Sonntag, 23. September 2018
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Meinung >> Samstag, 10. MĂ€rz 18

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Das Genussquartett: Stephanie Buchhold, Holm Putzke (Brille), Stephan Öller (Bart) und Hubert Scheungruber (Foto: Tobias Köhler)
Toms Genussquartett

Zwei Wachauer im Wettbewerb

Das Weingut Zottl liegt in Weißenkirchen, inmitten der Wachau knapp 15 Kilometer vor Krems. Seit fĂŒnf Generationen verfolgen die Winzer und Kellermeister hier das Ziel, ihre Weine im Einklang mit der Natur zu erzeugen. Handlese und spĂ€te Ernte sind dabei eine SelbstverstĂ€ndlichkeit.

Das Motto der Weinproduktion lautet: QualitĂ€t vor QuantitĂ€t. Hier folgt das Weingut den strengen Vorgaben der „Vinea Wachau“, die ein bedingungsloses Bekenntnis zu den Prinzipien GĂŒte, Ursprung und Reinheit von ihren Mitgliedern einfordert. Die Vinea-Winzer dĂŒrfen ausschließlich Trauben aus der Wachau keltern und auf Flasche ziehen. Bei der Herstellung wird dabei einzig mit der Reife und dem natĂŒrlichen Zuckergehalt der BeerenfrĂŒchte gearbeitet.

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Tom Knieper, Autor dieser Seite (Foto: Tobias Köhler)
Auf eine kĂŒnstliche Konzentration, Fraktionierung oder Aromatisierung wird rigoros verzichtet.  Das bedeutet: kein Barrique-Ausbau, kein Einsatz von Holzchips oder Tanninpulver.  Diese Naturbelassenheit und die nötige Reifezeit garantieren die gewĂŒnschte QualitĂ€t. FĂŒr die Verkostung wurden der „GrĂŒne Veltliner Smaragd 2014“ und der „Riesling Smaragd 2014“ ausgewĂ€hlt. Deren Einzellagen befinden sich in der Ried Achleiten am Ostende von Weißenkirchen. Entfernt erinnert der Umriss der Ried an einen Delphin mit Hohlkreuz. Der Begriff Smaragd verweist auf die höchste QualitĂ€tsstufe eines Wachauer Weines.  Der Name bezieht sich auf die Smaragdeidechse, die sich auf den sonnigsten und damit besten PlĂ€tzen der Weinterrassen am wohlsten fĂŒhlt.

Der Veltliner besticht durch sein intensives Strohgelb und seine vielschichtigen Aromen. Im Geschmack ist er körperreich, trocken und wenig sÀurebetont. Der Riesling offenbart seine typischen Pfirsich aromen; insgesamt handelt es sich um einen fruchtigen, sÀurebetonten und mineralischen Wein mit vergleichsweise langem Abgang.

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GrĂŒner Veltinger Smaragd 2014 0,75 Liter, 13%, ca 13 Euro 2,5 Punkte (Foto: Tobias Köhler)
Testergebnis zum GrĂŒner Veltliner Smaragd 2014

Dr. Stefanie Buchhold, Leiterin des Passauer Oberhausmuseums: "ZurĂŒckhaltende Bitternoten und eine erkennbare SĂ€ure dominieren den Abgang.Die Kernobstnoten verlieren sich dabei, was den Gesamteindruck schmĂ€lert.“ 1,5 Punkte

Stephan Öller, Inhaber des Passauer Lokals "Weingut": "In der Nase zeigt sich eine mittlere DuftintensitĂ€t: Charakteristische Aromen sind hierbei das reife Kernobst und die dezente MineralitĂ€t.“ 2,5 Punkte

Dr. Holm Putzke,Professor fĂŒr Strafrecht an der Uni Passau: "Nach einem bitteren Erstakzent zeigen sich etwas Waldhonig, dezente mineralische Noten und eine fast schon ĂŒberreife Birne, die an eine Nashi-Birne erinnert." 2,5 Punkte

