Freitag, 28. April 2017
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Sie stoßen auf ihr neues Lokal an: Nikola und Ugo del Nero im "Gallo Nero".
Passauer Gesellschaft

Italienisches Quartett wieder komplett

Das italienische Quartett im sĂŒdlichsten Passauer Stadtteil ist wieder komplett. Nach zehn Monaten Zwangspause wegen Abbruchs und Umbaus zweier denkmalgeschĂŒtzter HĂ€user konnte das Restaurant „Gallo Nero“ wiedereröffnen. Die gelungene Belebung und Verschönerung der historischen Schmiedgasse war angesichts der Mitwirkenden und GĂ€ste ein spannendes, gesellschaftliches Ereignis.

Immobilieninvestor Markus Sommer, Verkaufsleiter einer Bausparkasse, hatte die beiden teilweise schwer geschĂ€digten GebĂ€ude Nummer 5 und 7 gekauft, das eine abreißen und neu aufbauen, das andere von Grund auf sanieren lassen. Sie waren im Besitz der ehemaligen Möbelfamilie Hiendl und der ehemaligen Brauereifamilie Peschl. „Ich habe 2,5 Millionen Euro in die Hand genommen“, sagt Sommer. SanierungsbedĂŒrftige denkmalgeschĂŒtzte HĂ€user zu kaufen und herzurichten, sei seine Leidenschaft. Fenster, TĂŒren und Fassaden ließ er originalgetreu nachbilden. Bei Details, die ihm wichtig sind, geht er ĂŒber die Forderungen der Denkmalpflege hinaus. 

Lob fĂŒr Bauherrn Sommer
„Ohne diesen Bauherrn wĂŒrde es uns nicht mehr geben“, sagt Wirtin Nikola del Nero. Die FrĂ€nkin freut sich mit ihren Ehemann Ugo, dass sich ihre Gastronomie vergrĂ¶ĂŸert hat, ĂŒber die Erdgeschoße beider HĂ€user ausbreiten durfte: Der Gastraum im alten Gewölbe ist mit 93 Quadratmetern fast doppelt so groß wie frĂŒher, eine gerĂ€umigere KĂŒche konnte ins Nachbarhaus ziehen, neu sind ein abgeschiedener kleiner Innenhof und ein heller glĂ€serner Windfang als Empfang.

Alte und neue Brauereidirektoren
Brauereidirektor Ferdinand von Aretin, der mit seiner Aldersbacher Brauerei solche ehemaligen Passauer Peschl-Wirtschaften („Goldenes Schiff“, „Peschl-Terrassen) ĂŒbernommen hat, ließ das Lokal mit massiven Eichenholzmöbeln ausstatten. „Ich bin ĂŒberrascht, welch große Resonanz diese Wiedereröffnung hat“, sagt er angesichts der illustren Gesellschaft. Der Mann, dessen Brauereierbe er vor fast zehn Jahren ĂŒbernommen hatte, war auch gekommen: der 72-jĂ€hrige Ernst Peschl. Dieser begutachtete sein ehemaliges Haus und betonte, wie wichtig andernorts fĂŒr sanierte GebĂ€ude der Hochwasserschutz sei. Als Immobilienbesitzer zweier HĂ€user am Unteren Sand gehört er zu den BefĂŒrwortern einer Flutmauer an der Innpromenade. Eine zweite Flutsanierung werde er nicht mehr in Angriff nehmen, stellte er klar. „Ich wĂŒrde die WĂ€nde streichen, mehr nicht mehr“, sagt er fast trotzig.

BefĂŒrworter und Gegner der Flutmauer
Kritiker der geplanten Flutmauer saßen nebenan am Tisch: die Kinofamilie Vesper. Sie hat sich fĂŒr ihr ehemaliges Promenadekino („Proli“) an der Gottfried-SchĂ€ffer-Straße einen individuellen Hochwasserschutz einbauen lassen. „Wir ziehen das jetzt durch“, sagt der Seniorchef. Man wolle die Entscheidung ĂŒber die Mauer nicht mehr abwarten. Heute Abend werden die Meinungsfronten beim BĂŒrgerdialog in den „Peschl-Terrassen“ aufeinandertreffen. Die PNP wird die Veranstaltung live im Netz ĂŒbertragen.

Zur Eröffnung italienisches Spanferkel
OberbĂŒrgermeister JĂŒrgen Dupper war wohl in Anspielung auf die lange Umbauzeit mit einer Wanduhr als Geschenk vorbeigekommen. Seine eigene Zeit ist kostbar. Er ließ sich mit Wirtsehepaar, Bauherrn und Brauereidirektor fĂŒrs Pressefoto ablichten und verschwand vor der Eröffnung des Buffets. Es bot eine Köstlichkeit des Hauses: „Porchetta“, Spanferkel auf italienische Art.

Raumdesign vom kĂŒnftigen Glassalon-Architekten
FĂŒr das stimmige Raum- und Lichtdesign im neuen Lokal zeichnet Architekt Norbert Paukner, ein Experte fĂŒr DenkmĂ€ler, verantwortlich. Von Baulöwen Michael Kapfinger hat er gerade die reizvolle Herausforderung bekommen, sich um die Sanierung des Glassalons auf dem Mariahilfberg zu kĂŒmmern. Neidisch fragen sich viele Passauer, wer in den filigranen Holzbau mit der glĂ€serner Panoramafront einziehen wird. Es steht fest: Hauptmieter wird das Fotostudio von Florian Weichselbaumer sein. Ein kleiner Teilbereich soll fĂŒr wechselnde kĂŒnstlerische Nutzung offengehalten werden.

Abruzzischer Koch trifft auf NĂŒrnberger Studentin
Gemessen an der Gastronomie ist die Innstadt wohl der italienischste Passauer Stadtteil. Von der Kapuzinerstraße bis zur Schmiedgasse reihen sich auf 850 Metern vier Italiener: das „La Torre“ (Pizzeria, eröffnet 1990 im Neubaugebiet), das „Venti tre“ (Pizzeria, eröffnet 2000, ehemals InnstadtbrĂ€ustĂŒberl), das „Pasta e vino“ (Gourmet-Restaurant, eröffnet 2011, ehemals „Gasthaus zum Mondschein“) und das „Gallo Nero“ (seit 1999, ehemals Wirtshaus zum „GrĂŒnen Kranz“). FĂŒr die italienische KĂŒche zeichnet bei Letzterem der Chef als Koch verantwortlich. Ugo del Nero begann seine Laufbahn in der Kochschule „Villa Santa Maria“ in den Abruzzen, nahm 1982 seine erste Arbeitsstelle im „Zi Theresa“ in der Theresienstraße an, dem Ă€ltesten italienisch gefĂŒhrten Passauer Restaurant. Neun Jahre spĂ€ter lernte er hier eine Studentin aus NĂŒrnberg kennen, Nikola, seine heutige Frau und Wirtin.

 
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