Passau - Zum Start der Burgenfestspiele auf Veste Oberhaus wird herzhaft gelacht: Die Inszenierung der Operette „Vogelhändler“ ist wie eine perfekte Parodie - alles herrlich überdreht.
Der Vogelhändler von Carl Zeller, 1891 aufgeführt, ist Klamauk. Großer. Es geht um Maskerade und pralle Lebenslust. Die Zellersche Musik in ihrer liebenswerten Verschrobenheit geht leicht ins Ohr und unterhält famos.
Geboten wird das Übliche aus Liebeständeleien und mehr oder weniger fein gesponnenen Intrigen. Die Handlung ist vor lauter Winkelzügen durchaus verzwickt. Doch die Regisseure Beate Vollack und Natascha Ursuliak haben es dabei nicht bewenden lassen. Sie haben die Verschachtelung enthusiastisch auf die Spitze getrieben.
Herrscht schon im traditionellem Vogelhändler ein kunterbuntes Durcheinander, explodiert die Neuinterpretation in einer Farbenpracht: Stofftier-Vögel zwitschern über die Bühne, Stanislaus ist im Kaninchen-Kostüm eine irre Lachnummer, Adam gibt einen gefiederten wie schrägen „Papageno“ aus Mozarts Zauberflöte, plötzlich springen auf dem Bühnendach Vögel wie Schießbudenfiguren auf – und dann erscheint die Kurfürstin im Nixengewand und flatternden Stoffbahnen.
Operette – das heißt lockere und heitere Handlung: schließlich liegen die Wurzeln der Operette in Possen und Parodien auf die ernste Oper. Bei diesem Theater auf dem Theater wird es schön herausgeschält.
Im sanften Abendlicht eines warmen Sommertags wurde im großen Innenhof (Foto: Tobias Köhler) von Veste Oberhaus die Burgenfestspiele des Landestheaters eröffnet. Hier geht´s zum Programm.
Christian Hambrecht