Freitag, 28. April 2017
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Lokalnachrichten >> Mittwoch, 29. M├Ąrz 17

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Zwei Journalisten moderieren den Bürgerdialog und bemühen sich um Ausgewogenheit. BR-Moderator Martin Gruber (links) und PNP-Redaktionsleiter Wolfgang Lampelsdorfer. (Foto: Tobias Köhler)
B├╝rgerdialog zum Hochwasserschutz

Von Mauern, Menschen und Lebensqualit├Ąt

Schutz oder Sch├Ânheit, Beton oder Natur, Kastanienallee oder Hochwassermauerpark? Das sind die Fragen, die derzeit die Passauer am meisten bewegen. Ein B├╝rgerdialog zeigte: Es besteht Gespr├Ąchsbedarf. Ein tiefer Riss zieht sich zwischen einigen wenigen Hausbesitzern und dem Gro├čteil der B├╝rger, die das st├Ądtische Naherholungsgebiet in der jetztigen Form nicht aufgeben wollen. Die Stadtr├Ąte erkennen, dass es nicht um die Auswahl der g├╝nstigsten Variante der Hochwassermauer an der Innpromenade geht, sondern um eine Grundsatzentscheidung.

Der Saal der "Peschl-Terrassen" f├╝llte sich mit 200 B├╝rgern und Politikern bis zur Kapazit├Ątsgrenze. Es kam, wie erwartet: Die Wortbeitr├Ąge gegen den heiklen Hochwasserschutz im st├Ądtischen Erholungsgebiet ÔÇ×InnpromenadeÔÇť waren zahlreicher und wurden lauter beklatscht als die der wenigen Hauseigent├╝mer, die gekommen waren, um ihn einzufordern. Ein Hauseigent├╝mer, der eine halbe Stunde zu sp├Ąt gekommen war, lieferte den wohl bemerkenswertesten Redebeitrag (siehe Fotogalerie). Zum B├╝rgerdialog ├╝ber den geplanten Hochwasserschutz an der Innpromenade hatte Gr├╝nen-Stadtrat Karl Synek geladen. Politiker aller Fraktionen folgten der Einladung.

Oberb├╝rgermeister als stummer Zuh├Ârer in letzter Reihe

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Obergrenze erreicht: 200 Besucher im Saal in der "Peschl-Terrassen" sind zugelassen. An der R├╝ckwand wird eine letzte Stuhlreihe aufgestellt.
Als stiller Beobachter sa├č in der letzten Reihe der Oberb├╝rgermeister J├╝rgen Dupper. Keine Begr├╝├čungsrunde mit H├Ąndesch├╝tteln, keine Chance, seine entwaffnende Rhetorik einzusetzen. Es m├╝ssen f├╝r ihn unbequeme eineinhalb Stunden gewesen sein. Manchmal versucht er  seinen Missmut wegzul├Ącheln, wenn die Mauergegner ihre Munition verschossen. Dazu muss man wissen: Dupper hat bei diesem Thema  eindeutig Partei ergriffen: Hochwasserschutz, der vom Staat gef├Ârdert wird, weil er technisch m├Âglich ist und sich rechnet, sollte auf jeden Fall gebaut werden. Neidebatten seien tabu.

BR-Moderator gibt Mikro nicht aus der Hand
Bei allen B├╝rgerinformationsabenden zu den verschiedenen Hochwasserschutzma├čnahmen Donau, Inn und Ilz hatte bisher der befangene Oberb├╝rgermeister die Moderation ├╝bernommen. Diesmal ├╝bernahmen diese Aufgabe zwei Journalisten: Martin Gruber vom Bayerischen Rundfunk und  Wolfgang Lampelsdorfer von der "Passauer Neuen Presse". Sie  bew├Ąltigten die Aufgabe bei diesem emotionalen Thema mit Bravour. "Nein, das Mikro bleibt in meiner Hand!", wehrte beispielsweise der Rundfunkmann Redner ab, welche die Kontrolle ├╝ber die L├Ąnge ihrer Redebeitr├Ąge gerne selbst gef├╝hrt h├Ątten. Diese Professionalit├Ąt sorgte f├╝r einen ausgewogenen, lebendigen Ablauf. 27 Wortmeldungen z├Ąhlte der B├╝rgerblickfotograf in der eineinhalbst├╝ndigen Diskussionsrunde.

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Gr├╝nen-Stadtrat Karl Synek, ehemaliger Finanzbeamter und Organisator des B├╝rgerdialogs: Vor allem der Wortbeitrag von Vesper habe ihn ├╝berzeugt, dass es besser sei, den st├Ądtischen Baukostenanteil von 2,5 Millionen Euro als Flutr├╝cklage zu nutzen.
Zu Beginn hatten die Moderatoren die Standpunkte der verschiedenen Fraktionen abgefragt, um sie gegen Ende der Veranstaltung erneut einzuholen. Grob gesagt pl├Ądieren die SPD (12 Sitze) und die FDP (2 Sitze) f├╝r den gemauerten mobilen Hochwasserschutz an der Innpromenade, ├ľDP (6) und "Passauer Liste" (3) positionieren sich klar dagegen; die Gr├╝nen (5) sind gespalten, die Freien W├Ąhler (3) schwanken; die CSU (12) fordert eine anschauliche Visualisierung und wird mit ihrem Gewicht letztendlich die entscheidende Rolle spielen. Die Organisatoren eines B├╝rgerentscheids gegen die Zerst├Ârung der Innpromenade stehen in den Startl├Âchern.

Solidarit├Ąt: Ein Geben und Nehmen
Au├čerhalb der Veranstaltung meinte Karl Synek: Die Hausbesitzer h├Ątten auf vielfache Weise Solidarit├Ąt erfahren: durch die ├Âffentliche Hand mit F├Ârdermittel bis zu 85 Prozent, durch zus├Ątzliche Spenden und durch den Einsatz der vielen freiwilligen Helfer bei der Schadensbeseitigung. Von dieser Solidarit├Ąt sollten sie jetzt etwas zur├╝ckgeben an Menschen, die keine Immobilienbesitzer sind, aber ein Recht auf sch├Âne Stadtr├Ąume und Lebensqualit├Ąt haben. Deshalb habe er kein Verst├Ąndnis f├╝r Hausbesitzer, welche egoistisch darauf beharren, dass der Schutz ihres Eigentums vor den allgemeinen Interessen steht.

Das Video der PNP

 
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