Passau - Wenn Waffenbesitzer die Nerven verlieren, kommt es schnell zu dramatischen Polizeieinsätzen. Heute geschehen im beschaulichen, 3.500-Einwohner-Ort Fürstenstein (Landkreis Passau). Starke Polizeikräfte rückten an, Hubschrauber und SEK waren schon angefordert, um den offenbar depressiven Sportschützen vor sich und andere vor ihm zu schützen.
Am Nachmittag hatte der 47-jährige Mann seine eintreffende Lebensgefährtin mit der Botschaft geschockt, er habe gerade Rattengift geschluckt. Sie sah an seiner Kleidung Blutspuren und auf dem Tisch vor ihm eine Pistole. Nachdem sie ihm die geladene Waffe genommen hatte, flüchtete sie und rief die Polizei: Der Partner habe angedroht, sich zu erschießen. Er sei im Besitz zahlreicher scharfer Waffen und Gewehre.
Als die Polizeikräfte eintrafen, war nicht klar, wo sich der lebensmüde Sportschütze aufhält. Die Kräfte umstellten das Wohnhaus und sicherten auch das umliegende Gelände. Rettungswagen fuhren vor und Spezialeinheiten wurden zur Verstärkung angefordert.
Nach etwa einer Stunde meldete sich der Gesuchte über Notruf selbst bei der Polizei. Er sei bei Angehörigen in der Nähe und würde nun zurückkehren. Eine Streifenwagenbesatzung nahm den offenbar psychisch sehr angeschlagenen Mann in Empfang; er wurde mit dem Rettungswagen zur Untersuchung ins Bezirksklinikum gebracht. Gift, so stellte sich heraus, hatte er keines geschluckt, und die Blutspuren rührten wohl von einer alten aufgeplatzten Wunde.
Mithilfe eines Sprengstoffhundes wurde dann das legale Waffenlager im Wohnhaus ausfindig gemacht und beschlagnahmt: sieben Gewehre, darunter eine Pumpgun, zwei großkalibrige Revolver, eine Pistole und dazugehörige umfangreiche Munition. Eine Anzeige bekommt der Sportschütze trotzdem. Die Beamten fanden auch einen Schlagring, dessen Besitz ist strafbar.