Hubert Scheunengraber, Inhaber der Passauer Bar "Journey": "Anfangs wird die Nase von einer gewissen Frische, Citrus und grĂŒnem Apfel umschmeichelt, die sich jedoch im Glas zunehmend verlieren. Mit der Zeit entwickelt sich eine mineralische Note" 2,5 Punkte

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Riesling Smaragd 2014 0,75, 14,5%, ca. 16 Euro 3,5 Punkte (Foto: Tobias Köhler)
Testergebnis zum Riesling Smaragd 2014

Dr. Stefanie Buchhold, Leiterin des Passauer Oberhausmuseums: "Das strahlende Goldgelb und die krÀftigen, langanhaltenden Schlieren prÀgen die Optik. Die Nase erinnert an frisch geschnittenes Gras, Quitte und mineralische Noten." 2,5 Punkte

Stephan Öller, Inhaber des Passauer Lokals "Weingut": "Am Gaumen prĂ€sentiert sich eine intensive, nicht ganz reife und etwas sĂ€urebetonte Marille. Auf den ZungenrĂ€ndern ist außerdem eine spitze SĂ€ure wahrnehmbar.“ 3,5 Punkte

Dr. Holm Putzke,Professor fĂŒr Strafrecht an der Uni Passau: "Insgesamt ist dieser Riesling eher geradlinig und besitzt neben seinem starken Charakter einen langen Abgang. In diesen Wein kann man sich eintrinken" 3 Punkte

Hubert Scheunengraber, Inhaber der Passauer Bar "Journey": "Im Geruch ist der Riesling sehr angenehm mit AnklÀngen von Gras. Zudem zeigen sich leicht blumige, ölige und mineralische Aromen sowie Anmutungen von Pfirsich, Quitte, Sirup und Honig" 3,5 Punkte

Unsere Tester vergeben maximal fĂŒnf Punkte. Ein Siegel fĂŒr ein herausragendes Preis-LeistungsverhĂ€ltnis wird bei Bedarf gesondert verliehen.

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ÜbermĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum ist gesundheitsschĂ€dlich. Bitte genießen Sie alkoholische GetrĂ€nke verantwortungsvoll.

Tom Knieper
 Autor dieser Serie Er bezeichnet sich selbst als Genussmensch und hat diese Testrunde ins Leben gerufen. Professor Knieper, Jahrgang 1961, ist Medienforscher an der Uni Passau, Marketingberater und Redakteur bei einem MĂŒnchner Lifestyle-Magazins.

Das Genussquartett

Der Spirituosen-Forscher
Die Suche nach herausragenden Spirituosen und ihren besten Mixturen gehört zur Profession von Hubert Scheungraber. Er gibt Mixkurse, testet neue Produkte, durchstöbert die Literatur nach vergessenen Rezepten.  In der Passauer Altstadt betreibt er seine Cocktailbar.  

Der kritische Juraprofessor
Dr. Holm Putzke, Jahrgang 1973, als kritischer und schlagfertiger Juraprofessor der Uni Passau bekannt, ĂŒbernahm den Platz eines Laientesters im Team. Der gebĂŒrtige Sachse hat sich in seine Wahlheimat an den drei FlĂŒssen verliebt. Er schĂ€tzt die Vielfalt der GenĂŒsse.  

Der Wein-Experte
Stephan Öller hat bei namhaften Sommeliers in Österreich und Deutschland die Wissenschaft des Weins studiert. Er spĂŒrt den besten Trauben und JahrgĂ€ngen nach, kennt viele Winzer und Anbaugebiete. In der Passauer Theresienstraße fĂŒhrt er sein Weinlokal

Die feinsinnige Historikerin
Dr. Stefanie Buchhold, gebĂŒrtige FrĂ€nkin, zog vor einem Jahr nach Passau, um die Leitung des Oberhausmuseums zu ĂŒbernehmen. Die Historikerin sammelt mit Leidenschaft Literatur und schĂ€tzt gute Weine. Ihr Ziel: Das Ansehen der kunsthistorischen Sammlung steigern.

Beitrag erschienen im MÀörz 2017 in BĂŒrgerblick Heft Nr. 103.

 
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