Bad Reichenhall/ Zwiesel/ Hamburg – Wer schafft es an die Spitze der "Küchenmeister" zur INTERNORGA nach Hamburg? Vielleicht der Niederbayer aus Zwiesel, der seinen frischen Thymian kurz in der Mikrowelle toastet, damit er noch mehr Aroma entfaltet? TV-Koch Stefan Wiertz begleitet als Ober-Juror einen Küchenmeister-Wettbewerb quer durch Deutschland. 24 Bewerber, fünf Städte, heute ist Bayern dran, Standort Bad Reichenhall.
Die nagelneue Steigenberger-Akademie im Schatten des Hausbergs, dem Hochstaufen (1771 Meter). Statt Schulmief Hotelflair. Die Großküche transparent und topmodern. „Hier würde ich gerne für 50 Schüler einen Kurs geben“, sagt Wiertz begeistert und kippt einen doppelten Espresso. Er bezeichnet sich selbst als Genuss-Nomade. Wiertz ist ein Kölner Gewächs. Kochmütze trägt er keine, dafür Glatze.
Der Ausrüster und Ausrichter dieses Wettbewerbs ist eine Marke, die wir nicht unbedingt mit Kochen verbinden. Bei Philips denken wir an Fernsehgenuss, die großen flachen Monitore. Jetzt sorgt Philips auch für kulinarische Genüsse. Profi-Maschinen, vom Entsafter bis zum Mixer. Der Pürierstab, kabellos bedienbar, liegt schwer in der Hand. „15 Jahre Garantie“ steht auf den Geräten. Zeichen für Wertarbeit. Das edle Spielzeug, mit dem die fünf Köche heute hantieren, würde im Laden rund 2.800 Euro kosten.
„Sehr schokoladenlastig“, sagt Wiertz nach dem Blick über die Rezepte der fünf Kandidaten. Der Warenkorb ist vorgegeben. Reh, Perlhuhn, Chicorée, Rote Beete, dunkle Schokolade….
Ein Schwabe, ein Franke, ein Oberbayer, ein zugereister Preuße, Schiffskoch aus Greven, und der Niederbayer aus Zwiesel, Florian Vogl, 30. Rehrücken im Knödelmantel an Chicorée-Mousseline hat er sich vorgenommen. Seine Nachbarn am Herd hüllen das Wild lieber in die Schokolade.
In drei Stunden ist es vorbei in der Großküche mit Schauen und Schnuppern, dann wird angerichtet und von der Jury getestet. Der Sieger des heutigen Abends kommt ins Finale, in zwei Wochen auf Europas größter Gastronomie-Messe, der INTERNORGA in Hamburg.