Passau/ Kößlarn – „Ich bitte Dich mit Nachdruck, den Bau der Schießanlage zu verhindern“, schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Bernhard Roos an den Passauer Landrat.
Seit fast fünf Jahren kämpfen Kößlarner Bürger und lokale Politiker gegen das umweltfeindliche Projekt. Sie fühlen sich aber einer starken Lobby aus Jägern und CSU gegenüber.
Landrat Franz Meyer, der den Streit um die Schießanlage als unerfreuliches Erbe von seinem Vorgänger übernommen hat, bezog bis heute keine klare Position. Im Hintergrund türmt sich ein bürokratischer Berg von Gutachten und Gegengutachten. Der Verkauf des Areals an die Gemeinde ließ sich auch nicht umsetzen, weil die Jägerschaft hoch pokert.
Der geplante große Schießplatz, der angeblich der Ausbildung des Jägernachwuchses dienen soll, ist laut dem Schreiben von Roos mittlerweile ohnehin infrage gestellt. Ein Gesetz schreibe seit diesem Jahr vor, dass Jungjäger in „geschlossenen Räumlichkeiten“ ausgebildet werden müssen. Kößlarn würde seine touristische Attraktivität als einer der ältesten Wallfahrtsorte der Region einbüßen, gibt der Abgeordnete unter anderem zu bedenken.
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