommentare von Hassern, Wichtigtuern, Blendern und Fälschern nicht sieht, braucht sich nicht aufzuregen.

Facebook und Twitter sind privatwirtschaftliche US-Geldmaschinen, die auch denjenigen Weltbürgern eine Stimme geben, die unser Grundgesetz nicht achten. Eine digitale Parallelwelt ist entstanden, die Abgründe aufzeigt und Einfluss nimmt. Bestes Beispiel ist Trump. Twitter ist sein Megafon an die Welt. Aber müssen wir immer zuhören?

„Ich bin nicht mehr auf Facebook“, hat mich in diesen Tagen ein sehr einflussreicher und bekannter Passauer Jurist und CSU-Mann überrascht. Er habe sich abgemeldet und wolle die gewonnene Zeit lieber nutzen, ein gutes Buch zu lesen. Er verspricht sich weniger Aufregung über die „Wahnsinnigen“ im Netz. Ich bin fast neidisch, weil ich als Medienmann diesen konsequenten Schlusstrich nicht ziehen kann. Aber es beruhigt mich. Wenn immer weniger den digitalen Zerrspiegel der Gesellschaft beachten, haben sie mehr Zeit für sich und ihre Lieben. Der Nebeneffekt ist „Entschleunigung“.

Wenige Tage später stieß ich auf einen anderen prominenten Facebook-Aussteiger, Opernsänger und EW-Festspielintendant Thomas Bauer. Sein Motiv: Die Freundschaftsanfragen seien ihm zu viel geworden, diese Kommunikation raube ihm wertvolle Zeit.

Ich habe zumindest für Bürgerblick das Problem soweit gelöst, dass Facebook-Kommentare nur mehr für deren Verfasser und ihre Freunde sichtbar sind. Die Leute diskutieren wieder wie im richtigen Leben dort, wo ihre Meinung gut aufgehoben ist und weniger Schaden anrichten kann: am privaten Stammtisch. Das beruhigt meine Leser (und mich) und verhindert verbale Gefechte.

Gute Gespräche!

Ihr Hubert Denk

Editorial erschienen in Heft Nr. 102/ Februar 2017

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"Zukunft unserer Zeitungen"

Podiumsdiskussion am 29. Juni 2017, Panoramagaststätte "Oberhaus".

Die Tageszeitungen verlieren Leser. 17 Prozent RĂĽckgang in den letzten 15 Jahren (PNP Stadt und Landkreis Passau). Aufmerksamkeit dagegen gewinnen die soziale Netzwerke mit Hass, Hetze und Falschinformationen. Wie finden Medien aus der Krise, was bedeutet die Entwicklung fĂĽr unsere Demokratie? Podiumsdiskussion mit Martin Wanninger (PNP), Jan Feddersen (taz), Medienprofessor Ralf Hohlfeld (Uni Passau) und Verena Osgyan (Landtag, Die GrĂĽnen). 

 
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