Passau – Hat sich ein Passauer Unternehmer am Tod von zwei Familienvätern mitschuldig gemacht? Das soll morgen vor dem Amtsgericht geklärt werden. Zwei Maler starben einen grausamen Stromtod, weil ihr fahrbares Metallgerüst einer Oberleitung der Deutschen Bahn zu nahe gekommen war.
Sie verputzten die Begrenzungsmauer eines Einkaufscenters an der Bahnstrecke Passau-Wien. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Chef die beiden Angestellten zu keiner Zeit auf die tödliche Gefahr aufmerksam gemacht und damit gegen Vorschriften verstossen.
Die Anklage vor dem Amtsgericht lautet auf fahrlässige Tötung.
Der Unfall im Juli 2008 wurde zur unerträglichen psychischen Belastung für Augenzeugen und Rettungskräfte. Sie mussten hilflos mitansehen mussten, wie die Opfer verbrannten. Die Unglückstelle konnte erst betreten werden, als die 15.000-Volt-Leitungen auf dieser Hauptstrecke abgeschaltet waren. Das dauerte fast 20 Minuten.
Während für Werner M. (41) jede Hilfe zu spät kam, wurde sein lebensgefährlich verletzter Kollege Franz M. (48) noch in die Spezialklinik nach München-Bogenhausen geflogen. Dort erlag er drei Wochen später seinen Brandverletzungen.