Passau – Seit vielen Monaten pendelt einer der bestbezahlten Stadtmanager zwischen Krankenstand und kurzen „Arbeitsversuchen“. So schlecht kann es ihm nicht gehen, werden nun viele lästern. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Stadttochter Event GmbH wurde offiziell bekannt, dass dieser städtische Spitzenbeamte einen Nebenjob als Immobilienmakler angemeldet hat.
Der heute 58-jährige Stadtmanager gehörte zu den Schützlingen eines ehemaligen CSU-Oberbürgermeisters. Jetzt liegt er vielen aufrechten Kommunalpolitikern schwer im Magen. „Den Charakter dieses Mannes beschreibt am besten ein Blick in seinen Anstellungsvertrag“, sagt ein Aufsichtsratsmitglied. Dort habe man alles ausprobiert, was möglich ist. Er durfte sich seinen Vertrag de facto selber schreiben. Unterschrieben hat ihn der damalige OB. „Einen besseren Geschäftsführervertrag wird es in ganz Deutschland nicht geben“, ärgert sich ein anderes.
Die Stadträte müssen machtlos zur Kenntnis nehmen, dass der Nebenjob für den Stadtmanager rechtlich einwandfrei ist.
Auf der einen Seite fühlt er sich gesundheitlich schwer angeschlagen, auf der anderen offenbar unterbeschäftigt? Unterbezahlt sicher nicht: Mehr als 100.000 Euro soll sein kommunales Jahresgehalt betragen, dazu ein dicker Dienstwagen.